„Begrabt den Haß“

Helden besingen den Frieden: Lyrik in Vietnam

http://www.zeit.de/1971/23/begrabt-den-hass

Ich habe heute einen unglaublichen Fund gemacht. Ich habe einen uralten Zeit-Artikel vom 04.06.1971 entdeckt, der die vietnamesische Lyrik zum Inhalt hat.

Wenn von Lyrik in Vietnam die Rede ist, darf der Versroman „Das Mädchen Kiều“ (Truyện Kiều) nicht fehlen, der vom Dichter Nguyễn Du stammt und eines der bekanntesten Werke der vietnamesischen Literatur darstellt.

Dieser Versroman wurde vor rund 200 Jahren geschrieben und erzählt – basierend auf ein chinesisches Werk des 17. Jh. – die Lebens- und Leidensgeschichte der Kiều nach, die auf ihr eigenes Lebensglück verzichtet, um ihrer Familie aus der Not zu helfen. Ihr Weg führt sie durch viel Trübsal, bevor sie am Ende doch ihr Glück findet. „Das Mädchen Kiều“ behandelt aber nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern beschreibt zugleich die sozialen und politischen Umbrüche in Vietnam am Ende des 18. Jh.

Es gibt eine deutsche Nachdichtung dieses Nationalepos von Irene und Franz Faber (1964), die laut Information von Dr. Trương Hồng Quang (wir sind nicht verwandt! 🙂 ) noch dieses Jahr in einer bilingualen deutsch-vietnamesischen Ausgabe neu aufgelegt wird. In diesem Zusammenhang weise ich sehr gerne auf einen Beitrag von Dr. Trương (so schreibt man übrigens Truong richtig) hin, der sich mit der “ deutschen Nachdichtung des Versepos „Truyện Kiều“ („Das Mädchen Kiêu“) von Irene und Franz Faber“ befasst. Dieser Artikel von Dr. Trương soll im Übrigen anlässlich der Neuerscheinung der deutschen Nachdichtung überarbeitet werden.

Nun ein kleiner Vorgeschmack vom „Mädchen Kiều“ (Prolog):

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Hàn Mặc Tử

In letzter Zeit befasse ich mich vermehrt mit der vietnamesischen Literatur. Leider ist mein Vietnamesisch (noch) nicht so gut, dass ich beim Lesen sofort alles verstehen könnte. Mir scheint, dass in der vietnamesichen Literatur viele Ausdrücke benutzt werden, die in der gesprochenen Sprache kaum vorkommen.

 

Ein sehr bekannter Vertreter der vietnamesischen Dichtung ist Hàn Mặc Tử, der zu den Pionieren der modernen vietnamesischen Poesie gehörte und schon im Alter von 28 Jahren an Lepra starb. Er war Begründer der sog. „chaotischen“ (loạn) und „verrückten“ (điên) Schulen der Poesie.

 

Hàn Mặc Tử verfasste viele romantische Gedichte, die immer noch zum Unterrichtsstoff an vietnamesichen Schulen gehören. In diesen Werken berichtete er oft von seinen (auch fiktionalen) Beziehungen zu diversen Frauen, die ihm in seinem Leben wichtig erschienen

Ich freue mich sehr, euch heute das erste vietnamesiche Gedicht auf meinem Blog überhaupt zu präsentieren:

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Vietnamkrieg-Veteraninnen

Hunderttausende Guerilla-Kämpferinnnen zogen einst in den vietnamesischen Unabhängigkeitskrieg. Das von der vietnamesischen Regierung errichtete Frauen-Museum in Hanoi würdigt die Rolle der Frauen im Vietnam-Krieg. Wir haben uns – in Kooperation mit dem Goethe-Institut – dieses Museum einmal genauer angesehen.

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=48804

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Handelsware Tochter

Die Nachricht, dass vietnamesische Frauen, insbesondere die an der Grenzregion zu China,  (unter Zwang) nach China verheiratet werden, erreicht mich immer wieder.

Dass die Chinesen jetzt unter Frauenmangel leiden, ist der chinesischen Politik geschuldet, die jahrelang Mühe und Geld investiert hat, um die 1-Kind-Politk durchzuführen. Schuld daran ist aber auch die Gesellschaftsstruktur in China, in der Männer doch mehr „wert“ sind als Frauen. Das erinnert mich an Indien, wo jedes Jahr auch Millionen von ungeborenen Mädchen abgetrieben werden.

Vgl. http://www.zeit.de/2012/12/Indien-China-Geschlechtermord

Ich glaube, dass es in Vietnam nicht der Fall ist, dass Mädchen gezielt abgetrieben werden. Zumindest ist mir nichts bekannt.

Auf jeden Fall hier ein Video zu der obengenannten Thematik:

http://www.zeit.de/video/2014-08/3738222721001

In diesem Fall scheint keine Zwangsheirat vorzuliegen. Oder doch psychischer Zwang?

Es scheint, dass die Frau sich ganz gut mit der Situation arrangiert hat.