Grabschändung in Frankreich

Gestern wurden auf einem jüdischen Friedhof in Sarre-Union, einer Ortschaft im Osten Frankreichs, mehrere Hundert Gräber geschändet. Etwa drei Viertel der insgesamt 400 Gräber sollen von der Grabschändung betroffen sein. Etwa 200 Grabsteine wurden umgeworfen und ein Holocaust-Mahnmal beschädigt. Schon 1988 war dieser Friedhof Ziel von Grabschändern gewesen.

„Frankreich ist entschlossen, unablässig gegen Antisemitismus zu kämpfen und gegen diejenigen, die den Werten der Republik schaden wollen“, erklärte Frankreichs Präsident François Hollande.

Diese angebliche Entschlossenheit der politischen Riege Frankreichs hat aber bis heute nicht viele Früchte hervorgebracht. Vielmehr haben die judenfeindlichen Angriffe in Frankreich in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Der Dachverband jüdischer Einrichtungen (Crif) teilte mit, dass 2014 im Vergleich zum Vorjahr sich die Zahl der Taten deutlich erhöht habe: Der Verband registrierte 854 Fälle, im Jahr 2013 seien es noch 423 Taten gewesen. Der überwiegende Teil der Angriffe wurde in Paris, Marseille, Lyon, Toulouse, Straßburg oder Nizza registriert.

Für mich wäre es jetzt interessant zu wissen, wie viele von den Tätern arabischstämmig oder Moslems sind. Ohne mich näher mit der Materie beschäftigt zu haben, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass in diesen Gruppen ein massives Antisemitismus-Problem besteht. Und Probleme werden nicht gelöst, wenn sie verschwiegen oder verharmlost , sondern nur wenn sie klar beim Namen genannt werden.

Es ist ja schön und gut, wenn Netanjahu die Juden zur Einwanderung nach Israel aufruft. Schon aus diesem Grund soll der Staat Israel unterstützt werden. Israel ist die Lebensversicherung der Juden. Aber wollen wir zulassen, dass sich die Geschichte wiederholt? Es ist die Zeit, die Pläne derer zu durchkreuzen, die wieder oder noch immer von einem „judenfreien“ Europa träumen. Spätestens jetzt ist die Zeit gekommen, den Worten Taten Folgen zu lassen. Andernfalls können wir das „Geschwätz“ an den Holocaust-Gedenktagen gleich bleiben lassen, wenn wir nicht bereit sind, im Alltag, vor unserer Haustür, uns gegen Antisemitismus zu engangieren.

Heinrich Heine, auch Jude, sagte einst: „Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen“.

Heißt es in unserem Fall: „Wer die Toten nicht ehrt, dem sind die Lebenden auch nichts wert“?

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