Studientag: „Fragiler Konsens – Antisemitismuskritische Bildung in der Migrationsgesellschaft“

Ich möchte euch gerne auf den interessanten Studientag der Evang. Akadamie Frankfurt am 11.11.2017 aufmerksam machen, der Antisemitismus in verschiedenen Konstellationen zum Thema hat.

Weitere Infos gibt es hier:
http://www.evangelische-akademie.de/kalender/fragiler-konsens/

Programm:
http://www.evangelische-akademie.de/files/ea_konsens_flyer_mail.pdf

Cool, aber jüdisch

Ein 14-Jähriger mit jüdischem Glauben hat an der Berliner Friedenauer Gemeinschaftsschule mehr Multikulti erlebt, als ihm gut tat.

Multikulti – aus diesem Grund haben die Eltern den Jugendlichen auf diese Gesamtschule geschickt, die größtenteils von arabischen und türkischen Kindern besucht wird. Aus Freundschaft wurde Hass, als der Jugendliche seinen Mitschülern offenbarte, dass er Jude ist.

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„Eine der größten Schanden des 21. Jahrhunderts…“

… ist für den Botschafter Yakov Hadas-Handelsman der Antisemitismus, der nicht nur in arabischen Ländern Hochkonjunktur hat, sondern auch in Europa und insbesondere Deutschland grassiert. Laut der im Interview mit „euronews“ genannten Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Titel “Gespaltene Mitte – feindselige Zustände” soll Antisemitismus in Deutschland vor allem unter dem Deckmantel der Israelkritik verbreitet sein. Hadas-Handelsman spicht diesbezüglich das sog. 3D-Modell von Natan Sharansky an, demzufolge israelbezogener Antisemitismus und nicht legitimer Israel-Kritik vorliegen würde, wenn Israel (1) delegitimiert („Jedenfalls haben Sie ihr Existenzrecht verwirkt“) sowie (2) dämonisiert („israel ist der teufel“) wird oder (3) seine Politik einem strengeren Maß der Legitimität unterworfen ist (Doppelstandard).

Ich frage mich, wie Auschwitz vergessen werden kann, wie von manchen Zeitgenossen gefordert, wenn jüdische Mitbürger auch heute noch in Deutschland Angst um Leib und Leben, ihre Familien und Gotteshäuser haben müssen. Ob die fraglichen Zeitgenossen darauf eine Antwort haben?

Hier das interessante Interview mit Hadas-Handelsman vom Januar 2017:

Selbstverständlich darf man Israel kritisieren. Das sagt Yakov Hadas-Handelsman, Israels Botschafter in Berlin. Allerdings gibt er zu bedenken, dass Israelkritik oft nur der Deckmantel ist, hinter dem sich nichts anderes als Antisemitismus verbirgt. [Weiterlesen]

Vorläufig weiter ohne Israelis

Boykottpolitik der Fluggesellschaft in Frankfurt vor Gericht

von Martin Krauss

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26109

Das LG Frankfurt verhandelt zurzeit über einen möglichen Fall von Diskriminierung. Der Fluggesellschaft Kuwait Airways wird vorgeworfen, in benachteiligender Weise einem Israeli allein aufgrund seiner Staatsangehörigkeit einen Flug von Frankfurt nach Bangkok storniert zu haben. Der Flug sah einen Zwischenstopp in Kuwait vor.

Der israelische Kläger wird  von Nathan Gelbart vertreten. Gelbart zufolge sei die in Frage stehende Handlungsweise von Kuwait Airways antisemitisch, da „Israel ein jüdischer Staat ist“, der „mehrheitlich von Juden bewohnt“ wird. Israelis seien ferner eine in Deutschland konkret abgrenzbare Bevölkerungsgruppe und zählten deshalb als relevantes Objekt einer Diskriminierungshandlung.

Interessanterweise scheint bei Kuwait Airways Hass vor Profit zu gehen, wie bereits vom  Wirtschaftsmagazin „Forbes“ festgestellt. Kuwait Airways ist nämlich schon in den USA und in der Schweiz in ähnlich gelagerten Verfahren verurteilt worden. Als Konsequenz hat die Fluggesellschaft nicht ihre offensichtliche Diskrimininierungspolitik gegenüber Israelis bzw. Juden überdacht, sondern einfach den Verkauf bestimmter Flüge eingestellt.

 

Rogel Rachman: Ein „Al-Quds-Marsch“-Verbot ist die einzige Alternative

Der israelische Diplomat fordert zum „Al-Quds-Tag“, Antisemitismus, Antizionismus und Antiisraelismus in jedweder Form einen nicht verhandelbaren Platzverweis für deutsche Straßen zu erteilen.

Von Rogel Rachman

http://haolam.de/artikel_25600.html

„Al-Quds“ ist der arabische Name für Jerusalem. Der al-Quds-Tag ist in der Islamischen Republik Iran ein gesetzlicher Feiertag. Er geht auf einen Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Chomeini zurück, der am 8. August 1979 „alle Muslime der Welt und alle muslimischen Regierungen“ zu einem globalen Kampf zur Vernichtung Israels aufforderte.

Seitdem wird jährlich zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan Gift und Galle gegen Juden und Israel gespeit, oft unter Banner von islamistischen Terrororganisationen wie der Hizbollah. Erst 2016 wurde wieder das offene Präsentieren von Fahnen dieser islamistischen Terrormiliz verboten.

Abschied vom Land des Zorns

Die jüdische Bloggerin Juna Grossmann bekommt regelmäßig Hasspost. Seit der Ton schärfer geworden ist, denkt sie über das Auswandern nach. Doch wohin soll sie gehen?

Interview: Hannes Leitlein

http://www.zeit.de/2016/27/juna-grossmann-juedische-bloggerin-hassposts-auswandern

Mir scheint, dass in letzter Zeit der Wind des Hasses über Europa fegt. Wut beherrscht das Land.

Menschen fühlen sich zu kurz gekommen, haben Angst, von ihrem Komfort etwas abgeben zu müssen. Ist das der Grund, warum der Ton schärfer, hasserfüllter wird? Hemmungen, die der Anstand gebietet, scheinen mit jedem Tag mehr wegzufallen.

Frau Grossmann erklärt sich den Hass ihr und anderen Juden gegenüber damit, dass die Leute sich offenbar zurückgesetzt fühlten. Diese zögen sich in eine Gruppe zurück, fühlten sich stark und sagten, was sie sich vorher nicht getraut hätten. Es fände ein lautes, pöbelhaftes Einschlagen auf Gruppen statt, die schwächer seien. Diese Menschen schaukelten sich gegenseitig hoch, weil sie sich nicht noch mal rausziehen und nachdenken würden.

Damit wird von der Bloggerin die negative Seite der Gruppendynamik beschrieben, die erschreckende Ausmaße annehmen kann, wie die Geschichte uns bereits gezeigt hat.

In diesem Zusammenhang fällt mir Erich Kästner ein, der nicht nur Kinderbücher wie „Das fliegende Klassenzimmer“ schrieb, sondern auch ein scharfer Beobachter der „erwachsenen“ Welt war, wie sich im folgenden zynischen Gedicht zeigt:

Die Welt ist rund

Text

Das Menschenbild von Kästner mag dem Umstand geschuldet sein, dass er in Zeiten von Naziterror lebte und hier die Auswüchse der menschlichen Natur beobachten konnte.

Ob Kästner das gleiche Urteil über unsere heutige Welt treffen würde? Vermutlich ja.

 

„Der Berliner Zoo war wirklich besonders“

Marianne Salinger erinnert sich gern an den Berliner Zoo. Im März 1938 wollte dieser bereits den Zutritt für Juden begrenzen. Nun arbeitet der Zoo seine Geschichte auf.

http://www.zeit.de/video/2016-05/4886590000001/nationalsozialismus-der-berliner-zoo-war-wirklich-besonders

Da hat sich der Zoo aber Zeit gelassen! Aber wie heißt es so schön: Besser spät als nie.

Liegt die verspätete Bewältigung der eigenen Geschichte tatsächlich daran, dass „Institutionen immer eine Zeit brauchen, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen“, wie der Ausstellungskurator Clemens Maier-Wolthausen zu bedenken gibt?