Der Verlust der Mitte

Deutschland geht es wirtschaftlich bestens, aber das Land ist zerrissen wie selten zuvor: Hypermoral von links, blanke Gewalt von rechts. Was ist da passiert?

Von

http://www.zeit.de/2016/04/deutschland-wirtschaft-linke-diskurs-mitte-rechte

Ein interessanter Artikel über die aktuelle Zerrissenheit unserer (deutschen) Gesellschaft. Mangold zufolge erleben wir gerade „einen Kulturkampf, der viel mit Worten zu tun hat“. „Gender, Race, Diversity“, die „Frage nach den richtigen Lebensformen und der richtigen Art, darüber zu reden“ – das seien die Kraftfeldern, aus denen sich die Verfeindungsenergie speiste, die im Moment alles vergifte.

Zwischen den extremen Polen von „linkem Hyperkritik“ und „rechtem Ressentiment“ hätte sich die bürgerliche Mitte schweigsam davon geschlichen. Die Mitte, die „es nicht für die Aufgabe des Staates hält, die Auflösung überkommener Normativitäten gesetzgeberisch zu begleiten, sondern einen liberalen Ordnungsrahmen garantieren möchte, in dem plurale Lebensformen ohne normativen Druck in Zivilisiertheit miteinander auskommen können“.

 

Eine Geschichte von Fehlern, Exzessen und Scheinheiligkeit

Der Ausschluss des Hetzredners Akif Pirinçci aus dem öffentlichen Diskurs ist kein Verlust. Doch dass seine Aussagen bei Pegida von  Medien im falschen Zusammenhang zitiert wurden, ist verheerend.

von Stefan Niggemeier

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/katzen-des-boesen-akif-pirincci-und-die-medien-13886415.html

Ein interessanter Artikel über den Umgang insbesondere der Medien mit dem „Katzenliebhaber“ Akif Pirinçci.

Auf den ersten Blick wurde durch die Medien suggeriert, dass der Satz „Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“ sich auf die Flüchtlinge bezog. Tatsächlich war auch meiner Meinung nach der Umgang mit Gegnern der deutschen Flüchtlingspolitik gemeint. Dieser Zusammenhang ist nicht weniger geschmacklos, aber doch nun einmal ein anderer. Hätte ich nicht weiter recherchiert, wäre ich selbst weiterhin diesem „Irrtum“ unterlegen.

Eine Replik von Patrick Gensing:
Pirinccis PR-Coup: Gute KZs, schlechte KZs?

Wieder Tausende Islamgegner auf der Straße

http://www.zeit.de/politik/2015-02/demonstrationen-ausschreitungen-pegida

Rund 1.000 Gegendemonstranten versperrten den etwa 60 Pegida-Anhängern den Weg. In aufgeheizter Atmosphäre seien die Beamten mit Flaschen, Eiern und Farbbeuteln beworfen worden, berichtete die Polizei. Sechs Gegendemonstranten seien vorläufig festgenommen, zwei Polizisten durch Gegenstände und Faustschläge leicht verletzt worden.

Jetzt wäre es interessant, zu erfahren, wer die Polizisten beworfen hat! Ich gehe davon aus, dass es die Pegida-Gegner waren, die angeblich für ein „weltoffenes und tolerantes Klima“ stehen. Reicht die eigene Toleranz, die so vehement von den anderen eingefordert wird, nur bis zur eigenen Nasenspitze?

Übrigens haben „ausgestiegene“ ehemalige Führungsmitglieder von Pegida einen neuen Verein namens „Direkte Demokratie für Europa“ gegründet, mit dem sie sich politisch „rechts neben der CDU“ einordnen wollen.

Agenda des Vereins sei die Einführung direkter Demokratie in Deutschland „auf allen Ebenen“. Auch sollen die Themen Einwanderung und Asyl weiterhin eine Rolle spielten. „Unsere Ziele, die wir uns gesetzt haben, werden wir weiter verfolgen“, sagte Oertel.

Sonst etwas Neues bei Pegida & Co.?

„Hitler-Bärtchen“-Bachmann sitzt wieder im Boot, schon einen Monat nach seinem „Rückzug“ von der Pegida-Führungsspitze. Er ist wieder Vereinschef.

In geheimer Wahl sei beschlossen worden, „dass Lutz weiter als einer von drei Vorständen fungiert“, teilte der Verein am Sonntag auf seiner Facebook-Seite mit.

Differenzierter Artikel über Pegida

Endlich ein differenzierter Beitrag über Pegida. Er liegt schon eine Weile zurück, ist aber meiner Ansicht nach erwähnenswert.

Alexander Grau bescheinigt in seinem Artikel im Cicero dem Umgang mit Pegida Scheinheiligkeit.

Spätestens seit Pegida wird zwischen legitimen und nicht legitimen Ängsten unterschieden, die Protestler werden pathologisiert. Das beliebteste Argument dabei: Der Pegida-Protest sei Ausdruck diffuser Ängste. Mag sein. Doch Politik lebt nun mal von Ängsten