Die Botschaft ist eindeutig

Chinas Anspruch auf fast das gesamte Südchinesische Meer ist nicht rechtens, urteilt ein Gericht. Für Peking ein empfindlicher Schlag – es steht am Pranger.

Ein Kommentar von Steffen Richter

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-07/suedchinesisches-meer-china-philippinen-den-haag-urteil

Dieser Territorialkonflikt betrifft auch Vietnam. Es wäre wünschenswert, wenn dieser Konflikt nicht eskalieren würde. Über zu wenig Krisen weltweit können wir uns momentan nicht beschweren.

Hier eine gute Zusammenfassung zum Thema:

 

Und wer wissen will, wie Vietnamesen demonstrieren, findet hier einen Anhaltspunkt:

Südchinesisches Meer: Demonstration gegen chinesische Territorialansprüche

(ab 1:19)

Wenn man die vietnamesische Sprache beherrscht, kann man die Kommentare im Video verstehen, die oft lustig sind. Und plötzlich ist auch die japanische Flagge im Bild (5:23). Die Japaner haben etwas weiter oben den gleichen Konflikt, nämlich um das Ostchinesische Meer.

 

Auf einem klapprigen Moped durch Vietnam – gefährlich, aber schön

Mit dem Moped 2000 Kilometer durch Vietnam zu fahren ist anstrengend, abenteuerlich, abgefahren, angsteinflößend. Aber auch wunderschön, findet Autor Fabian Held. Er war drei Wochen unterwegs und hat für wenig Geld Land und Leute kennengelernt. [Weiterlesen]

Von

Chapeau! Wer den Verkehr in Vietnam überlebt hat, der hat nur noch ein müdes Lächeln für die hiesige deutsche Straßenverkehrsordnung übrig. 🙂

Der Autor hat das Fahrgefühl in Vietnam richtig erfasst: Der Verkehr ist stets im Fluß, der einzelne Teilnehmer ist Teil dieser lärmenden hupenden Masse von Mensch und Maschine, die sich durch die Straßen der vietnamesischen Städte schlängelt.

Die Verkehrsregeln werden in Vietnam großzügig ausgelegt, abhängig davon, ob ein Vertreter der staatlichen Macht sichtbar ist oder eben nicht.

Als ich mich 2006 das erste Mal in das Abenteuer „Moped-Fahren in Vietnam“ stürzte, gab es dort noch keine Helmpflicht. Inzwischen prägen auch bunte Helme das Stadtbild von Saigon. Es fasziniert mich immer wieder, wie trotz Chaos dem Saigoner Stadtverkehr eine seltsame Ordnung innezuwohnen scheint!

So sieht es aus, wenn die Vietnamesen Moped bzw. Roller fahren:

Allein wegen der Durian-Frucht wird es wieder Zeit für einen Trip gen Vietnam! 🙂

Koscher in Vietnam…

Kaum zu glauben, aber wirklich wahr! Es gibt koschere Restaurants in Vietnam! Die chassidische Gruppierung „Chabad“ bzw. „Lubawitsch“ unterhält seit einigen Jahren in Hanoi und Saigon (Ho Chi Minh City) zwei Häuser, in denen koscheres Essen angeboten sowie Schabbes gefeiert wird. In Saigon befindet sich sogar eine Mikwe. 🙂

Liebe jüdische Mitmenschen, ihr seid in Vietnam herzlich willkommen!

 

Im Übrigen wurden bislang in Vietnam keine antisemitischen Vorfälle gemeldet.

Nachtrag:

Man lernt nie aus. Was habe ich gerade gelesen? Ho Chi Minh soll David Ben-Gurion 1946 in Paris angeboten haben, eine Exilregierung im Norden Vietnams zu gründen.

 

Hannoveraner gewinnt „Vietnam sucht den Superstar“

Er bewarb sich spontan auf einem Kurztrip, jetzt hat er die vietnamesische Version von „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen. Im Gespräch verrät Trong, 23, wie er zum „German Hot Boy“ wurde.

Von

http://www.welt.de/vermischtes/article144773508/Hannoveraner-gewinnt-Vietnam-sucht-den-Superstar.html

Eine schöne Geschichte aus dem wahren Leben. 🙂

Trong Hieu Nguyen in Aktion

Lễ rước dâu – Eine Hochzeit der anderen Art

Aus gegebenem Anlass bin ich der Frage nachgegangen, wie die Vietnamesen eigentlich traditionell heiraten. Als „Neigeschmeckte“ sind mir viele vietnamesichen Tradtionen leider nicht sehr vertraut.

Das „lễ rước dâu“ genannte Fest heißt übersetzt etwa „Fest der Brautabholung“ und wird entweder vor der eigentlichen Hochzeits- oder Verlobungsfeier zelebriert. Die Familie des Bräutigams kommt mit vielen Geschenken zum Haus der Braut, um diese offiziell „abzuholen“.

Die Geschenke sind traditionell festgelegt und beinhalten u.a. Obst, Alkohol, manchmal ein ganzes gegrilltes Spanferkel, und vor allem sehr viel Goldschmuck. Meistens bekommt die Braut ein ganzes Schmuckset (1:56), bestehend aus einer Kette, Ohrringe und einen Ring, in aller Regel mit Diamenten verziert (!). 🙂

Die Geschenke befinden sich auf rote Platten (0:43), die von unverheirateten Mädchen aus der Familie der Braut entgegengenommen werden. Übergeben werden sie von Männern aus der Familie des Bräutigams (1:29). Ob diese unverheiratet sein müssen, entzieht sich meiner Kenntnis. Zumindest wäre das denkbar. Die Vietnamesen sind sehr praktisch veranlagt. Hier könnte doch bereits die Saat für eine neue Hochzeit gelegt werden! Oft werden auch unverheiratete Freunde des Brautpaars als „Gaben“-Träger engagiert.

Fast alle haben das „áo dài“ genannte traditionelle Kleidungsstück an, in der Regel auch die Männer (ab 0:39). Im Haus der Braut gibt es dann eine Feier, deren Reihenfolge festgelegt ist. Es wird Reden gehalten, angestoßen, traditionell Räucherstäbchen angezündet und offiziell die Verbindung beider Familien gefeiert (1:35). Die Mutter des Bräutigams steckt der Braut im Rahmen der Feier oft den geschenkten Schmuck an (1:56). Dann gehört die Braut offiziell zur Familie des Bräutigams und darf in sein Haus ziehen (früher lebte das Brautpaar meistens eine Weile bei den Eltern des Bräutigams).

Letztendlich finde ich dieses Fest sehr nett, da es eine gewisse Wertschätzung für die Braut und deren Familie ausdrückt. Der Bräutigam und seine Familie versprechen, gut für die Braut zu sorgen. Die Geschenke sind wohl als „Anzahlung“ für dieses Versprechen gedacht.

Hier ein süßes Video dazu:

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„Begrabt den Haß“

Helden besingen den Frieden: Lyrik in Vietnam

http://www.zeit.de/1971/23/begrabt-den-hass

Ich habe heute einen unglaublichen Fund gemacht. Ich habe einen uralten Zeit-Artikel vom 04.06.1971 entdeckt, der die vietnamesische Lyrik zum Inhalt hat.

Wenn von Lyrik in Vietnam die Rede ist, darf der Versroman „Das Mädchen Kiều“ (Truyện Kiều) nicht fehlen, der vom Dichter Nguyễn Du stammt und eines der bekanntesten Werke der vietnamesischen Literatur darstellt.

Dieser Versroman wurde vor rund 200 Jahren geschrieben und erzählt – basierend auf ein chinesisches Werk des 17. Jh. – die Lebens- und Leidensgeschichte der Kiều nach, die auf ihr eigenes Lebensglück verzichtet, um ihrer Familie aus der Not zu helfen. Ihr Weg führt sie durch viel Trübsal, bevor sie am Ende doch ihr Glück findet. „Das Mädchen Kiều“ behandelt aber nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern beschreibt zugleich die sozialen und politischen Umbrüche in Vietnam am Ende des 18. Jh.

Es gibt eine deutsche Nachdichtung dieses Nationalepos von Irene und Franz Faber (1964), die laut Information von Dr. Trương Hồng Quang (wir sind nicht verwandt! 🙂 ) noch dieses Jahr in einer bilingualen deutsch-vietnamesischen Ausgabe neu aufgelegt wird. In diesem Zusammenhang weise ich sehr gerne auf einen Beitrag von Dr. Trương (so schreibt man übrigens Truong richtig) hin, der sich mit der “ deutschen Nachdichtung des Versepos „Truyện Kiều“ („Das Mädchen Kiêu“) von Irene und Franz Faber“ befasst. Dieser Artikel von Dr. Trương soll im Übrigen anlässlich der Neuerscheinung der deutschen Nachdichtung überarbeitet werden.

Nun ein kleiner Vorgeschmack vom „Mädchen Kiều“ (Prolog):

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