Israel erwidert Raketenbeschuss aus Gazastreifen

Israelisches Militär hat mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen. Auslöser war der Einschlag einer Rakete aus dem Palästinensergebiet trotz Waffenstillstand.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-05/israel-hamas-gazastreifen

(…) Augenzeugen schilderten, das Militär habe Camps des Islamischen Dschihads in Rafah, Khan Yunis und Gaza Stadt getroffen. Ein Armeesprecher sagte, das Gebiet der Hamas werde für Angriffe auf Israel genutzt, das sei nicht akzeptabel und werde Konsequenzen haben. Israel machte aber die Hamas bisher nicht direkt für diesen Raketeneinschlag verantwortlich (…)

(…) Die Hamas bekannten sich bisher nicht zu dem Raketenbeschuss. Ein Vertreter der Palästinenser sagte, Unbekannte seien verantwortlich. Medien zitierten einen Hamas-Vertreter, der rivalisierende Palästinensergruppen als Hintergrund der Attacke vermutete. Im Norden des Gazastreifens führe zudem ein neuer Befehlshaber das Kommando, dessen Anhänger zwei Mitglieder einer rivalisierenden Truppe gekidnappt hätten. Die habe sich dann entschlossen, die Rakete auf Israel abzufeuern (…)

Neues von mir…

Mir geht es super. Seitdem die Hamas-Raketen nicht mehr fliegen, kann ich mich besser entspannen, logisch.

Ich habe zuletzt am Sonntag einen Raketenalarm miterlebt, ausgerechnet in einem Kleidungsgeschäft. Zum Glück habe ich mich noch nicht umgezogen, sonst wäre es stressig gewesen, sich schnell wieder anzuziehen. Ich habe aber gehört, dass die Leute aus dem Süden das ruckzuck können. Manche haben ja auch nur 15 Sekunden Zeit…

Ich hoffe, dass die Waffenruhe dieses Mal eingehalten wird und die Parteien zu einer Regelung kommen. Das würde ich mir für die Bewohner des Gazastreifens wünschen, aber auch für die Israeli, die schon jahrelang unter Raketenbeschuss leiden, besonders für die im Süden.

Die Arbeit läuft gut, vor einigen Tagen habe ich eine tolle Entdeckung gemacht (zumindest ich war ganz „begeistert“!).

Ihr kennt bestimmt alle Helmut Schmidt, oder? Bei Bearbeitung einer Akte bin ich zufällig auf den leiblichen Großvater von ihm gestoßen, ein jüdischer Bankkaufmann. Der Vater von Helmut Schmidt, Gustav Schmidt, stammte aus einer flüchtigen Affäre und wurde nach der Geburt von der Familie Schmidt adoptiert.

Laut Gesetzeslage ohne nähere Prüfung hätte Helmut Schmidt theoretisch einen Anspruch auf Zahlung aus dem Fonds, den die Claims Conference (dazu später! Für die Ungeduldigen: http://www.claimscon.org/) für die Überlebenden des Holocaust und ihrer Angehörigen eingerichtet hat!

Ich fand diese Entdeckung total überraschend. Es ist unglaublich, wie präsent die Vergangenheit noch manchmal ist. Die Familiengeschichten und Tragödien, die hinter jedem Fall stecken, machen mich sprachlos und traurig, gerade und besonders angesichts des grassierenden Antisemtismus in Deutschland. Die Geschichtsbewältigung ist nicht einmal abgeschlossen, schon geht es wieder los…

Jetzt könnte ich wieder ans Reisen denken. Bis jetzt war ich nur in Tel Aviv und eine längere Zeit in Jerusalem. Aber um den Süden werde ich wahrscheinlich weiterhin einen Bogen machen…

Reise nach Jerusalem…

Heute wieder etwas Neues von mir:

Momentan befinde ich mich in Jerusalem. Auf der Hinfahrt von Ramat Gan nach Jerusalem geisterte mir immer wieder im Kopf herum, was wäre, wenn jetzt eine Bombe hochgeht. Vielleicht habe ich doch mehr Angst, als ich es mehr selbst eingestehe. Die Busse nach Jerusalem werden, im Gegensatz zu Reisen vom Zentralbusbahnhof aus, nicht kontrolliert, theoretisch könnte man eine Bombe im Gepäck verstecken. Schon möchten die Hamas die Dritte Intifada ausrufen:

http://www.i24news.tv/en/news/israel/diplomacy-defense/37961-140723-liveblog-no-gaza-ceasefire-in-sight

Hunderprozentige Sicherheit wird es wohl nie geben, trotz Kontrollen, wie die Vergangenheit zeigte.

Weiterlesen „Reise nach Jerusalem…“

Raketenalarm in Ramat Gan

Gestern, kurz vor 19 Uhr israelischer Zeit, habe ich zum ersten Mal einen Raketenalarm miterlebt. Einige Israeli haben sich auf der Straße hinter Autos versteckt, manche standen einfach da. Ich war in der Wohnung.

Ca. zwei Stunden später gab es den zweiten Alarm und kurz danach zwei Explosionen. Wie ich herausfand, wurden diese Explosionen bei der erfolgreichen Raketenabwehr durch „Iron Dome“ verursacht. Später in der Nacht gab es einen dritten Alarm.

Der Nahostkonflikt ist mir so nah wie nie zuvor. Es gibt Empfehlungen von der Homefront Command (Behörde für Verteidigung) bei einem Alarm. Wir haben im Haus keinen Luftschutzraum, müssen also ins Treppenhaus gehen.

http://www.oref.org.il/894-en/Pakar.aspx

Es ist sehr komisch. Letzte Woche war ich noch im sicheren Deutschland, heute könnte ich von einer Rakete getroffen werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt.