Max Herre: Berlin – Tel Aviv (feat. Sophie Hunger)

Ich habe vor einigen Tagen ein Lied von Max Herre im Radio gehört, das mich sehr angesprochen hat. Das Lied „Berlin – Tel Aviv“ war mir bislang nicht bekannt. Es erschien bereits 2012.

Max Herre thematisiert in diesem Lied das fiktive Schicksal eines jüdischen Mädchens aus Berlin in der NS-Zeit, das vor den Nazis nach Tel Aviv fliehen musste. Er kombiniert diese Geschichte mit Versatzstücken seiner eigenen Familiengeschichte: Die Großmutter von Max Herre war sog. Halbjüdin. Eine Tante von ihm, nämlich eine Tante Ruth, konnte rechtzeitg nach Palästina auswandern. Ein Teil seiner Familie wurde aber deportiert und in Auschwitz ermordert.

Berlin Tel Aviv feat. Sophie Hunger – MTV Unplugged Live

Lyrics

 

„Der Berliner Zoo war wirklich besonders“

Marianne Salinger erinnert sich gern an den Berliner Zoo. Im März 1938 wollte dieser bereits den Zutritt für Juden begrenzen. Nun arbeitet der Zoo seine Geschichte auf.

http://www.zeit.de/video/2016-05/4886590000001/nationalsozialismus-der-berliner-zoo-war-wirklich-besonders

Da hat sich der Zoo aber Zeit gelassen! Aber wie heißt es so schön: Besser spät als nie.

Liegt die verspätete Bewältigung der eigenen Geschichte tatsächlich daran, dass „Institutionen immer eine Zeit brauchen, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen“, wie der Ausstellungskurator Clemens Maier-Wolthausen zu bedenken gibt?

 

 

Die Nazis und der Nahe Osten

Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Nationalsozialisten aus Europa. Was lange unbekannt war: Ägypten und Syrien heuerten Dutzende NS-Männer und Kriegsverbrecher an – um eine Armee für den Kampf gegen Israel aufzubauen. Die Bundesregierung wusste davon.

Von Géraldine Schwarz

http://www.welt.de/print/wams/article137463087/Die-Nazis-und-der-Nahe-Osten.html

Ein weiterer interessanter Artikel über die „Nazis/Arabs“-Connection.

Ich lebe noch! Zeitzeugen berichten

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“, kurz EVZ, wurde im Jahr 2000 vor allem mit dem Ziel gegründet, Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter zu leisten. Nachdem diese Auszahlungsprogramme im Jahr 2007 abgeschlossen wurden, bestehen die Handlungsfelder der Stiftung gegenwärtig in der Auseinandersetzung mit der Geschichte, im Handeln für Menschenrechte und im Engagement für Opfer des Nationalsozialismus.

Im Oktober 2014 hat die Stiftung eine sehr interessante Kampagne mit dem Titel „Ich lebe noch“ gestartet.

Ziele der Kampagne sind, die Aufmerksamkeit für NS-Opfer in Osteuropa zu erhöhen und das Fundraising zu unterstützen. Sechs Überlebende zeigen ihre Gesichter und erzählen ihre Geschichte.

Da ist zum Beispiel Sinaida Lewanez, deren Heimatdorf Skirmontowo von den deutschen Besatzern gezielt durch Brandstiftung zerstört wurde. Oder Frida Rejsman, die als Siebenjährige mit ihrer Familie in das Minsker Ghetto verschleppt wurde.

Diese Kampagne bietet eine gute Gelegenheit, die Geschichten derer aufzuzeichnen, die den Terror des Nazi-Regimes hautnah miterlebt haben und noch leben. Es sind nicht mehr viele.