Sex in der Box

In Köln werden Straßenprostituierte hofiert, in Dortmund verfolgt. Ein neues Gesetz soll ihre Lage verbessern, doch es zielt an den Problemen vorbei.

Von

http://www.zeit.de/2015/40/prostitution-garagenbox-schutz-ordnungsamt

Bei „Sex in der Box“ werden die Prostituierten vermutlich besser geschützt als bei Sex auf offener Straße. Aber noch besser wäre es meiner Ansicht nach, wenn Geld, Zeit und Mühe in (effektive) Ausstiegsmöglichkeiten für Prostituierte investiert werden. Dem obigen Artikel kann ich gerade entnehmen, dass die betroffenen Frauen in Köln nicht aus Freude an der Lust anschaffen gehen, sondern vor allem aus der Not heraus, insbesondere wegen einer Drogenabhängigkeit.

Unter diesen Umständen mutet es eigenartig an, wenn Gegner des Prostituiertenschutzgesetzes von der Selbstbestimmung, der Berufsfreiheit der Prostituierten sprechen.

Vielleicht ist das Prostituiertenschutzgesetz, das 2016 in Kraft treten soll, daher ein Schritt in die richtige Richtung. Es sieht als Kernelement die Einführung einer Erlaubnispflicht für alle Prostitutionsgewerbe vor, wobei die Ausübung der Prostitution an sich weiterhin erlaubnisfrei bleiben soll. In jedem Fall ist aber eine Anmeldung der Tätigkeit erforderlich. Die Anmeldung gilt für zwei Jahre. Bei jeder Anmeldung ist ein Informations- und Beratungsgespräch zu führen. Darüber hinaus müssen die Prostituierten vor Aufnahme der Tätigkeit und anschließend in jährlichem Rhythmus eine gesundheitliche Beratung beim öffentlichen Gesundheitsdienst wahrnehmen. Frauen unter 21 Jahren werden durch das neue Gesetz besonders geschützt: Die Anmeldung ist hier nur ein Jahr gültig, die Gesundheitsberatung muss halbjährlich durchgeführt werden.

Auf dem ersten Blick scheinen diese Neuregelungen ganz vernünftig zu sein. Es ist für mich deshalb nicht ersichtlich, weshalb einige Organisationen wie der „Deutsche Frauenrat“ das Prostituiertenschutzgesetz völlig ablehnen. Man beruft sich hierbei auf Grundrechte der Prostituierten oder kritisiert die Kontrolle und Überwachung derselben durch die neuen Vorgaben.

Man sagt so leichthin, dass die Prostitution das älteste Gewerbe der Welt sei. Ist es dann aber nicht gerechtfertigt, sie wie jedes andere Gewerbe auch der staatlichen Kontrolle zu unterwerfen?

Weitere Informationen:
http://www.bpb.de/apuz/155359/prostitution

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