Hohelied der Liebe

Das Hohelied aus dem 13. Kapitel des 1. Korintherbriefs, von Paulus, ist das Schönste, was ich bislang zum Thema „Liebe“ gelesen habe. Ich hoffe, dass es euch genauso gut gefällt! 🙂

Das Wichtigste ist die Liebe

Wenn ich in allen Sprachen der Welt,
ja, mit Engelszungen reden kann,
aber ich habe keine Liebe,
so bin ich nur wie eine dröhnende Pauke
oder ein lärmendes Tamburin.

Wenn ich in Gottes Auftrag
prophetisch reden kann,
alle Geheimnisse Gottes weiß,
seine Gedanken erkennen kann
und einen Glauben habe,
der Berge versetzt,
aber ich habe keine Liebe,
so bin ich nichts.

Selbst wenn ich all meinen Besitz
an die Armen verschenke
und für meinen Glauben
das Leben opfere,
aber ich habe keine Liebe,
dann nützt es mir gar nichts.

Liebe ist geduldig und freundlich.
Sie ist nicht verbissen,
sie prahlt nicht und
schaut nicht auf andere herab.
Liebe verletzt nicht den Anstand
und sucht nicht den eigenen Vorteil,
sie lässt sich nicht reizen
und ist nicht nachtragend.
Sie freut sich nicht am Unrecht,
sondern freut sich,
wenn die Wahrheit siegt.
Liebe ist immer bereit
zu verzeihen,
stets vertraut sie,
sie verliert nie die Hoffnung
und hält durch bis zum Ende.
Die Liebe wird niemals vergehen.

Einmal wird es keine
Prophetien mehr geben,
das Reden in unbekannten
Sprachen wird aufhören,
und auch Erkenntnis wird
nicht mehr nötig sein.

Denn unsere Erkenntnis ist bruchstückhaft,
ebenso wie unser prophetisches Reden.

Wenn aber das Vollkommene da ist,
wird alles Vorläufige vergangen sein.

Als Kind redete, dachte und
urteilte ich wie ein Kind.
Jetzt bin ich ein Mann und habe
das kindliche Wesen abgelegt.

Jetzt sehen wir nur ein undeutliches
Bild wie in einem trüben Spiegel.
Einmal aber werden wir Gott
von Angesicht zu Angesicht sehen.

Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke,
doch einmal werde ich alles klar erkennen,
so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt.

Was bleibt, sind
Glaube, Hoffnung und Liebe.
Die Liebe aber ist das Größte.

(Übersetzung: Hoffnung für alle)

9 Gedanken zu “Hohelied der Liebe

  1. Kleine Korrektur „gefällig“ (entschuldige, ich kann es nicht lassen): „Hoffnung für alle“ ist keine Übersetzung, sondern eine Übertragung, d.h. ziemlich frei ins Deutsche übertragen (mit Betonung auf „ziemlich frei“) – im wahrsten Wortsinn!
    LG!

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  2. Danke für den Hinweis! Es ist schön, dass du es nicht „lassen“ kannst! Das macht das Blog-Schreiben interessanter. 🙂

    Ich kenne mich mit den Übersetzungen bzw. Übertragungen nicht sehr gut aus.
    Bevorzugst du eine bestimmte?
    „Hoffnung für alle“ hat den Vorteil, dass diese Variante relativ einfach zu verstehen ist.

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    1. Ups, es steht ja noch die Beantwortung deiner Frage an. Du fragtest, ob ich eine bestimmte Übersetzung bevorzuge.

      Das werde ich nicht (so wie du es dir vielleicht wünschst) beantworten. Ich kann dir nur sagen, welche Kriterien ich anlegen würde! …

      Zunächst einmal unterscheide ich streng nach Übertragungen und Übersetzungen. Ich habe unter deinem angegeben Link bei Wikipedia nachgelesen. Auch hier wird nicht zwischen den beiden Begriffen unterschieden und von Übersetzung gesprochen. Das ist falsch! Das, was sonst gesagt wird, ist nicht schlecht und man kommt zu der Frage, was man selbst will. Will man am Text arbeiten oder will man unterhalten werden? …

      Mir ist es zunehmend wichtig geworden, möglichst nahe am Urtext zu sein. Um unterhalten zu werden, kann ich auch auf andere Literatur zurückgreifen! …

      Ferner kommt hinzu, dass eine Übersetzung, die mir „liegt“, nicht unbedingt DEINE sein muss.

      Vorschlag: Unter „www.bibleserver.com“ werden verschiedene Übersetzungen (Übertragungen) angeboten, auch in ausländischer Sprache (linke Spalte). Rechts kannst du dann entsprechende Bibelstellen heraussuchen und die verschiedenen Versionen direkt vergleichen. Schau einfach mal nach! Interessant ist das allemal!

      Vielleicht findest du ja auch eine gute (theologische) Buchhandlung. Dort gibt es „ab und zu“ auch gute BeraterInnen!

      Wenn alle Stricke reißen, maile mich einfach an. Die Adresse findest du unter „Kontakt“!

      Liebe Grüße und einen schönen Tag dir!

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  3. Hallo!

    Danke für die ausführliche Antwort!
    Ich kenne „Bibleserver“. 🙂

    Als Einstieg finde ich „Hoffnung für alle“ nicht schlecht. Die sehr texttreuen Übersetzungen sind meiner Ansicht nach nicht leicht zu lesen. Wie du sagst, es ist dann Textarbeit, die Bibel zu lesen. Eine gesunde Kombination zwischen Textarbeit und Unterhaltung ist wohl das Beste. Schließlich sollte es auch Spaß machen, in der Bibel zu lesen. 🙂

    Ich wünsche dir ebenfalls noch einen schönen Tag!

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    1. Das ist woh so – es soll auch noch Spaß machen! Aber es gibt auch deutsche Übersetzungen, die leicht zu lesen sind.
      Ich muss gestehen, dass ich auf Hfa allergisch reagiere, da es nicht nur „lese-freundlich“, sondern teilweise auch richtig „falsch“ übertragen ist. Und wenn der eigentliche Sinn verändert wird oder gar verloren geht, finde ich das Ganze gar nicht mehr spaßig!!!

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  4. Vielen Dank für den Hinweis!

    Laut meiner Recherche ist „Shir HaShirim“ (wörtlich: „Das Lied der Lieder“) hier im Lande als Hohelied bekannt. Es soll sich „um eine Sammlung von zärtlichen, teilweise explizit erotischen Liebesliedern“ handeln, in denen „das Suchen und Finden, das Sehnen und gegenseitige Lobpreisen zweier Liebender geschildert wird“.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hoheslied

    Ich habe bereits gestaunt, als ich dieses Hoheslied zum 1. Mal gelesen habe. 🙂 Es zeigt m.E. deutlich, dass der Tanach bzw. die Bibel alles andere als lustfeindlich ist. Vielleicht wird es wieder Zeit, sich diese Verse zu Gemüte zu führen… 🙂

    Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute!

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