„Der Berliner Zoo war wirklich besonders“

Marianne Salinger erinnert sich gern an den Berliner Zoo. Im März 1938 wollte dieser bereits den Zutritt für Juden begrenzen. Nun arbeitet der Zoo seine Geschichte auf.

http://www.zeit.de/video/2016-05/4886590000001/nationalsozialismus-der-berliner-zoo-war-wirklich-besonders

Da hat sich der Zoo aber Zeit gelassen! Aber wie heißt es so schön: Besser spät als nie.

Liegt die verspätete Bewältigung der eigenen Geschichte tatsächlich daran, dass „Institutionen immer eine Zeit brauchen, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen“, wie der Ausstellungskurator Clemens Maier-Wolthausen zu bedenken gibt?

 

 

Koloriertes Foto: Jüdischer Gottesdienst im Schloss Rheydt

Das Foto wurde 1945 aufgenommen. Es zeigt jüdische Soldaten der amerikanischen Armee während eines Gottesdienstes im Schloss Rheydt. Das Interessante daran ist, dass dieses Schloss dem „Schrei- und Propagandaminister“ Joseph Goebbels gehörte.

http://anamnesisss.deviantart.com/art/Jewish-service-in-Goebbels-s-house-1945-599266816

Im Zusammenhang mit Goebbels ist erwähnenswert, dass er jahrelang mit einer Lehrerin namens Else Janke liiert war, die eine jüdische Mutter hatte und nach jüdischem Gesetz demnach als Jüdin galt.

Goebbels hatte Tagebücher geschrieben, die für die Erforschung der Geschichte der NSDAP und des „Dritten Reiches“ sehr interessant sind.

BBC hat diese Tagebücher im Rahmen einer Dokumentation auf Englisch vertont. Bislang habe ich es noch nicht geschafft, mir die ganze Doku reinzuziehen. Unsinn kann man nur kurz ertragen.

 

Der Überlebende

Imre Kertész fand eine Sprache für das Unsagbare. In seinem Werk ging es ihm um die literarisch ausgedrückte Wahrheit des Holocaust. Zum Tod des Nobelpreisträgers

Von Fokke Joel

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-03/imre-kertesz-nachruf

Kertész begriff den Holocaust als universale Katastrophe der europäischen Kultur. Mit Auschwitz gehöre die fabrikmäßige Ermordung von Menschen nicht allein zur deutschen, sondern auch zur europäischen Kultur. Daher werde und dürfe uns Nachgeborenen das Bewusstsein des immer wieder möglichen Bankrotts dieser Kultur nicht mehr verlassen.

 

The oldest man on earth – Holocaust survivor Israel Kristal

The oldest living man in the world is a survivor of Auschwitz, the biggest death camp in the history of mankind, and he has lived in Haifa, Israel since 1950. Israel Kristal, 112.5, Israeli Holocaust survivor, was officially announced on Friday by Guinness World Records as the oldest known man living.

By Ron Paz, Israel Government Press Office

http://mfa.gov.il/MFA/IsraelExperience/People/Pages/Oldest-man-on-earth-Holocaust-survivor-Israel-Kristal-14-Mar-2016.aspx#

Eine tolle Nachricht, die mir den Tag auf jeden Fall versüßen wird!

Ich wünsche euch allen, ob persönlich bekannt oder nicht, ein wunderschönes Osterfest!

 

Holo­caust-Held oder Que­ru­lant?

Dass ein Justizminister einen Richter verklagt, ist in Deutschland ein ausgesprochen seltener Vorgang. Wenn der Richter sich zudem Verdienste um Holocaust-Opfer erworben hat, droht daraus ein internationales Politikum zu werden.

http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/richter-verdienste-opfer-holocuast-verklagt-nrw-justizminister/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=LTO-Newsletter+11%2F2016

Beim obigen Richter handelt es sich um Jan-Robert von Renesse, der am LSG Essen tätig ist. Er war von 2006 bis zu seiner Versetzung im Frühjahr 2010 für Entscheidungen über Ghettorenten zuständig. Unter den von Renesse geleiteten Verhandlungen erhöhte sich die Bewilligung der Anträge erheblich. Dies mag an seiner Vorgehensweise gelegen haben: Für von Renesse war die Entscheidung nach Aktenlage nicht ausreichend. Er ist daher zu den Überlebenden nach Israel gereist, um sie dort persönlich anzuhören. Auch holte von Renesse historische Gutachten ein, um genaue Erkenntnisse über die Arbeitsbedingungen in den Ghettos zu erfahren. Dadurch konnte er in etwa 60 Prozent der Fälle den Anträgen stattgeben. Vor seiner Zuständigkeit sollen demgegenüber ca. 90 % der Rentenanträge abgelehnt worden sein.

Nun steht von Renesse wegen Rufschädigung der Sozialgerichtsbarkeit in Düsseldorf vor Gericht. Konkret handelt es sich um bestimmte Aussagen in seiner Petition an den Bundestag von 2012, in der er die Änderung des Ghettorentengesetzes sowie die rückwirkende Auszahlung der Rente verlangte. In dieser Petition prangerte von Renesse  jedoch zugleich die Justiz in NRW an: Holocaustüberlebende haben seiner Meinung nach in NRW kein faires Verfahren erlebt. Sie seien von der Justiz um ihre Ansprüche gebracht worden.

Die Petition war erfolgreich. Im Juni 2014 wurde das sog. Ghettorentengesetz zu Gunsten der Betroffenen geändert.

Es bleibt abzuwarten, ob von Renesse auch in eigener Sache Erfolg haben wird.

 

„Mein Vater gehörte zur Elite des NS-Staates“

Die Neuverfilmung von „Das Tagebuch der Anne Frank“ kommt am Donnerstag in die Kinos. Das Drehbuch stammt vom Juristen Fred Breinersdorfer, der im Interview verrät, warum er sich erneut mit einem Stück über die NS-Zeit befasst hat.