Mit der Machete durch die Stadt gelaufen

Zuerst tötet er eine Frau, dann terrorisiert und verletzt er in Reutlingen Passanten und Autofahrer. Vermutlich war es eine Beziehungstat, doch für viele steht die Nationalität des Täters im Vordergrund.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/messerattacke-in-reutlingen-mit-der-machete-durch-die-stadt-gelaufen-14356163.html

Beim Täter soll es sich um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien handeln. Laut meiner Information sei der Täter von der Arbeit in einem türkischen Restaurant in Reutlingen nach Hause geschickt worden, da er sich eigenartig benommen habe. Er soll sich darüber beklagt haben, dass er von jemandem verfolgt werde und auf der Flucht sei. Mit der getötete Frau habe er eine Beziehung gehabt. Sie sei im vierten Monat schwanger gewesen. Ein BMW-Fahrer habe den Täter außer Gefecht gesetzt, indem er ihn absichtlich mit seinem Auto angefahren habe.

Die Hintergründe der Tat können vermutlich erst geklärt werden, wenn der festgenomme Täter wieder vernehmungsfähig ist.

Eine explosive Zeit, in der wir gerade leben…

„We’re both strugglers, fighters.“: Dokufilm „Germans & Jews“

Wie der Titel bereits ankündigt, hat diese Dokumentation das deutsch-jüdische Verhältnis zum Inhalt. Ausgehend von persönlichen Geschichten wird ausgeleuchtet, wie in Deutschland der Mantel des Schweigens heruntergerissen wurde und nach vielen Jahren der Verdrängung endlich ein offener Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit möglich werden konnte.

Ist Versöhnung 70 Jahre nach Ende des Holocausts möglich? Was denken die Juden und Deutschen von heute übereinander?

Trailer „Germans & Jews“

Filmseite

Abschied vom Land des Zorns

Die jüdische Bloggerin Juna Grossmann bekommt regelmäßig Hasspost. Seit der Ton schärfer geworden ist, denkt sie über das Auswandern nach. Doch wohin soll sie gehen?

Interview: Hannes Leitlein

http://www.zeit.de/2016/27/juna-grossmann-juedische-bloggerin-hassposts-auswandern

Mir scheint, dass in letzter Zeit der Wind des Hasses über Europa fegt. Wut beherrscht das Land.

Menschen fühlen sich zu kurz gekommen, haben Angst, von ihrem Komfort etwas abgeben zu müssen. Ist das der Grund, warum der Ton schärfer, hasserfüllter wird? Hemmungen, die der Anstand gebietet, scheinen mit jedem Tag mehr wegzufallen.

Frau Grossmann erklärt sich den Hass ihr und anderen Juden gegenüber damit, dass die Leute sich offenbar zurückgesetzt fühlten. Diese zögen sich in eine Gruppe zurück, fühlten sich stark und sagten, was sie sich vorher nicht getraut hätten. Es fände ein lautes, pöbelhaftes Einschlagen auf Gruppen statt, die schwächer seien. Diese Menschen schaukelten sich gegenseitig hoch, weil sie sich nicht noch mal rausziehen und nachdenken würden.

Damit wird von der Bloggerin die negative Seite der Gruppendynamik beschrieben, die erschreckende Ausmaße annehmen kann, wie die Geschichte uns bereits gezeigt hat.

In diesem Zusammenhang fällt mir Erich Kästner ein, der nicht nur Kinderbücher wie „Das fliegende Klassenzimmer“ schrieb, sondern auch ein scharfer Beobachter der „erwachsenen“ Welt war, wie sich im folgenden zynischen Gedicht zeigt:

Die Welt ist rund

Text

Das Menschenbild von Kästner mag dem Umstand geschuldet sein, dass er in Zeiten von Naziterror lebte und hier die Auswüchse der menschlichen Natur beobachten konnte.

Ob Kästner das gleiche Urteil über unsere heutige Welt treffen würde? Vermutlich ja.

 

Wie arm wird Deutschland?

Droht in Deutschland massenhaft Altersarmut, oder schüren Sozialverbände und Medien lediglich Panik? Die Wahrheit ist kompliziert, aber auch besorgniserregend.

Von Bastian Brauns

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-05/altersarmut-deutschland-politik-medien-armut-panik

Wie sieht es nun mit der Altersarmut aus?

Dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung zufolge werden 5 Prozent der Deutschen, die 2030 in Rente gehen, zusätzlich auf staatliche Grundsicherung angewiesen und demnach arm sein. Der Wirtschaftswissenschaftler Axel Börsch-Supan, seines Zeichens Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik, geht von einer allmählich ansteigenden Altersarmut unter den über 65-Jährigen aus. Er rechnet laut Artikel mit einer Verdopplung der Altersarmut von derzeit drei auf sechs Prozent.

Fakt ist, dass die Zahl der Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, sich seit 2003 mehr als verdoppelt hat. Heute sind etwa 536.000 Rentner zusätzlich auf diese Sozialleistung angewiesen.

Interessanterweise soll auch die Zahl der Menschen, die schon vor 65 wegen einer bestehenden Erwerbsminderung auf Dauer ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Erwerbstätigkeit bestreiten können, sich seit 2003 von rund 180.000 auf momentan mehr als 500.000 beinahe verdreifacht haben.

Im Jahr 2015 hätten mehr als eine Million Menschen Grundsicherung im Alter oder wegen Erwerbsminderung bezogen. Im Vergleich dazu seien es 2003 etwa 440.000 Menschen gewesen.

Bei Berücksichtigung des relativen Armutsbegriffes des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes würden gar 14,4 Prozent der über 65-Jährigen aktuell als arm gelten. Nach diesem Armutsbegriff gelten alle Personen als arm, die in Haushalten leben, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte (sog. Medianeinkommen) beträgt.

Im Artikel wird ferner eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2015 erwähnt, derzufolge sogar ein Mindestlohn von mehr als zehn Euro nicht dazu führen würde, eine gesetzliche Rente oberhalb der Grundsicherung zu erhalten. Müsste der Mindestlohn angesichts dieser Entwicklung nicht konsequent erhöht werden?

Zusammenfassend wird die Altersarmut ohne politische Maßnahmen kontinuierlich steigen, aber laut Experten nicht so massenhaft wie befürchtet.

 

Das Verwelken der Sozialdemokratie

Die sozialdemokratischen Parteien Europas erleiden einen einzigartigen Niedergang. Um zu überleben, müssten sie sich neu erfinden. Doch noch suchen die Parteieliten ihr Heil in alten Rezepten.

Kommentar von Peter Rásonyi

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/leitartikel-das-ende-der-sozialdemokratie-ld.83738

Trotz anderweitiger Mitgliedschaft habe ich immer noch ein Faible für die SPD, die sich seit Jahrzehnten – mal mehr, mal weniger – für die Belange der „Arbeiterklasse“ eingesetzt hat. Und nun der Absturz dieser alteingesessenen Partei in den letzten Jahren, den ich mit Wehmut und Sorge betrachte.

Rásonyi sieht die Gründe für den Niedergang der sozialdemokratischen Parteien in ganz Europa darin, dass es den Sozialdemokraten nicht gelungen sei, ihre wegbrechenden Existenzgrundlagen (durch Rückgang der Arbeiterschaft infolge der fortschreitenden Industrialisierung sowie durch Verflüchtigung von linken ideologischen Überbauten und sozialistische Utopien) weitgehend durch neue Ideen und Projekte mit ähnlicher Anziehungskraft zu ersetzen.

Anstatt sich neue identitätsstiftende Ziele zu suchen, verbissen sich führende europäische Sozialdemokraten in die muffigen Rezepte der Vergangenheit. So würde sich die SPD wider alle Vernunft auf eine Rücknahme der Rentenreformen versteifen, die im letzten Jahrzehnt mit Müh und Not durchgesetzt worden seien.

Auch sei die Abhängigkeiten gegenüber den Gewerkschaften gefährlich, da deren Mitgliederbasis wegen der Deindustrialisierung weitgehend auf den vergleichsweise gut bezahlten und abgesicherten öffentlichen Sektor geschrumpft sei. Hierdurch werde die ursprüngliche soziale Basis – die schlecht bezahlten, marginalisierten Unterschichten – oft vernachlässigt. Diese fänden dann Zuflucht bei den neuen rechtsnationalen Parteien.

Dem Autor zufolge sollen sich die Sozialdemokraten auf ihre Kernaufgaben besinnen und sich einer praktischen, problemorientierten, zukunftsoffenen Politik öffnen. Hierfür sei der Abschied von sozialistischen Illusionen und Identitäten erforderlich. Was die Kernaufgaben der Sozialdemokraten im Detail sind, wird im Artikel leider offen gelassen.

Israelkongress 2016

Am 19. Juni 2016 findet in Frankfurt der 4. Deutsche Israelkongress statt, der von ILI – I LIKE ISRAEL e.V. in Kooperation mit der Israel Allies Foundation veranstaltet wird. Dieser Kongress dient den Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Geplant ist ein „vielfältiges Programm zu Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Religion“.

Sacha Stawski, Vorsitzender von ILI

 

Weitere Informationen:

http://israelkongress.de/