De Maizière ist nüchtern besser

Die Flüchtlinge in Deutschland seien oft undankbar, mäkelig beim Essen und gewaltbereit. Das zumindest behauptete der Innenminister. Er sollte es besser wissen.

Von

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-10/de-maiziere-fluechtlinge-zdf

Meiner Ansicht nach greift die obige Replik von Musharbash nicht (vollständig). De Maizière hat gerade nicht behauptet, dass alle Flüchtlinge sich schlecht benähmen, sondern seine Kritik ausdrücklich auf „einige“ beschränkt.

Desweiteren sehe ich eine Tendenz des Autors, die Probleme zu verharmlosen, auch bzgl. der den Flüchtlingen zugewiesenen Unterkunft. Natürlich kann auch ich verstehen, dass manche Flüchtlinge gerne woanders untergebracht werden wollen, zum Beispiel in der Nähe von Verwandten. Aber das ermächtigt sie nicht dazu, eigenmächtige Entscheidungen zu treffen.

Salopp gesagt, wenn ich tatsächlich aus einem Kriegsgebiet geflohen wäre, wäre ich in erster Linie darüber froh, in Sicherheit zu sein und nicht weiter um mein Leben fürchten zu müssen. Ich würde dem Ankunftsland eine gewisse Dankbarkeit entgegenbringen und versuchen, den Behörden die Situation einfacher zu machen. Dazu gehört bestimmt nicht, einfach „abzuhauen“ oder irgendwelche Notbremsen in Zügen zu betätigen.

Meine Kritik bezieht sich weiter auf das Essen. Der Autor Musharbash  meint, dass Gerüchte über nicht „halales“ Essen der Grund sei, warum die Flüchtlinge sich über das Essen beschweren würden. Was sagt uns das? (1) Die Flüchtlinge unterstellen den Behörden, sie nicht gemäß ihrer Religion zu versorgen. (2) Die Flüchtlinge sind misstrauisch. (3) Sie schenken allein Gerüchte so viel Bedeutung, dass sie deshalb „randalieren“.

Der Autor meint zu wissen, dass das „in einigen Fällen der wahre Grund für Beschwerden über das Essen war“. Und was sind die Gründe für die anderen Fälle?

Grundsätzlich: Wenn ich in ein fremdes Land fliehe, das nicht islamisch ist, werde ich doch ein gewisses Verständnis dafür aufbringen können, dass das Essen nicht 100 % „hahal“ sein kann und wird, oder nicht?

Bezüglich der Prügeleien macht der Autor geltend, dass die angespannte Situation in den überfüllten Heimen der Grund hierfür sei. Was ist der Grund für die überfüllten Heime? Die ungezügelte Migration. Was könnte die Lösung sein? Eine geordnete Migration und die schnelle Abschiebung bei aussichtslosen Fällen. Eine „Massenmigration“ und eine „angemessene“ Unterbringung, beides geht wohl leider nicht zusammen.

Letztendlich plädiert der Autor dafür, für die Flüchtlinge, die „Menschen, Individuen“ sind, Verständnis aufzubringen. Sie seien doch nur „extrem verunsichert“ und sie würden sich hier nicht auskennen. Aber wie weit soll denn dieses Verständnis gehen? Bis zur Selbstaufgabe?

Ich kann dem Autor beipflichten, dass „gute Erfahrungen“ mehr bringen „als erhobene Zeigefinger“.

Bis Flüchtlinge diese „gute Erfahrungen“ sammeln können, sollten sie sich meiner Ansicht nach aber dennoch um eine gewisse „Anerkenntniskultur“ bemühen, wie De Maizière gerade fordert.

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