Der Westen kassiert sich selbst

Kisslers Konter: Zwei Attentäter schießen auf eine Ausstellung, in der Mohammed-Karikaturen gezeigt werden. Die Tat ist unentschuldbar. Dennoch sehen sich nun eher die Veranstalter als die Angreifer auf der Anklagebank. So verspielt der Westen sein Freiheitsversprechen, dessen Kern die Freiheit zum Streit ist – und die Bereitschaft, fremde und falsche Ansichten zu ertragen
Von Alexander Kissler

http://www.cicero.de/salon/islamistischer-anschlag-texas-der-westen-kassiert-sich-selbst/59214


Der Rechtspopulist (Anm. Geert Wilders) gilt als schmieriger Geselle, sein Identifikationspotential außerhalb der Sympathisantenszene ist gering. Doch hätte er den Tod verdient, entschuldigt die charakterliche oder weltanschauliche Disposition eines potentiellen Opfers die Täter, ein kleines bisschen zumindest? Offenbar tut sie das, lautet der Tenor der Berichterstattung doch, dies- und jenseits des Atlantiks: Selber schuld. Man weiß, was einem blüht, wenn man Muslime reizt.

Darüber aber gerät in Vergessenheit, dass das Umstrittene der Normalfall ist in einer freien Gesellschaft. Dinge sind nur dann umstritten, wenn man über sie streiten darf. Und wenn man öffentlich nicht mehr frei streiten darf, mit richtigen oder mit falschen Argumenten, ist es vorbei mit der Freiheit…Nicht am Umstrittenen geht eine freie Gesellschaft zugrunde, sondern an denen, die keinen Streit ertragen.

Dem kann ich mich nur anschließen.

Der Koran wartet immer noch darauf, gelesen zu werden. Ich spreche vermutlich den meisten aus dem Herzen, die genauso wie ich ein gewisses Unbehagen spüren, wenn sie an den Islam denken. In Zeiten rollender Köpfe fällt es zumindest mir schwer, den Islam als eine „Religion des Friedens“ zu betrachten, wie des Öfteren skandiert wird. Ob das stimmt, kann ich erst nach einer Lektüre des obigen Buches beurteilen. Wenn dass der Frieden ist, den der IS und die übrigen Halsabschneider uns bringen will, dann kann ich mit Freude darauf verzichten, insbesondere mit Rücksicht auf meinen Hals, der recht vorzüglich auf meine Schulter liegt. Man ist geneigt, in „populistischer Weise“ den Islamisten auch in unserem Lande zuzuschreien: Betet fünf Mal am Tag, wenn ihr wollt. Feiert Zuckerfeste, wenn ihr wollt. Aber lasst mich bloß in Ruhe.
Oder: Packt euer Beil ein und geht nach Hause.

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