Kabinett beschließt Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“

Das Kabinett wird in seiner Sitzung am morgigen Dienstag (16.6.) den landesweiten Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte“ beschließen. Dies hat Sozialministerin Katrin Altpeter mitgeteilt. Nach dem erneuten klaren Ja der Landesregierung zur „Ehe für alle“ am vergangenen Freitag im Bundesrat werde nun mit dem Aktionsplan auf Landesebene ein weiterer Schritt hin zu einer toleranten, bunten und vielfältigen Gesellschaft getan, so die Ministerin.

https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/kabinett-beschliesst-aktionsplan-fuer-akzeptanz-gleiche-rechte-baden-wuerttemberg/

Die aktuelle rot-grüne Regierung will mit diesem Aktionsplan Baden-Württemberg zu einem Vorreiter für Offenheit und Vielfalt machen. Sie reitet vor und vor und lässt die Bürger hinter sich.

Da kommt mir wieder der gute alte Erlkönig in den Sinn:

Wer reitet so vor durch Nacht und Wind?
Es sind die Grünen mit ihrem Kind;
Die Akzeptanz hab’n sie wohl im Arm,
  Sie faß’n sie sicher, sie halt’n sie warm.

Hier der Maßnahmenkatalog zum Aktionsplan „Akzeptanz und gleiche Rechte Baden Württemberg“. Wie aktuell dieser Katalog noch ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Der Katalog enthält drei Listen, die in „grün“, „gelb“ und „rot“ aufgeteilt sind.

Bei „grün“ soll man sich bereits einig sein, „gelb“ werde noch im Gremium diskutiert, „rot“ soll in den Aktionsplan aufgenommen, aber (vorerst) nicht umgesetzt werden.

Auf den ersten Blick fallen mir folgende interessante Details auf:

  • Einführung der dritten (sozialen) Elternschaft (Punkt 1.4; S. 7)
  • Vorträge bei Seniorennachmittagen (Punkt 1.6; S. 7) 🙂
  • Zuschüsse für Hochschulen kürzen/streichen, die ein veraltetes Menschenbild lehren (Punkt 2.5; S. 7)
  • LSBTTIQ-Themen im Integrationsbogen für Ausländer aufnehmen (Punkt 3.1; S.7)
    (Da können wir uns die Ausländer gleich vom Leib halten. Super gedacht, aktuelle rot-grüne Regierung.)
  • keine Unterstützung von/ keine Vergaben von Aufträgen an Institutionen, die diskriminieren (z.B.Kirchen)
    (Punkt 3.2; S. 7)
  • Sanktionen für transphobe/homophobe Medieninhalte, aktive Medienbeobachtung (was das auch immer heißen mag.) (Punkt 3.5; S. 7)
  • LSBTTIQ-Quote in den Medien (Punkt 3.5; S.7)
  • Kirchenrecht unter das AGG ordnen (Punkt 5.1; S. 8)
  • Strafbewehrung des § 5 AGG (Punkt 6.4; S. 8)
    etc. etc. etc.

Droht uns eine Autokratie? Zumindest diese Maßnahmen erwecken diesen Eindruck.

Während ich diesen Beitrag schreibe, fällt mir „Die Wahlesel“ ein, von Heinrich Heine.

Die Freiheit hat man satt am End,
Und die Republik der Tiere
Begehrte, dass ein einzger Regent
Sie absolut regiere.

Jedwede Tiergattung versammelte sich,
Wahlzettel wurden geschrieben.
Parteisucht wütete fürchterlich,
Intrigen wurden getrieben.

Das Komitee der Esel ward
Von Alt-Langohren regieret.
Sie hatten die Köpfe mit einer Kokard,
Die schwarz-rot-gold, verzieret.

Es gab eine kleine Pferdepartei,
Doch wagte sie nicht zu stimmen.
Sie hatte Angst vor dem Geschrei
Der Alt-Langohren, der grimmen.

Als einer jedoch die Kandidatur
Des Rosses empfahl, mit Zeter
Ein Alt-Langohr in die Rede ihm fuhr,
Und schrie: Du bist ein Verräter!

Du bist ein Verräter, es fließt in dir
Kein Tropfen vom Eselsblute.
Du bist kein Esel, ich glaube schier,
Dich warf eine welsche Stute.

Du stammst vom Zebra vielleicht, die Haut
Sie ist gestreift zebräisch.
Auch deiner Stimme näselnder Laut
Klingt ziemlich ägyptisch-hebräisch.

Und wärst du kein Fremdling, so bist du doch nur
Verstandesesel, ein kalter.
Du kennst nicht die Tiefen der Eselsnatur,
Dir klingt nicht ihr mystischer Psalter.

Ich aber versenkte die Seele ganz
In jenes süße Gedösel.
Ich bin ein Esel, an meinem Schwanz
Ist jedes Haar ein Esel.

Ich bin kein Römling, ich bin kein Slaw.
Ein deutscher Esel bin ich,
Gleich meinen Vätern. Sie waren so brav,
So pflanzenwüchsig, so sinnig.

Sie spielten nicht mit Galanterei
Frivole Lasterspiele.
Sie trabten täglich, frisch-fromm-fröhlich-frei,
Mit ihren Säcken zur Mühle.

Die Väter sind nicht tot! Im Grab
Nur ihre Häute liegen,
Die sterblichen Hüllen. Vom Himmel herab
Schaun sie auf uns mit Vergnügen.

Verklärte Esel im Gloria-Licht!
Wir wollen Euch immer gleichen
Und niemals von dem Pfad der Pflicht
Auch nur einen Fingerbreit weichen.

O welche Wonne, ein Esel zu sein!
Ein Enkel von solchen Langohren!
Ich möcht es von allen Dächern schrein:
Ich bin als ein Esel geboren.

Der große Esel, der mich erzeugt,
Er war von deutschem Stamme.
Mit deutscher Eselsmilch gesäugt
Hat mich die Mutter, die Mamme.

Ich bin ein Esel, und werde getreu,
Wie meine Väter, die Alten,
An der alten, lieben Eselei,
Am Eseltume halten.

Und weil ich ein Esel, so rate ich Euch,
Den Esel zum König zu wählen.
Wir stiften das große Eselreich,
Wo nur die Esel befehlen.

Wir alle sind Esel! I-A! I-A!
Wir sind keine Pferdeknechte.
Fort mit den Rossen! Es lebe, hurra!
Der König vom Eselsgeschlechte!

So sprach der Patriot. Im Saal
Die Esel Beifall rufen.
Sie waren alle national,
Und stampften mit ihren Hufen.

Sie haben des Redners Haupt geschmückt
Mit einem Eichenkranze.
Er dankte stumm, und hochbeglückt
Wedelt er mit dem Schwanze.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s