Kar­ne­va­lesk in Bethlehem

Kinderaugen leuchten, wenn sie in die Schaufenster der deutschen Geschäfte blicken. Ein Sammelsurium von bunten Verkleidungen strahlt ihnen entgegen. Und die Kinder wissen: Fasching naht. Ein Karneval der tödlicheren Art fand in Bethlehem statt.

Während die Kinder hierzulande das Privileg haben, sich zwischen der Rolle als Prinz, Prinzessin, Indianer oder doch Biene entscheiden zu können, war die Verkleidung der palästinensischen Kinder während einer Parade der Fatah letzte Woche in Bethlehem eindeutig festgelegt.

In Selbstmordattentäter-Kostümen mit Bombengürtelattrappen und Spielzeuggewehre gesteckt, marschierten die Kinder mit, bei einer Parade, die anlässlich des 51. Jahrestages der ersten Terrorattacke durch die Fatah-Bewegung abgehalten wurde.

Mahmud Abbas war bei dieser Terrorverherrlichung nicht anwesend. Viele hochrangige palästinensische Beamte ließen sich eine Teilnahme jedoch nicht nehmen, wie Majed Faraj, Chef des palästinensischen Geheimdienstes. Oder Mahmoud Al-Aloul, Mitglied des Fatah Central Committee.

Zur Erinnerung: Fatah (und im Speziellen Abbas) ist der vom Westen für Israel auserkorene Friedenspartner im Nahostkonflikt. Ein Frieden, der angesichts der massiven Verherrlichung von Terror und Gewalt gegen Juden seitens der Fatah, die hier im Westen als gemäßigt gilt, mehr denn je in weiter Entfernung rückt.

Die Fatah verurteilt nicht die Gewalt gegen Juden, die vor einigen Monaten wie ein Tsunami über Israel hereingebrochen ist. Sie glorifziert vielmehr diese Attentäter, die in Israel unschuldige Zivilisten ermordet haben. Zivilisten, die einfach das Pech hatten, im falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu sein. Zivilisten, die an einer Bushaltestelle standen, einkaufen gingen oder einfach mit Freunden in einer Tel Aviver Kneipe saßen.

So verlautbarte die Fatah am 8. Januar 2016 auf Facebook über den Mörder Nashat Melhem, der am Neujahrstag drei Menschen in Tel Aviv abknallte:

“Nashat Melhem died as a Martyr (Shahid) after an armed confrontation in the courtyard of a mosque in Umm Al-Fahm on blessed Friday, congratulations and may Allah receive you in Heaven”

[übersetzt von Palestinian Media Watch]

Ein „Shahid“ ist nach Wikipedia jemand, der bewusst für seinen islamischen Glauben und demnach für Allah stirbt. Nashat Melhem hat der Fatah zufolge seinem Gott Allah gehuldigt, indem er drei Menschen ermordete. Hat auch Nashat Melhem auf die 72 Jungfrauen („Huris“) gehofft, die dem islamischen Glauben zufolge im Paradies auf die Gläubigen warten? Jungfrauen „mit schwellenden Brüsten“, die nach der Interpretation eines Koranforschers mit dem Pseudonym „Christoph Luxenberg“ es tatsächlich nicht geben soll.

Männer, zieht eure Sprengstoffgürtel aus, vergrabt eure Gewehre im Garten!

Es sind vermutlich nur köstliche Weintrauben, die im Paradies auf euch warten. „Christoph Luxenberg“ geht nämlich von einer Fehlinterpretation des Wortes „Hur“ aus. In seinem Buch „Die syro-aramäische Lesart des Koran“ legt er diesen Begriff als „weiße, juwelengleiche“ aus. Im Syrischen sei dies ein gängiger poetischer Hinweis auf Weintrauben. Früchte, die in den Paradiesvorstellungen des Orients von alters her als Sinnbild von Wohlleben und Behaglichkeit gelten sollen. Von Jungfrauen sei nirgendwo die Rede.

Und nun zurück zu den irdischen (Mord-)Gelüsten manch eines Palästinensers:

Interessanterweise postete die Fatah im Fall Nashat Melhem passenderweise nur ein Bild des toten Terroristen. Wäre die Propaganda der Fatah vereitelt worden, wenn sie zusätzlich auch ein Bild der drei von Melhem ermordeten Israelis hinzugefügt hätte? Des Weiteren sei Melhem laut PA ein Opfer gewesen. Er sei von Israel ermordet worden, wie in den einschlägigen Kreisen bei Terroristen bekanntlich propagiert.

Dass Hitler in den arabischen Kreisen immer noch einen hohen Stellenwert hat, dürfte sich herumgesprochen haben. Haben sich die Palästinenser auch die unmenschliche Taktik der Nazis abgeschaut, Kinder und Jugendliche als „Kanonenfutter“ zu missbrauchen, wie in der Kriegsendphase in Deutschland geschehen?

 

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