Rückkehr in die Normalität?

Seit Tagen ist es ruhig in Ramat Gan, Gott sei Dank, denn wir ziehen gerade um! Meine Gastfamilie zieht ein paar Häuser weiter. Raketen würden uns gerade noch fehlen!

Ich bin mir sicher, dass einige von euch einen Schock bekommen würden, wenn sie die „neue“ Wohnung bei Übergabe gesehen hätten. Von „deutscher Gründlichkeit“ keine Spur, Schönheitsreparaturen unbekannt. Ob das immer so ist, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall hat „meine Familie“ eine Putzfirma mit der Reinigung beauftragt, die nur das Gröbste entfernt hat. Und die hat alleine schon einen Tag gebraucht! Andere Länder, andere Sitten?

Das Leben hier scheint seinen gewohnten Gang zu gehen. Es bleibt abzuwarten, ob die jetzige Waffenruhe, die morgen um 23 Uhr MESZ abläuft, verlängert wird. Besteht tatsächlich Hoffnung auf Frieden oder ist das nur die Ruhe vor dem Sturm?

Wenn ich mir die Charta der Hamas auch nur oberflächlich anschaue, bin ich mir nicht sicher, ob überhaupt irgendeine Lösung zustande kommen könnte:

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Straßenmusik in Tel Aviv

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Auf meinen Streifzügen durch Tel Aviv bin ich hier in der Allenby Street „hängengeblieben“. Es war sehr gemütlich. Die Musikerin hat Stühle hingestellt, die Passanten haben mitgesungen und geklatscht.

Ich habe leider nicht verstanden, was sie gesungen hat, gehe aber davon aus, dass es sich um bekannte israelische Schlager handelt.

 

Neues von mir…

Mir geht es super. Seitdem die Hamas-Raketen nicht mehr fliegen, kann ich mich besser entspannen, logisch.

Ich habe zuletzt am Sonntag einen Raketenalarm miterlebt, ausgerechnet in einem Kleidungsgeschäft. Zum Glück habe ich mich noch nicht umgezogen, sonst wäre es stressig gewesen, sich schnell wieder anzuziehen. Ich habe aber gehört, dass die Leute aus dem Süden das ruckzuck können. Manche haben ja auch nur 15 Sekunden Zeit…

Ich hoffe, dass die Waffenruhe dieses Mal eingehalten wird und die Parteien zu einer Regelung kommen. Das würde ich mir für die Bewohner des Gazastreifens wünschen, aber auch für die Israeli, die schon jahrelang unter Raketenbeschuss leiden, besonders für die im Süden.

Die Arbeit läuft gut, vor einigen Tagen habe ich eine tolle Entdeckung gemacht (zumindest ich war ganz „begeistert“!).

Ihr kennt bestimmt alle Helmut Schmidt, oder? Bei Bearbeitung einer Akte bin ich zufällig auf den leiblichen Großvater von ihm gestoßen, ein jüdischer Bankkaufmann. Der Vater von Helmut Schmidt, Gustav Schmidt, stammte aus einer flüchtigen Affäre und wurde nach der Geburt von der Familie Schmidt adoptiert.

Laut Gesetzeslage ohne nähere Prüfung hätte Helmut Schmidt theoretisch einen Anspruch auf Zahlung aus dem Fonds, den die Claims Conference (dazu später! Für die Ungeduldigen: http://www.claimscon.org/) für die Überlebenden des Holocaust und ihrer Angehörigen eingerichtet hat!

Ich fand diese Entdeckung total überraschend. Es ist unglaublich, wie präsent die Vergangenheit noch manchmal ist. Die Familiengeschichten und Tragödien, die hinter jedem Fall stecken, machen mich sprachlos und traurig, gerade und besonders angesichts des grassierenden Antisemtismus in Deutschland. Die Geschichtsbewältigung ist nicht einmal abgeschlossen, schon geht es wieder los…

Jetzt könnte ich wieder ans Reisen denken. Bis jetzt war ich nur in Tel Aviv und eine längere Zeit in Jerusalem. Aber um den Süden werde ich wahrscheinlich weiterhin einen Bogen machen…

Tunnelentwicklungsgeld

Jetzt wissen wir endlich, wohin die EU-Fördergelder hingehen!

Die Hamas hat 100 Millionen Dollar in ihr Tunnelimperium investiert. Aus die Maus! Die israelische Armee hat mindestens 32 dieser Tunnel entdeckt und gesprengt.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/israel-zieht-bodentruppen-komplett-aus-gaza-ab#player0

Zwischen 2008 und 2012 hat allein die EU im Rahmen eines Hilfsprogramms namens PEGASE Palästina etwa 1 Milliarde Euro überwiesen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article122816644/EU-zahlt-Millionen-fuer-Nichtstun-in-Palaestina.html

http://www.enpi-info.eu/library/content/pegase-direct-financial-support-palestinian-government

Es grenzt an Dummheit und historischer Ignoranz, angesichts dieser finanziellen Lage das Leben im Gazastreifen mit einem KZ zu vergleichen.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/747472/Frankreich_Grune-Kandidatin-vergleicht-Gaza-mit-KZ

http://www.bild.de/regional/bremen/demonstrationen/hass-demo-zieht-durch-die-stadt-36951486.bild.html

Zur Erinnerung:

"Unterernährte
Überlebende nach der Befreiung Auschwitz

Es gibt weitaus schlimmere Bilder, die ich euch aber gerne ersparen möchte.

Übrigens, 2011 starben im Somalia rund 258.000 Menschen an den Folgen der Unterernährung. 133.000 der Opfer waren Kinder unter fünf Jahren gewesen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-05/somalia-hungerkatastrophe-un-bericht

Hätten wir uns damals genauso engangiert und aufgeregt wie heute in Bezug auf den Konflikt im Gazastreifen, hätten all diese Kinder vielleicht gerettet werden können.

Aber es handelte sich ja nicht um Israel…

Terror in Jerusalem

Der Terror hat in Jerusalem erstmals seit Beginn der Militäroffensive im Gaza ein Menschenleben gefordert. Nach Polizeiangaben überrollte heute gegen 14.40 Uhr MEZ ein Araber aus Ost-Jerusalem mit einem Bagger einen Juden zu Tode. Ein Bus wurde gerammt und kippte um. Sechs weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei geht von einem Terroranschlag aus.

Wenn ich mir das Video dazu ansehe, würde ich auch einen terroristischen Hintergrund annehmen.

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/183705

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„Völkerrechtsverstöße nur durch Hamas“

Dem Völkerrechtsexperten Claus Kreß zufolge gibt es im Gaza-Konflikt derzeit keine Anzeichen für israelische Kriegsverbrechen.

Prof. Claus Kreß ist neben seiner Lehrtätigkeit an der Uni Köln u.a. noch Direktor des Kölner Instituts für Friedenssicherungsrecht an der Universität Köln.

http://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Kre%C3%9F

Er stellt bei der Hamas klar „grobe Verstöße gegen das Konfliktvölkerrecht“ fest, da sie „gezielte Angriffe auf die israelische Zivilbevölkerung unternimmt.“

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Raketenalarm…

Die erste Nacht in Ramat Gan, und schon fängt der Terror wieder an.

Vor einigen Minuten gab es einen Luftalarm, den ersten seit einer Woche. In Jerusalem war es erstaunlich ruhig, hinsichtlich der Raketen, nicht der nächtlichen Ruhestörung (siehe Bericht).

 

Nachtrag:

Ich habe gerade auf Ynet gelesen, dass heute um 20 Uhr auch Raketen auf Jerusalem geschossen wurden, von irgendwelchen verrückten Dschihadisten. Ich habe das Gefühl, dass die Hamas langsam, aber sicher die Kontrolle über ihr eigenes Gebiet verliert.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4551975,00.html

 

 

Nichts mit der Nachtruhe….

Ich habe zufällig einen Artikel mit Video gefunden, der deutlich macht, warum ich seit Tagen unter Schlafmangel leide.

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/183405

Das besagte muslimimische Viertel Tzur Baher liegt leider auch in meiner Hörweite, sodass ich jedes Mal aufwache, wenn das Geschrei anfängt (aufgrund meiner Müdigkeit kann ich mich nicht zu „Political Correctness“ aufraffen, sorry).

Muss es unbedingt mitten in der Nacht sein? Und so laut?

Interessant wäre, ob das nur während des Ramadans so ist, oder ob dieser Geräuschpegel schon einen „Normalzustand“ darstellt.

Die Gemeinde Jerusalem möchte nun überprüfen, ob die nächtliche Ruhestörung rechtswidrig ist.

Reise nach Jerusalem…

Heute wieder etwas Neues von mir:

Momentan befinde ich mich in Jerusalem. Auf der Hinfahrt von Ramat Gan nach Jerusalem geisterte mir immer wieder im Kopf herum, was wäre, wenn jetzt eine Bombe hochgeht. Vielleicht habe ich doch mehr Angst, als ich es mehr selbst eingestehe. Die Busse nach Jerusalem werden, im Gegensatz zu Reisen vom Zentralbusbahnhof aus, nicht kontrolliert, theoretisch könnte man eine Bombe im Gepäck verstecken. Schon möchten die Hamas die Dritte Intifada ausrufen:

http://www.i24news.tv/en/news/israel/diplomacy-defense/37961-140723-liveblog-no-gaza-ceasefire-in-sight

Hunderprozentige Sicherheit wird es wohl nie geben, trotz Kontrollen, wie die Vergangenheit zeigte.

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