Ich habe das Gefühl, als ob momentan die ganze Welt brennt. Überall, wo man hinschaut, Leid, Tod und Terror. Allein der Glaube hilft mir, angesichts dieser unmenschlichen Umstände nicht zu verzweifeln oder zynisch zu werden. Jeden Tag bin ich Gott dankbar dafür, dass es mir und meiner Familie noch so gut geht. Manchmal muss ich mich überwinden, die Nachrichten zu lesen, da ich nichts Erfreuliches erwarte und die News mich (glücklicherweise) jedes Mal nicht ungerührt lassen. Die Gefahr innerlich zu verhärten, zu verstumpfen, vielleicht als Selbstschutz, ist meiner Ansicht nach sehr groß. Zumindest mir geht es so.
Das war mein Wort zum Samstag.
Die IS wütet im Nahen Osten. Sie macht vor nichts halt und kennt kein Erbarmen. Vor allem Christen und religiöse Minderheiten werden verfolgt.
Zehntausende Jesiden, eine religiöse Minderheit bei den Kurden, harren seit Tagen ohne Wasser und Nahrung in den Bergen im Nordirak aus. Es wird von Erschießungen und Zwangsverheiratung berichtet, Babys verdursten.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/irak-is-terroristen-gotteskrieger-erbil
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/irak-islamischer-staat-jesiden-deutschland
Hier eine Rede von Vian Dakhil, einer jesidischen Abgeordneten im irakischen Parlament.
Dieses Video zeigt besser als jeder Bericht, wie verzweifelt die Lage im Irak ist.
Nachtrag:
Vian Dakhil wurde im Oktober 2014 mit dem Anna-Politkowskaja-Preis ausgezeichnet, der jedes Jahr im Namen der 2006 ermordeten russischen Menschenrechtlerin vergeben wird.