Für Jubel ist es zu früh

Obama bezeichnet die Übereinkunft im Atomstreit mit Iran als „historisch“, in Teheran feierten die Menschen ausgelassen. Doch noch ist Vorsicht geboten: Der Rahmenvertrag von Lausanne ist unverbindlich. Viele Fragen bleiben ungeklärt. Ein Kommentar

Von Wulf Schmiese

http://www.cicero.de/weltbuehne/iran-atom-abkommen-fuer-jubel-ist-es-zu-frueh/59088

Der Autor macht auf die Risiken dieses Abkommens aufmerksam. Das Atomabkommen beinhalte Risiken wie der Vertrag von Versailles, der zum 2. Weltkrieg geführt habe, mit bis zu 80 Millionen Kriegstoten.

Unterstützt der Iran nicht noch immer die Hisbollah im Libanon und die Houthi-Milizen im Jemen? Es sind Terrororganisationen, die insbesondere Israel gegenüber nicht wohlgesinnt sind. Kann es unter diesen Umständen verwundern, dass Netanjahu strikt gegen solch ein Abkommen ist? Auch angesichts der Tatsache, dass Iran das Existenzrecht Israels immer noch abstreitet.

Interessante Passagen:

Damit nicht eine spätere Macht in Teheran wieder schnell zur Bombe gelangen könnte, ist sehr detailreich geplant worden: Binnen zehn Jahren sollen mehr als zwei Drittel der bestehenden Anreicherungskapazitäten stillgelegt und mehr als 95 Prozent des angereicherten Urans verdünnt oder ausgeführt werden.

Iran darf nur 6000 von 19.000 Zentrifugen behalten, darunter 1000 in der umstrittenen unterirdischen Forschungsanlage Fordo. Dort aber sei kein spaltbares Material mehr zugelassen, heißt es in den Lausanner Eckpunkten. Für weitere 15 Jahre sind Anreicherung sowie Forschung und Entwicklung generell nur in engen Grenzen und unter strikter Kontrolle erlaubt. In summa sind das also 25 Jahre Kontrolle.

Als vor 15 Monaten die heißen Atomverhandlungen mit der jetzigen iranischen Regierung begannen, ließ die nachweislich alle Forschungsarbeit stoppen. Da war Iran bereits auf einem technischen Stand, binnen zweier Monate Atommacht werden zu können.

…unterliegen alle nuklearen Aktivitäten Irans nach den Vorstellungen von Lausanne bis zum vereinbarten Vierteljahrhundert der strengen Überwachung durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Kontrolleure dieser Agentur waren von Iran allerdings über Jahre hinweg ignoriert und ausgesperrt worden.

(Unterstreichungen von mir vorgenommen)

Ich habe von Atombomben & Co. absolut keine Ahnung. Aber könnte man mit Geld nicht Kontrollen umgehen oder Anlagen ins Ausland auslagern bzw. geheim halten? Theoretisch wäre das doch möglich, oder? Es bleibt zumindest immer noch das Restrisiko „Mensch“. Wollen wir dieses Risiko eingehen?

Ich hoffe nicht, dass dieses Pessach-Fest das letzte ist, das Israel in relativem Frieden feiern kann.

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