Abbas‘ Drohung könnte sein Volk in den Abgrund stoßen

Der palästinensische Präsident kündigt den Friedensprozess mit Israel auf. Die UN-Rede von Mahmud Abbas gewährt wichtige Einblicke in seine Strategie – die brandgefährlich ist.

Von Gil Yaron, Tel Aviv

http://www.welt.de/politik/ausland/article147075624/Abbas-Drohung-koennte-sein-Volk-in-den-Abgrund-stossen.html

Laut Yaron soll die gestrige Rede von Abbas praktisch jedoch keine Konsequenzen nach sich ziehen. Er macht (auch) Abbas für die Spannungen und Krawallen rund um den Tempelberg verantwortlich. Abbas habe in seinen öffentlichen Reden die Wut und Angst im (palästinensischen) Volk geschürt und damit die eskalierende Gewalt weiter angestachelt.

Abbas Strategie sei für Yaron klar:

Abbas wolle die Lösung, ohne darüber verhandeln zu müssen, wolle israelische Zugeständnisse, ohne eigene Kompromisse anzubieten. Hierfür sei es erforderlich, dass Abbas Verhandlungen weiter fernbleibt, ohne für ihr Scheitern verantwortlich gemacht zu werden. Israel solle als der einzig Schuldige gelten, und als Verantwortlicher für jede Eskalation. Gleichzeitig müssten die Krawallen in den umstrittenen Gebieten aber kontrollierbar bleiben, um den Machterhalt Abbas nicht zu gefährden.

Letztendlich habe die Rede von Abbas nur ein Ziel:
nämlich das verlorene Vertrauen seiner eigenen Bevölkerung zurückzugewinnen.

Abbas Rede sei grotesk, da er sich auf die PA beruft habe, um sich zu legitimieren. Die PA sei aber die direkte Folge der Osloer Friedensverträge, demnach die Verträge, die Abbas aufzukündigen drohte.

Abbas machte in seiner Rede allein Israel für das Scheitern der Osloer Verträge verantwortlich. Solange Israel nicht die mit den Palästinensern getroffenen Vereinbarungen umsetze und sich weigere, die Besiedlung der besetzten Gebiete zu stoppen und palästinensische Gefangene freizulassen, hätten die Palästinenser keine Wahl, als darauf zu bestehen, dass sie nicht die Einzigen seien, die sich an das Abkommen halten, welches Israel ständig verletze.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kritisierte die Rede Abbas scharf. Sie sei „trügerisch“ und fördere „Hetze und Gesetzlosigkeit im Nahen Osten“. Im Gegensatz zu den Palästinensern halte Israel strikt den Status quo auf dem Tempelberg aufrecht und sei dem auch weiterhin verpflichtet, in Übereinstimmung mit den Abkommen zwischen Israel und den Jordaniern und dem Waqf.

Hier die Rede von Abbas vor den UN:

http://bcove.me/ysxvxr3d (verkürzt)
http://webtv.un.org/search/palestine-general-debate-70th-session/4521123497001?term=abbas (vollständig)

Und hier die von Netanyahu:

http://webtv.un.org/watch/israel-general-debate-70th-session/4524065777001

Die muslimische Welt könne nur geheilt werden, wenn Muslime sich von den multiplen Krankheiten des Propheten lösten: “Selbstüberschätzung, Paranoia, Kritikunfähigkeit sowie die Neigung zum Beleidigtsein”.

An diese Aussage von Abdel-Samad musste ich denken, als ich diesen Artikel schrieb.

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