Vier Millionen Beschäftigte werden besser bezahlt

Die Befürchtungen zum Start des Mindestlohns sind nicht eingetreten: Statt ihren Job zu verlieren, bekommen Millionen Menschen mehr Geld. Teurer wird es für Verbraucher.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-04/mindestlohn-arbeitnehmer-gewinn-preissteigerung-spargel

Ich zahle als Verbraucherin sehr gerne mehr, in dem Bewusstsein, dass die Spargelstecher etc. wirtschaftlich nicht ausgebeutet werden.

 

Armes Deutschland?

Kinderarmut, niedrige Löhne, Rentenlücke: Viele Menschen klagen über eine wachsende Spaltung Deutschlands. Und das, obwohl die Wirtschaft rundläuft. Zu Recht?

Von Alexandra Endres, Marcus Gatzke, Zacharias Zacharakis und Johannes Neukamm

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-02/altersarmut-kinderarmut-loehne-deutschland

Interessanterweise sollen die ersten Forschungsergebnisse die Mindestlohn-Befürworter bestätigen. Auch Gerhard Bosch zufolge, Direktor des IAQ an der Universität Duisburg-Essen, dürfe die Einführung des Mindestlohns insgesamt als Erfolg betrachtet werden. Die Zahl der Arbeitslosen sei nicht – wie von einigen Ökonomen prophezeit – in Millionenhöhe gestiegen, sondern sogar weiter gefallen.

In diesem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass nach dem Integrationspapier der CDU der Mindestlohn nun grundsätzlich auch für Asylberechtigte gelten soll. Die CDU reagierte damit auf Kritik seitens der SPD.

 

Mindestlohn: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum es für mich weniger sein soll“

Da hat der Flüchtling aus Eritrea ein wahres Wort gesprochen (3:26). Warum soll er für die gleiche Tätigkeit weniger Geld verdienen? Die Aussetzung des Mindestlohns zwecks (beruflicher) Integration von Flüchtlingen wird zurzeit unter Wirtschaftswissenschaftlern diskutiert.

Hier der Link auf das interessante Video:

http://www.cicero.de/videos/video-eine-bilanz-zum-mindestlohn

 

BAG: Überraschend arbeitgeberfreundlich

Der Branchenmindestlohn ist auch für Zeiten zu zahlen, in denen ein Arbeitnehmer gar nicht gearbeitet hat, sagt das BAG. Warum man diese Entscheidung auf den gesetzlichen Mindestlohn übertragen kann und wieso sie nur vordergründig arbeitnehmerfreundlich ist, aber gerade auch den Arbeitgebern zu Gute kommt, erläutert Ulrich Sittard.

http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bag-urteil-10-azr-191-14-mindestlohn-tarifvertrag-krankheit-entgeltfortzahlung/

 

BAG: Mindestlohn auch bei Krankheit und an Feiertagen

Auch wer krank ist, hat einen Anspruch auf Mindestlohn. Dies ergebe sich aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz, entschied das BAG – zunächst für fast 22 000 Arbeitnehmer deutschlandweit. Arbeitsrechtler sehen darin aber eine Richtungsentscheidung auch für das neue Mindestlohngesetz.

http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bag-urteil-10-azr-191-14-mindestlohn-feiertage-arbeitsunfhigkeit/

Hurra, der Mindestlohn ist da…

Hier gibt es das Mindestlohngesetz (MiLoG) als PDF.

Wie sagte schon Kant? 🙂

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.
Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Von Interesse könnten § 3 sein, der die Unabdingbarkeit des Mindestlohns regelt, § 20, der die grundsätzliche Pflicht des Arbeitgebers zur Zahlung des Mindestlohns statuiert sowie § 21 (Bußgeldvorschrift). Nach § 21 Abs. 3, § 21 Abs. 1 Nr. 9 stellt ein Verstoß gegen § 20 eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße bis zu fünfhunderttausend Euro geahndet werden kann.

– Alle Angaben natürlich ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. –
🙂

Interessant, dass nach Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit der Mindestlohn die Zahl der Hartz IV-Aufstocker um 60.000 reduzieren könnte. Es werden Einsparungen von 700 bis 900 Millionen Euro erwartet.

Das sind doch mal gute Nachrichten! Unglaublich, dass es immer noch vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer gibt, die so wenig verdienen, dass sie ergänzend auf Hartz IV angewiesen sind. Das Gesetz ist daher ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Dem Thema „Mindestlohn“ haben die sog. Wirtschaftsweisen auch einige Seiten in ihrem aktuellen Jahresbericht mit dem Titel „Mehr Vertrauen in Marktprozesse“ gewidmet.

http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg201415/JG14_07.pdf (ab Seite 17)