Jetzt fängt es schon wieder an…

Die Waffenruhe ist ad acta gelegt, seit einer Stunde höre ich immer wieder laute Explosionen.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4560337,00.html

Nichtsdestotrotz werde ich jetzt schlafen gehen!

Laila tov!

 

Nachtrag:

Übrigens hat die Hamas mal wieder die Waffenruhe gebrochen!

http://www.zeit.de/video/2014-08/3738389412001

 

Laut Hamas sei auch Jerusalem beschossen worden. Nach Polizeiangaben schlug offenbar aber nur ein Geschoss außerhalb des Stadtgebiets im Westjordanland ein. Insgesamt seien etwa 50 Raketen am Dienstag auf Israel abgefeuert worden, teilten die Streitkräfte mit. Die Hamas sprach von 34 abgefeuerten Geschossen.

 

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/tote-verletzte-nach-waffenruhe

Jerusalem wurde also verfehlt.

Dass die 50 bzw. 34 Raketen der Hamas (ich für meinen Teil zweifle sehr stark an der Glaubwürdigkeit der Terrororganisation Hamas) keine Todesopfer gefordert haben, ist bestimmt nicht der Menschenfreundlichkeit der Hamas geschuldet! Das wird in deutschen Medien meiner Ansicht nach oft vergessen. Man rechnet nur die Opfer auf beiden Seiten auf und zeigt dann mit dem Zeigefinger auf Israel, weil es „weniger“ Opfer vorzuweisen hat. Ob da nicht eine Verkennung der Ursache und Wirkung vorliegt?

Ich möchte ausdrücklich nicht ausschließen, dass die israelische Armee in Einzelfällen Fehler macht, wie es leider immer so ist, wenn Menschen involviert sind. Aber pauschal Israel als den Aggressor hinzustellen, ist einfach nur ignorant.

 

 

 

 

 

Back to the roots…

Ich habe einen sehr interessanten Artikel gelesen, den ich natürlich gerne mit euch teilen möchte!

http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-08/deutsche-soldaten-israelische-armee

Dieser Artikel geht der Frage nach, aus welchen Motiven jüdische Deutsche nach Israel auswandern und dort in der Armee dienen.

In der Gemeinde hört er manchmal, dass es als Jude in Deutschland gefährlich sein kann, doch er tut das als unbegründete Angst ab. Doch mit zwölf hört er die ersten Judenwitze…“Ich hatte in der Zeit mit vielen Türken und Arabern zu tun, und das war wirklich heftig. ‚Jude‘ ist für die ein übles Schimpfwort.“

Ich möchte betonen, dass die Bezeichnung „Jude“ auf manchen Schulhöfen wirklich ein Schimpfwort sein kann. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Mein Neffe, der damals in die 4. Klasse ging, fragte mich vor einigen Jahren, was denn ein „Jude“ sei. Die Kinder würden sich gegenseitig damit betiteln.

Rückkehr in die Normalität?

Seit Tagen ist es ruhig in Ramat Gan, Gott sei Dank, denn wir ziehen gerade um! Meine Gastfamilie zieht ein paar Häuser weiter. Raketen würden uns gerade noch fehlen!

Ich bin mir sicher, dass einige von euch einen Schock bekommen würden, wenn sie die „neue“ Wohnung bei Übergabe gesehen hätten. Von „deutscher Gründlichkeit“ keine Spur, Schönheitsreparaturen unbekannt. Ob das immer so ist, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall hat „meine Familie“ eine Putzfirma mit der Reinigung beauftragt, die nur das Gröbste entfernt hat. Und die hat alleine schon einen Tag gebraucht! Andere Länder, andere Sitten?

Das Leben hier scheint seinen gewohnten Gang zu gehen. Es bleibt abzuwarten, ob die jetzige Waffenruhe, die morgen um 23 Uhr MESZ abläuft, verlängert wird. Besteht tatsächlich Hoffnung auf Frieden oder ist das nur die Ruhe vor dem Sturm?

Wenn ich mir die Charta der Hamas auch nur oberflächlich anschaue, bin ich mir nicht sicher, ob überhaupt irgendeine Lösung zustande kommen könnte:

Weiterlesen „Rückkehr in die Normalität?“

Straßenmusik in Tel Aviv

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Auf meinen Streifzügen durch Tel Aviv bin ich hier in der Allenby Street „hängengeblieben“. Es war sehr gemütlich. Die Musikerin hat Stühle hingestellt, die Passanten haben mitgesungen und geklatscht.

Ich habe leider nicht verstanden, was sie gesungen hat, gehe aber davon aus, dass es sich um bekannte israelische Schlager handelt.

 

Neues von mir…

Mir geht es super. Seitdem die Hamas-Raketen nicht mehr fliegen, kann ich mich besser entspannen, logisch.

Ich habe zuletzt am Sonntag einen Raketenalarm miterlebt, ausgerechnet in einem Kleidungsgeschäft. Zum Glück habe ich mich noch nicht umgezogen, sonst wäre es stressig gewesen, sich schnell wieder anzuziehen. Ich habe aber gehört, dass die Leute aus dem Süden das ruckzuck können. Manche haben ja auch nur 15 Sekunden Zeit…

Ich hoffe, dass die Waffenruhe dieses Mal eingehalten wird und die Parteien zu einer Regelung kommen. Das würde ich mir für die Bewohner des Gazastreifens wünschen, aber auch für die Israeli, die schon jahrelang unter Raketenbeschuss leiden, besonders für die im Süden.

Die Arbeit läuft gut, vor einigen Tagen habe ich eine tolle Entdeckung gemacht (zumindest ich war ganz „begeistert“!).

Ihr kennt bestimmt alle Helmut Schmidt, oder? Bei Bearbeitung einer Akte bin ich zufällig auf den leiblichen Großvater von ihm gestoßen, ein jüdischer Bankkaufmann. Der Vater von Helmut Schmidt, Gustav Schmidt, stammte aus einer flüchtigen Affäre und wurde nach der Geburt von der Familie Schmidt adoptiert.

Laut Gesetzeslage ohne nähere Prüfung hätte Helmut Schmidt theoretisch einen Anspruch auf Zahlung aus dem Fonds, den die Claims Conference (dazu später! Für die Ungeduldigen: http://www.claimscon.org/) für die Überlebenden des Holocaust und ihrer Angehörigen eingerichtet hat!

Ich fand diese Entdeckung total überraschend. Es ist unglaublich, wie präsent die Vergangenheit noch manchmal ist. Die Familiengeschichten und Tragödien, die hinter jedem Fall stecken, machen mich sprachlos und traurig, gerade und besonders angesichts des grassierenden Antisemtismus in Deutschland. Die Geschichtsbewältigung ist nicht einmal abgeschlossen, schon geht es wieder los…

Jetzt könnte ich wieder ans Reisen denken. Bis jetzt war ich nur in Tel Aviv und eine längere Zeit in Jerusalem. Aber um den Süden werde ich wahrscheinlich weiterhin einen Bogen machen…

Tunnelentwicklungsgeld

Jetzt wissen wir endlich, wohin die EU-Fördergelder hingehen!

Die Hamas hat 100 Millionen Dollar in ihr Tunnelimperium investiert. Aus die Maus! Die israelische Armee hat mindestens 32 dieser Tunnel entdeckt und gesprengt.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/israel-zieht-bodentruppen-komplett-aus-gaza-ab#player0

Zwischen 2008 und 2012 hat allein die EU im Rahmen eines Hilfsprogramms namens PEGASE Palästina etwa 1 Milliarde Euro überwiesen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article122816644/EU-zahlt-Millionen-fuer-Nichtstun-in-Palaestina.html

http://www.enpi-info.eu/library/content/pegase-direct-financial-support-palestinian-government

Es grenzt an Dummheit und historischer Ignoranz, angesichts dieser finanziellen Lage das Leben im Gazastreifen mit einem KZ zu vergleichen.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/747472/Frankreich_Grune-Kandidatin-vergleicht-Gaza-mit-KZ

http://www.bild.de/regional/bremen/demonstrationen/hass-demo-zieht-durch-die-stadt-36951486.bild.html

Zur Erinnerung:

"Unterernährte
Überlebende nach der Befreiung Auschwitz

Es gibt weitaus schlimmere Bilder, die ich euch aber gerne ersparen möchte.

Übrigens, 2011 starben im Somalia rund 258.000 Menschen an den Folgen der Unterernährung. 133.000 der Opfer waren Kinder unter fünf Jahren gewesen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-05/somalia-hungerkatastrophe-un-bericht

Hätten wir uns damals genauso engangiert und aufgeregt wie heute in Bezug auf den Konflikt im Gazastreifen, hätten all diese Kinder vielleicht gerettet werden können.

Aber es handelte sich ja nicht um Israel…