Im Bomben-Basar

Teheran zeigt den USA, was wahre Verhandlungskunst ist.

von 

http://www.zeit.de/2015/16/atomabkommen-iran-usa-zeitgeist


Vielleicht gibt es bis zum 30. Juni ein Abkommen, mit dem der Westen 10, 15 Jahre lang leben kann. Nur bleibt der beste Vertrag Papier, wenn Teheran, das seit Schahs Zeiten die Instrumente für den Bombenbau sammelt, tatsächlich Atommacht werden will. Die beiden Ex-Außenminister Kissinger und Shultz bringen es auf den Punkt: „In einem großen Land mit vielfältigen Anlagen und den bewiesenen Fähigkeiten, diese zu verbergen, lassen sich Verletzungen (des Abkommens) kaum aufdecken.“

Das stille Fazit kommt aus Israel, das die iranische Bombe schon „eingepreist“ hat. Fünf U-Boote hat es schon, 2017 kommt das sechste – Stand der Technik – aus Deutschland in Dienst. Unterwasser-Atomraketenträger sind immun gegen einen iranischen Erstschlag. Die Botschaft: Abschreckung ist besser als das beste Abkommen.

Netanjahu vergleicht Iran mit Nazi-Deutschland

Der israelische Ministerpräsident hat den westlichen Staaten Ignoranz vorgeworfen. Er warnte sie davor, erneut einen bitteren Fehler zu machen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-04/netanjahu-iran-vergleich-ns-regime


Damals habe die freie Welt versucht, das NS-Regime zu beschwichtigen und seinen guten Willen zu kaufen. Warnungen seien ignoriert worden. Und auch heute sei die Blindheit groß. Dabei finde die Aggression des Irans und dessen Unterstützung radikaler islamistischer Gruppen etwa im Jemen, in Syrien oder Gaza vor aller Augen statt, sagte Netanjahu.

Für Jubel ist es zu früh

Obama bezeichnet die Übereinkunft im Atomstreit mit Iran als „historisch“, in Teheran feierten die Menschen ausgelassen. Doch noch ist Vorsicht geboten: Der Rahmenvertrag von Lausanne ist unverbindlich. Viele Fragen bleiben ungeklärt. Ein Kommentar

Von Wulf Schmiese

http://www.cicero.de/weltbuehne/iran-atom-abkommen-fuer-jubel-ist-es-zu-frueh/59088

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