Gedenkstätte „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“

Geht man an einem sonnigen Tag durch den gepflegten Lohsepark in Hamburg, wird man die dunkle Vergangenheit dieses Ortes kaum erahnen können. Inmitten dieses Parkes stand bis 1955 der Hannoversche Bahnhof, der vom Mai 1940 bis Februar 1945 Ausgangspunkt für 20 Transporte Richtung Osten war. Rund 8083 Juden, Sinti und Roma wurden von hier in osteuropäische Ghettos oder Vernichtungslager deportiert. Mindestens 6500 von ihnen fanden dort den Tod.

Das denk.mal Hannoverscher Bahnhof ist diesen Menschen gewidmet, die einem verbrecherischen System zum Opfer fielen. Die Gedenkstätte umfasst eine sog. Fuge, die den ehemaligen Bahnhofsvorplatz mit noch vorhandenen Überresten des Bahnsteigs 2 verbindet. Die Fuge nimmt hierbei den Verlauf der einstigen Gleisanlagen auf. Auf dem Areal des Bahnsteigs 2 finden sich Tische mit den Daten von 7741 Opfern, die namentlich bekannt sind.

 

 

Die zweite Rettung

"Am Purimfest 1948 ist es passiert, ich war fünfzehneinhalb Jahre alt"

Eine Aufforderung zum Tanz hat Charlotte Knoblochs Leben für immer verändert. Ein Interview von Louis Lewitan 

(21.11.2016)

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/46/charlotte-knobloch-rettung

Das Leben schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten, so wie diese märchenhafte Liebesgeschichte von Charlotte Knobloch.

In der Gesprächsreihe „Das war meine Rettung“ erzählt Knobloch von der schicksalhaften Begegnung als Fünfzehnjährige mit ihrem späteren Ehemann Samuel Knobloch. Ein Ereignis, das sie nach der Bewahrung während des Holocausts als zweite Rettung in ihrem Leben ansieht.

 

Max Herre: Berlin – Tel Aviv (feat. Sophie Hunger)

Ich habe vor einigen Tagen ein Lied von Max Herre im Radio gehört, das mich sehr angesprochen hat. Das Lied „Berlin – Tel Aviv“ war mir bislang nicht bekannt. Es erschien bereits 2012.

Max Herre thematisiert in diesem Lied das fiktive Schicksal eines jüdischen Mädchens aus Berlin in der NS-Zeit, das vor den Nazis nach Tel Aviv fliehen musste. Er kombiniert diese Geschichte mit Versatzstücken seiner eigenen Familiengeschichte: Die Großmutter von Max Herre war sog. Halbjüdin. Eine Tante von ihm, nämlich eine Tante Ruth, konnte rechtzeitg nach Palästina auswandern. Ein Teil seiner Familie wurde aber deportiert und in Auschwitz ermordert.

Berlin Tel Aviv feat. Sophie Hunger – MTV Unplugged Live

Lyrics

 

Der Überlebende

Imre Kertész fand eine Sprache für das Unsagbare. In seinem Werk ging es ihm um die literarisch ausgedrückte Wahrheit des Holocaust. Zum Tod des Nobelpreisträgers

Von Fokke Joel

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-03/imre-kertesz-nachruf

Kertész begriff den Holocaust als universale Katastrophe der europäischen Kultur. Mit Auschwitz gehöre die fabrikmäßige Ermordung von Menschen nicht allein zur deutschen, sondern auch zur europäischen Kultur. Daher werde und dürfe uns Nachgeborenen das Bewusstsein des immer wieder möglichen Bankrotts dieser Kultur nicht mehr verlassen.