Tiberias & Nazareth

Die „Berichterstattung“ hat sich leider etwas verzögert. Hier kommt nun Reisebericht Teil II.

Die Fahrt nach Tiberias war anstrengend. Die Klimaanlage hatte nicht richtig funktioniert, zu alldem gab es noch Stau. Im Übrigen kann man in Israel prima mit dem öffentlichen Personenverkehr reisen. Die Preise sind moderat, das Netz ist gut ausgebaut. Zum Beispiel habe ich für die Fahrt von Bet She’an nach Tiberias nur 15 Shekel gezahlt. Das sind umgerechnet gerade 3,20 EUR für 40 Kilometer.

In Tiberias bin ich in einem netten Hostel namens „David Hostel“ untergekommen.

https://www.davidhostel.com/

Das Zimmer war für den Preis, den ich bezahlt habe, wirklich in Ordnung. Ich habe ein Doppelzimmer bekommen und pro Nacht nur 120 Shekel (ca. 25 EUR) bezahlt. David ist sehr nett und hilfsbereit. Ich würde behaupten, dass man für diesen Preis ein besseres Zimmer in Tiberias nicht bekommen könnte. David hätte mehr verlangen können. In diesem Hostel gibt es eine kleine Küche und WLAN. Man braucht ungefähr 15 Minuten, um ins Zentrum zu laufen. Es gibt aber in der Nähe eine Bushaltestelle.

Tiberias ist DAS Ferienzentrum am See Genezareth (Yam Kinneret). Laut meinem Reiseführer ist es neben Jerusalem, Hebron und Safed eine der vier heiligsten Städte der Juden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tiberias

Zu Tiberias kann ich nicht viel sagen. Ich war die meiste Zeit außerhalb von Tiberias unterwegs gewesen. Die Stadt gefällt mir an sich nicht so gut. Ich war in Tiberias zwei Mal im See schwimmen. In Tiberias gibt es viele private (gebührenpflichtige) Strände, einige öffentliche Strände sowie „wilde“ unbefestigte  Strände. Für einen gemütlichen Badenachmittag würde ich einen gebührenpflichtigen Strand oder zumindest einen öffentlichen Strand empfehlen.

Am ersten Tag war ich „wild“ schwimmen. Der Strandabschnitt war leider sehr verschmutzt. Ich musste aufpassen, dass ich beim Klettern über die Steine nicht irgendwo hinfiel. Also, gemütlich war es nicht, aber sehr interessant. An diesem Strand waren hauptsächlich orthodoxe Familien. Die Frauen waren nicht schwimmen. Ich glaube, dass sie sich nicht unbedeckt zeigen dürfen. Das Wasser war herrlich erfrischend, der Blick auf die Golanhöhen war atemberaubend.Es hat wirklich Spaß gemacht, im abnehmenden Licht in diesem See zu schwimmen. Es gab ein ganz besonderes Licht, das ich hier leider nicht richtig beschreiben kann.

Das andere Mal hatte ich am Shabbat verzweifelt nach einer Stelle gesucht, wo ich baden konnte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sabbat#Freitag_Abend

Nachdem ich bestimmt fünf Kilometer gelaufen war und immer noch keinen Zugang zum See gefunden hatte, vernahm ich plötzlich in der Nähe die deutsche Sprache. Es waren zwei Touristen aus Deutschland, die einen „Zugang“ zum See gefunden hatten. Auf israelische Art (zumindest David behauptete das) kletterte ich einfach (ok, so einfach war es mit einem Kleid und Flip Flops doch nicht) über den Zaun und war schon ein paar Sekunden später im Wasser. Der Strand war fast menschenleer. Wieder war es dämmerig und das Licht ganz besonders. Ich habe diese Stunde des Tages zu meiner Lieblingsbadestunde auserkoren!

Abgesehen vom Schwimmen lief ich nur etwas in der Stadt herum. Es war gerade Ferienzeit in Israel und deshalb sehr viel los. Tiberias ist, wie gesagt, nicht sehr interessant. Aber es bietet viele Erholungsmöglichkeiten, was ja auch nett sein kann.

Von Tiberias aus habe ich Nazareth besucht. Nazareth ist eine der bedeutendsten christlichen Wallfahrtsstätten. Laut den Evangelien kündigte der Erzengel Gabriel hier der Maria die Geburt von Jesus an, Jesus wuchs in Nazareth auf.

Lukas 1, 26 ff.  http://bibleserver.com/text/HFA/Lukas1

Lukas 2, 39  http://bibleserver.com/text/HFA/Lukas2

Meiner Ansicht nach kann man sich die Fahrt nach Nazareth sparen. Das einzige Highlight, die katholische Verkündigungskirche, ist nur groß und nicht besonders schön. Die Stadt an sich ist nett, aber auch nicht mehr.

Hier einige Eindrücke:

Mariendarstellung in der Verkündigungskirche
Vietnamesische Mariendarstellung in der Verkündigungskirche
Maria, die auf die Schlange tritt
Maria, die auf die Schlange tritt
Moslems beim Beten
Moslems beim Beten
Fragwürdiges Schild an einer Moschee
Fragwürdiges Schild an einer Moschee

 

Nachtrag: Im David Hostel war am letzten Tag eine Gruppe von philippinischen Soldaten, die für einen UN-Einsatz auf den Golanhöhen vorbereitet wurden. Es war so interessant! Am liebste wäre ich noch einen Tag länger geblieben.

Ich hoffe, sie wurden nicht entführt und es geht ihnen gut.

Vgl. http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/golan-syrien-blauhelmsoldaten-entfuehrt

http://de.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Disengagement_Observer_Force

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