„Dort, wo es einen gesellschaftlichen Willen zur Entwicklung gibt, kann Entwicklungszusammenarbeit wirken“

Auch im Rahmen des kommenden G20-Gipfels wird Afrika und seine zahlreichen Probleme eine entscheidende Rolle spielen. Angesichts der nicht abebbenden Flüchtlingsströme über dem Mittelmeer soll nach dem Willen der deutschen Kanzlerin Merkel als Ergebnis des Gipfels ein Masterplan für Afrika entstehen, der unter dem Banner „Fluchtursachenbekämpfung“ stehen soll.

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Pikettys Vordenker

Angus Deaton erhält den Wirtschaftsnobelpreis für seine Arbeiten über Ungleichheit. Er provoziert: Wirtschaftswachstum sei kein Allheilmittel für Entwicklungsländer.

Von

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-10/wirtschaftsnobelpreis-angus-deaton-nobelpreis

Angesichts der Flüchtlingsströme in Europa stellt sich die dringende Frage nach einer Neuregelung der Entwicklungshilfe, um die Fluchtursachen einzudämmen. Der Ökonom Angus Deaton forscht über die Ursachen der weltweiten Armut. Für seine Arbeit ist er in diesem Jahr mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet worden.

Knapp zehn Prozent der Weltbevölkerung gelten laut einer Analyse der Weltbank als arm (vgl. obiger ZEIT-Artikel). Das soll jedoch der niedrigste je gemessene Stand sein.

Deaton sieht die staatliche Entwicklungshilfe kritisch. Die von den Industrienationen in die Entwicklungshilfe investierten Milliarden hätten nicht viel bewirkt, da ein Großteil der Hilfsgelder in korrupten Systemen versickern würde. Er plädiert dafür, die Entwicklungsgelder zunächst in den Aufbau einer Gesundheitsversorgung zu investieren. Krankheiten und Unterernährung stellten nämlich für viele Arme die größten Probleme dar.

„Wir sind nicht der Vormund Afrikas“

Entwicklungsminister Müller appelliert an Verbraucher, nicht länger „sklavenähnliche Arbeitsbedingungen“ in Kauf zu nehmen. Er verlangt eine Partnerschaft mit Afrika.

von Hans Monath und Dagmar Dehmer

http://www.zeit.de/politik/2015-06/entwicklungsminister-gerd-mueller-g7-tagesspiegel

Müller kritisierte, dass die Verbraucher in den Industriestaaten nicht nur im Textilbereich bislang „menschenunwürdige Beschäftigung und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen“ einfach so hinnähmen. Es müsse in allen G-7-Ländern soziale und ökologische Kriterien geben, „egal ob für Mobiltelefone, Jeans oder Lebensmittel“. Müller ist überzeugt, dass es weltweit enorme Auswirkungen haben werde, „wenn sich mehr als 700 Millionen Verbraucher in den G-7-Ländern danach richten“ (…)