Der Herr ist mein Hirte

 

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Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

(Luther 1984)

Dieser schöne Psalm 23, auch als „Hirtenpsalm“ oder „Psalm vom guten Hirten“ bekannt, wird David zugeschrieben. David lebte um 1000 v. Chr und war nach Saul der zweite König von Israel.

In diesem poetisch religiösen Text wird das bedingungslose Vertrauen Davids in Gott thematisiert. Es wird darin das Bild eines Gottes gezeichnet, der uns wie ein guter Hirte auf unserem gesamten Lebensweg begleitet, uns durch all die Unwägbarkeiten des Lebens hinweg behütet und begleitet.

Der Überlebende

Imre Kertész fand eine Sprache für das Unsagbare. In seinem Werk ging es ihm um die literarisch ausgedrückte Wahrheit des Holocaust. Zum Tod des Nobelpreisträgers

Von Fokke Joel

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-03/imre-kertesz-nachruf

Kertész begriff den Holocaust als universale Katastrophe der europäischen Kultur. Mit Auschwitz gehöre die fabrikmäßige Ermordung von Menschen nicht allein zur deutschen, sondern auch zur europäischen Kultur. Daher werde und dürfe uns Nachgeborenen das Bewusstsein des immer wieder möglichen Bankrotts dieser Kultur nicht mehr verlassen.

 

Frauen des Exils: Elisabeth von Janstein

Heute gibt es ein Gedicht von der fast vergessenen Autorin Elisabeth von Janstein. Janstein (Geburtsname: Elisabeth Jenny Janeczek) war eine böhmisch-österreichische Dichterin und Journalistin, die 1938 nach England fliehen konnte. 1939 wurde sie in England als sog. „enemy alien“ verhaftet. Im Frauengefängnis Holloway verfasste Janstein ein Tagebuch („Holloway Journal“), das bislang unveröffentlicht ist. Sie verstarb 1944 an den Folgen eine Operation.

Radio-Porträt

 

Wand an Wand

Müde bin ich, geh zur Ruh,
Nebenan dein Atmen, du, –
Wenn dein Mund im Schlaf mich nennt,
Weiß ich, daß dich Sehnsucht brennt.

Deines Blutes roter Gang
Geht mein Herz im Traum entlang.
Blüht die Wiese, weites Land,
Pflückt die Blumen meine Hand.

Strömst du weit in Flüssen hin,
Weißt, daß ich zur Seite bin,
Naht sich dir Gefahr und Not,
Teile ich mit dir den Tod.

Dehne deiner Arme rund,
Weich entgegen meinem Mund,
Nimm das aufgebrochne Wort
Zart von meinen Lippen fort.

Müde bin ich, geh zur Ruh,
Nebenan dein Atmen, du –
Bette deinen Kopf zur Wand,
Nah, dann fühlst du meine Hand.

Ein radikaler Erzähler

Zum hundertsten Todestag von Henry James, dem großen Menschenforscher mit dem durchdringenden Blick

Von Ulrich Greiner

http://www.zeit.de/2016/10/henry-james-literatur-romane-todestag

 

Wer Bücher liebt, dem stehen Welten offen.

Es gibt noch unzählige literarische Welten, die ich noch nicht erkundschaftet habe. Dazu gehört auch der Kosmos von Henry James, der laut Artikel „dem Los der Menschen auf den Grund gehen“ und „das dunkle Rätsel ihres Strebens erhellen“ wollte, und dabei so weit oder tief wie keiner vor ihm gekommen sei.

Diese Beschreibung macht Lust auf mehr.

 

Mascha Kaléko: Letztes Lied

Diese Vertonung von „Letzes Lied“ ist hervorragend. Das Gedicht wird von Fritz Stavenhagen vorgetragen, die Musik stammt von Herb Weidner „Pico DellaMirandola„.

 

 

Tragischerweise überlebte Mascha Kaléko ihren einzigen Sohn Steven Vinaver, der 1968 im Alter von 31 Jahren nach einer schweren Krankheit verstarb.

Hier ein interessanter Nachruf für Mascha Kaléko von ihrer Nachlassverwalterin Gisela Zoch-Westphal (von 2007):

http://www.welt.de/welt_print/article914052/Mein-Lied-geht-weiter.html

 

Mascha Kaléko – „Sozusagen grundlos vergnügt“

Wir brauchen dringend Aufheiterung, Schönheit und Freude. Heute gibt es daher ein Gedicht von Mascha Kaléko, das vor Freude und Vergnügen überfließt.

Viel Spaß beim Mitfreuen und Grundlos-Vergnügtsein! 🙂

Sozusagen grundlos vergnügt

Rezitation: Carmen Maja Antoni

„Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.“

Das wäre doch ein schönes Lebensmotto!