Früherer SS-Mann Gröning zu vier Jahren Haft verurteilt

Im Auschwitz-Prozess hat das Landgericht Lüneburg den früheren SS-Mann Oskar Gröning zu vier Jahren Haft verurteilt. Er habe sich der Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen schuldig gemacht. Der 94 Jahre alte Gröning hatte im Prozess Reue gezeigt.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/urteil-im-auschwitz-prozess-4-jahre-haft-fuer-ss-mann-groening-13703800.html

Das Urteil wird von den Kommentatoren sehr kontrovers diskutiert.

Aber meiner Ansicht nach ist es wichtig, das Gesamtbild zu sehen, nicht nur den alten 94-jährigen Verurteilten, der keiner Fliege etwas zuleide zu tun scheint und auch bei mir Mitleid hervorruft. Ich stelle gerne die Frage in den Raum, wie diese Kommentatoren reagieren würden, wenn nicht die „anderen“, sondern sie selbst und ihre Familie Opfer dieser Mordmaschinerie waren und noch sind. Würden auch nicht sie eine Art von „Gerechtigkeit“ anstreben?

Für Gerechtigkeit kann es aber nie zu spät sein.

Bewährungsstrafen für Brandanschlag auf Synagoge

Das Amtsgericht Wuppertal verurteilte Anfang Februar 2015 drei Palästinenser wegen versuchter schwerer Brandstiftung (§§ 306a, 22 StGB) zu Bewährungsstrafen. Die Angeklagten haben Ende Juli 2014 mehrere Molotowcocktails auf die Synagoge in Wuppertal geworfen. Zwei Angeklagten wurden zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der dritte Angeklagte wurde nach Jugendstrafrecht zu einer Bewährungsstrafe, ohne konkretes Strafmaß, verurteilt.

Bemerkenswert ist, dass das Gericht in der Tat keine Anhaltspunkte für Antisemitismus fand.

Der Staatsanwalt hatte jeweils Freiheitsstrafe ohne Bewährung beantragt. Er forderte für die „erwachsenen Täter“ zwei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe, für den jüngsten zwei Jahre.

[…] Der Staatsanwalt wies Erklärungen zweier Angeklagter zurück, sie hätten auf den Konflikt zwischen Israel und ihrem Heimatland Palästina aufmerksam machen wollen: „Wenn sie ein brennendes Zeichen gewollt wollten, dann hätte eine Kerze ja wohl genügt.“ […]

Gegen dieses Urteil soll die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt haben.

Weiterer Link:

http://www1.wdr.de/studio/wuppertal/themadestages/synagogen-prozess-wuppertal100.html