Schamlos im Klassenzimmer

Einige Bundesländer wollen abstruse Vorstellungen einer „modernen Sexualpädagogik“ im Bildungsplan der Schulen verankern.

Ein Kommentar von Bernd Saur

http://www.focus.de/familie/schule/ein-kommentar-von-bernd-saur-schamlos-im-klassenzimmer_id_4212076.html

Saur soll aber betont haben, dass seine Kritik sich nicht auf Baden-Württemberg beziehe, sondern auf Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wo „Gender-Sexualpädagogen, neoemanzipatorische Sexualforscher und andere postmoderne Entgrenzer“ Einfluss auf Bildungsinhalte zu gewinnen drohten.

Dem SPD-Bildungspolitiker Stefan Fulst-Blei zufolge liegt eine „übelste Überspitzung“ vor. Er kritisierte, dass Saur die Themen aus ihrem möglicherweise pädagogischen Zusammenhang gerissen habe.

[…] So könne das Thema Spermaschlucken bei der Prävention in der Schule gegen Ansteckung mit dem HI-Virus eine Rolle spielen. Sexualpraktiken gerieten bei der Vermittlung von Wissen über Verhütung unweigerlich in den Fokus.[…]

SPD-Fraktionschef (BW) Claus Schmiedel war bzw. ist durch die Kritik von Saur so beleidigt, dass er „bis zu einer Entschuldigung nicht mehr mit dem Philologenverband zu reden“ beabsichtigte.

Die Bildungsexpertin der Grünen, Sandra Boser, meinte: „Was Bernd Saur von sich gibt, ist ekelhaft.“

Vielleicht sind manche Methoden der Sexualpädagogik einfach „ekelhaft“. In diesem Zusammenhang sei auf das Buch  „Sexualpädagogik der Vielfalt“ von Timmer/Tuider verwiesen, das von der Gesellschaft für Sexualpädagogik immer noch empfohlen wird, obwohl es von verschiedenen Verbänden heftig kritisiert wurde, unter anderem auch von „Zartbitter„, einem Verein gegen sexuellen Missbrauch. Die Gesellschaft für Sexualpädagogik soll eng mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammenarbeiten, die wiederum Maßnahmen zur Sexualaufklärung entwickelt.

Der Kommentar im Focus hat Saur auch Ärger von höchster Stelle beschert, nämlich von seinem Chef Andreas Stoch, noch Kultusminister in BW.

[…] Kultusminister Andreas Stoch (SPD) warf Saur am Dienstag in einem offenen Brief unverantwortlichen und unfairen Umgang mit dem Thema Akzeptanz sexueller Vielfalt vor. „Mit ihrem Kommentar tragen Sie wesentlich zu einer Verschärfung des öffentlichen Diskurses bei“, schreibt Stoch, der auch oberster Dienstherr des Ulmer Gymnasiallehrers ist. […]

Was ist an einer Verschärfung des öffentlichen Diskurses so schlecht? Schließlich betrifft der Bildungsplan viele Bürger von BW.

Die Empörung des Herrn Stoch scheint dennoch gefruchtet zu haben. Jetzt will Saur weder die baden-württembergischen Bildungspläne noch die der Kultusministerien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen im Blick gehabt haben.

Die Kritik aus der Politik muss immens gewesen sein. Saur sagte dazu:

(…) dass die „heftigen persönlichen Angriffe seitens des Kultusministers und der Regierungsparteien“ Grüne und SPD von der derselben Überspitzung geprägt seien, die ihm vorgeworfen worden sei. Ein einfaches Dementi, dass die Absichten im neuen Bildungsplan keinesfalls mit den Bestrebungen der genannten „Sexualpädagogen“ zu vergleichen seien, hätte nach seiner Meinung ausgereicht – „anstelle einer so heftigen Reaktion“.

Wie heißt es so schön im Volksmund? Getroffene Hunde bellen.

Auch hier der Fall?

Zumindest hat der Bundeschef des Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, Saur in Schutz genommen.

[…] Philologen-Bundeschef Meidinger erklärte, es gebe Sexualforscher und „interessierte Gruppen“, die ihre Handreichungen zu sexueller Toleranz in die Lehrpläne einspeisen wollten. Daraus gebe es „eindeutig“ auch Einflüsse in die erste, später überarbeitete Version der Lehrpläne im Südwesten. […]

Und genau diese Diskussionen scheinen der rot-grünen Regierung nicht zu schmecken.

Und jetzt zum Toleranz der vermeintlich so toleranten Befürworter des Bildungsplans. Die Toleranz reicht nicht weit. Warum sonst geht die Gewalt auf Demonstrationen gegen den Bildungsplan hauptsächlich von den Gegendemonstranten aus?

Sind die Gegendemonstranten einfach die „Guten“, die Gegner des Bildungsplans die „Bösen“ mit der vermeintlich falschen Meinung, deren Rechte nichts gelten?

Ist das die Denkweise der „Ach-so-Toleranten“? Der Autor Michael Klein hat zum Streit-Thema „Grenzen der Toleranz“ einen interessanten Beitrag geschrieben. Ihm zufolge bestünde das Problem mit der Meinungsfreiheit darin,

dass sie genutzt wird. Sie wird genutzt von Personen mit der falschen Meinug und in der Öffentlichkeit. Das Problem mit der Demonstrationsfreiheit ist dasselbe: prinzipiell nutzen die Falschen sie und laufen durch die politisch korrekt benannten Straßen im Muster-Deutschland, mit falschen Transparenten, falschen Slogans und in falscher Anzahl. […]

Das Beste kommt zum Schluss:

(…) Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand kritisierte CDU-Teilorganisationen wegen ihrer Teilnahme an den Protesten (…)

Und wo treiben sich die Grünen so rum? Doch nicht auf einer Demo gegen den G7-Gipfel, oder?

Wen kann man in diesem politischen Zirkus noch ernst nehmen?

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