Im Vogelkäfig

In diesem Artikel von Philipp Reinartz dreht sich alles um Tel Aviv, den „Frühlingshügel“ am Mittelmeer.

Anhand mehrerer Lebensgeschichten wird vom Leben in dieser einzigartigen Stadt erzählt, die erst 1909 gegründet wurde und bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Für den Autor ist Tel Aviv ein Ort der Träume.

Die Menschen träumen dort von Amerika, von Frieden, von Erfolg – und geben nie auf. Aus ihren Geschichten steigt der immerwährende Wunsch nach Freiheit.

Doch stellt er die berechtigte Frage in den Raum, wie hoch man unter einem Raketenschutzschild fliegen kann.

Die Geschichte von Tel Aviv ist gleichzeitig die Geschichte eines Mannes, der die Vision von einem jüdischen Staat hatte und alles für diesen Traum tat: Theodor Herzl.  Ein Start-Up, das 1948 seinen Abschluss fand.

Straßenmusik in Tel Aviv

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Auf meinen Streifzügen durch Tel Aviv bin ich hier in der Allenby Street „hängengeblieben“. Es war sehr gemütlich. Die Musikerin hat Stühle hingestellt, die Passanten haben mitgesungen und geklatscht.

Ich habe leider nicht verstanden, was sie gesungen hat, gehe aber davon aus, dass es sich um bekannte israelische Schlager handelt.

 

Auf Diebessuche in Tel Aviv

Ja, nun ist es auch mir passiert! Ich wurde bestohlen, unauffällig, professionell, gemein.

Ich saß mit einer Freundin beim Mc Donald im Zentralomnibusbahnhof Tel Avivs, der gestohlene Rucksack neben mir auf einem Stuhl. Wir waren in einem Gespräch vertieft, zu vertieft, wie es sich später leider herausstellte. Im Augenwinkel bemerkte ich einen Bettler, der die Kunden um Geld bat. Ich wunderte mich noch, warum er nicht zu uns kam. Jetzt weiß ich warum. Ich weiß immer noch nicht, wie der Rucksack gestohlen werden konnte, direkt vor unseren Augen.

Wir wurden zur Polizei geschickt, um eine Erlaubnis für das Durchsehen der Überwachungskamera bei Mc Donald zu bekommen. Der Polizeibeamte war sehr gesprächig und hilfsbereit. Dieser Bahnhof sei sehr, sehr schwierig, dort sei viel Kriminalität. Außerhalb dieses Ortes sei Tel Aviv aber sicher. Er erzählte mir, dass er bei den Ausschreitungen in Ost-Jerusalem, infolge der vermutlichen Ermordung des palästinensichen Jungen, Dienst hatte. Er könne nicht verstehen, warum es so viel Hass auf beiden Seiten gibt.

Bisheriges Ergebnis:

Die Auswertung der Kamera hat den Täter identifiziert. Sie suchen gerade nach ihm. Ich werde diesen Rucksack inkl. Inhalt höchtswahrscheinlich nie wieder sehen.

Apropos, dieser Busbahnhof ist riesig. Er hat, soweit ich weiß, sieben Stockwerke mit kleinen Geschäften. Der Ort ist relativ heruntergekommen. Das Beste ist, dass im unteren Stockwerk die Filipino Karaoke-Shows veranstalten. Ich habe bereits 2008 ein Lied geträllert:

Sorry is all that you can’t say years gone by and still words don’t come easily…

An alle Besucher dieses Busbahnhofes:

Bindet euch an eure Taschen fest! Es ist absolut unglaublich, wie mein Rucksack entwendet wurde.