Mein kleiner Sohn hat kürzlich zum ersten Mal eine Geschichte erzählt. Sie geht so: „Vogel. Baum. Hoch. Vogel weg.“ [Weiterlesen]
Ein lesenswerter Artikel von Harald Martenstein über die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Selbstverwirklichung.
Mein kleiner Sohn hat kürzlich zum ersten Mal eine Geschichte erzählt. Sie geht so: „Vogel. Baum. Hoch. Vogel weg.“ [Weiterlesen]
Ein lesenswerter Artikel von Harald Martenstein über die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Selbstverwirklichung.
Droht in Deutschland massenhaft Altersarmut, oder schüren Sozialverbände und Medien lediglich Panik? Die Wahrheit ist kompliziert, aber auch besorgniserregend.
Von Bastian Brauns
http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-05/altersarmut-deutschland-politik-medien-armut-panik
Wie sieht es nun mit der Altersarmut aus?
Dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung zufolge werden 5 Prozent der Deutschen, die 2030 in Rente gehen, zusätzlich auf staatliche Grundsicherung angewiesen und demnach arm sein. Der Wirtschaftswissenschaftler Axel Börsch-Supan, seines Zeichens Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik, geht von einer allmählich ansteigenden Altersarmut unter den über 65-Jährigen aus. Er rechnet laut Artikel mit einer Verdopplung der Altersarmut von derzeit drei auf sechs Prozent.
Fakt ist, dass die Zahl der Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, sich seit 2003 mehr als verdoppelt hat. Heute sind etwa 536.000 Rentner zusätzlich auf diese Sozialleistung angewiesen.
Interessanterweise soll auch die Zahl der Menschen, die schon vor 65 wegen einer bestehenden Erwerbsminderung auf Dauer ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Erwerbstätigkeit bestreiten können, sich seit 2003 von rund 180.000 auf momentan mehr als 500.000 beinahe verdreifacht haben.
Im Jahr 2015 hätten mehr als eine Million Menschen Grundsicherung im Alter oder wegen Erwerbsminderung bezogen. Im Vergleich dazu seien es 2003 etwa 440.000 Menschen gewesen.
Bei Berücksichtigung des relativen Armutsbegriffes des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes würden gar 14,4 Prozent der über 65-Jährigen aktuell als arm gelten. Nach diesem Armutsbegriff gelten alle Personen als arm, die in Haushalten leben, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte (sog. Medianeinkommen) beträgt.
Im Artikel wird ferner eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2015 erwähnt, derzufolge sogar ein Mindestlohn von mehr als zehn Euro nicht dazu führen würde, eine gesetzliche Rente oberhalb der Grundsicherung zu erhalten. Müsste der Mindestlohn angesichts dieser Entwicklung nicht konsequent erhöht werden?
Zusammenfassend wird die Altersarmut ohne politische Maßnahmen kontinuierlich steigen, aber laut Experten nicht so massenhaft wie befürchtet.
Die sozialdemokratischen Parteien Europas erleiden einen einzigartigen Niedergang. Um zu überleben, müssten sie sich neu erfinden. Doch noch suchen die Parteieliten ihr Heil in alten Rezepten.
Kommentar von
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/leitartikel-das-ende-der-sozialdemokratie-ld.83738
Trotz anderweitiger Mitgliedschaft habe ich immer noch ein Faible für die SPD, die sich seit Jahrzehnten – mal mehr, mal weniger – für die Belange der „Arbeiterklasse“ eingesetzt hat. Und nun der Absturz dieser alteingesessenen Partei in den letzten Jahren, den ich mit Wehmut und Sorge betrachte.
sieht die Gründe für den Niedergang der sozialdemokratischen Parteien in ganz Europa darin, dass es den Sozialdemokraten nicht gelungen sei, ihre wegbrechenden Existenzgrundlagen (durch Rückgang der Arbeiterschaft infolge der fortschreitenden Industrialisierung sowie durch Verflüchtigung von linken ideologischen Überbauten und sozialistische Utopien) weitgehend durch neue Ideen und Projekte mit ähnlicher Anziehungskraft zu ersetzen.
Anstatt sich neue identitätsstiftende Ziele zu suchen, verbissen sich führende europäische Sozialdemokraten in die muffigen Rezepte der Vergangenheit. So würde sich die SPD wider alle Vernunft auf eine Rücknahme der Rentenreformen versteifen, die im letzten Jahrzehnt mit Müh und Not durchgesetzt worden seien.
Auch sei die Abhängigkeiten gegenüber den Gewerkschaften gefährlich, da deren Mitgliederbasis wegen der Deindustrialisierung weitgehend auf den vergleichsweise gut bezahlten und abgesicherten öffentlichen Sektor geschrumpft sei. Hierdurch werde die ursprüngliche soziale Basis – die schlecht bezahlten, marginalisierten Unterschichten – oft vernachlässigt. Diese fänden dann Zuflucht bei den neuen rechtsnationalen Parteien.
Dem Autor zufolge sollen sich die Sozialdemokraten auf ihre Kernaufgaben besinnen und sich einer praktischen, problemorientierten, zukunftsoffenen Politik öffnen. Hierfür sei der Abschied von sozialistischen Illusionen und Identitäten erforderlich. Was die Kernaufgaben der Sozialdemokraten im Detail sind, wird im Artikel leider offen gelassen.
Am 19. Juni 2016 findet in Frankfurt der 4. Deutsche Israelkongress statt, der von ILI – I LIKE ISRAEL e.V. in Kooperation mit der Israel Allies Foundation veranstaltet wird. Dieser Kongress dient den Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Geplant ist ein „vielfältiges Programm zu Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Religion“.
Sacha Stawski, Vorsitzender von ILI
Weitere Informationen:
Die Befürchtungen zum Start des Mindestlohns sind nicht eingetreten: Statt ihren Job zu verlieren, bekommen Millionen Menschen mehr Geld. Teurer wird es für Verbraucher.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-04/mindestlohn-arbeitnehmer-gewinn-preissteigerung-spargel
Ich zahle als Verbraucherin sehr gerne mehr, in dem Bewusstsein, dass die Spargelstecher etc. wirtschaftlich nicht ausgebeutet werden.
Politiker, Sportler und andere Prominente: Viele haben ihr Geld in Offshore-Firmen geparkt, wie Enthüllungen zeigen. Ein Überblick zu den bekanntesten Namen
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-04/panama-enthuellungen-politiker-prominente
Die Wahrheit kommt meistens früher oder später ans Licht.
In diesem Zusammenhang ein passender Bibelspruch im 1.Timotheus 6,10:
Hier ein sehr wichtiger Aspekt des Falles, der mir bislang nicht bekannt war:
Der moderne Feminismus hat ein Problem: Viele Anhängerinnen diskutieren zu laut und zu wütend über Sprache, Mütter und Vorstandsposten. Kritik lassen sie kaum gelten.
Von Meike Lobo
http://www.zeit.de/kultur/2016-03/feminismus-kritik-debatte-frauen
Ein lesenswerter kritischer Artikel der Bloggerin und Biologin Meike Lobo über die Auswüchse des modernen Feminismus.
Lobo ist der Ansicht, dass der moderne Feminismus „viel Zeit damit“ verbringt, „über social freezing, geschlechtergerechte Sprache und Vorstandsposten zu diskutieren, „anstatt etwa häuslicher Gewalt oder der überwiegend schlechten Situation alleinerziehender Mütter den Kampf anzusagen“. Dies sei der gelangweilte, übersättigte Selbstverwirklichungsfeminismus privilegierter Frauen, die kaum noch echten Grund zum Klagen haben.
Obwohl es zahlreiche Hinweise darauf gebe, dass die Geschlechter nicht gleich sind, lasse die Frauenbewegung angeborene Faktoren, die über reine Körperanatomie hinausgehen, bis heute kaum gelten. Der Feminismus hätte vielmehr jahrzehntelang versucht, den Frauen einzureden, dass sie wie Männer seien und lediglich soziale Prägung sie daran hindern würde, auch so zu leben.
Es finde eine Abwertung des Weiblichen durch das Patriarchat statt. Der moderne Feminismus erkläre das Weibliche jedoch für nichtexistent. Unter dem Deckmäntelchen der Chancengleichheit werde weiblicher Identität und Individualität ein männliches Lebensmodell übergestülpt. Folge hiervon sei die ultimative Assimilation des Weiblichen. Der Erzfeind der Frauenbewegung sei heute nämlich nicht das Patriarchat, sondern die Frau, die ihr Leben der Kindererziehung widmet und sich mit einer Halbtagsstelle zufrieden gibt. Der beruflich unehrgeizigen Mutter, die Kind und Haushalt mindestens ebenso viel Zeit widmet wie dem Beruf, werde daher von dieser Bewegung jede Form von Anerkennung versagt. Der traditionell weibliche Weg werde abgewertet, weil die Frauenbewegung ausschließe, dass auch der traditionelle Weg ein selbstbestimmter sein kann.
Damit offenbare sich der Feminismus nicht als Bewegung gegen die Unfreiheit, sondern gegen eine ganz bestimmte Art zu leben.
Dass dieser Artikel von Lobo für viel Wirbel in den sozialen Medien sorgte, ist nicht verwunderlich.
Die Autorin geht in einem separaten Artikel auf ihrem Blog auf die diesbezüglichen Reaktionen ein. Auch dieser Artikel ist sehr lesenswert.
Interessant ist auch die Replik eines männlichen (!) Autors, der Lobo die Propagierung eines leisen und verniedlichten Feminismus vorwarf.
Völlig zu Unrecht, wie ich finde. Ich habe den Artikel von Lobo dahingehend verstanden, dass der moderne Feminismus sich für Themen engangieren soll, die wirklich dringend und notwendig sind (z.B. Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen in der Dritten Welt). Er soll ihrer (und auch meiner Ansicht nach) lernen, Kritik zu vertragen und damit sachlich umzugehen. Ich könnte noch die Entwicklung von Humor hinzufügen, für den der Feminismus vermutlich nicht viel übrig hat. Oder bin ich die einzige, die diese modische Entgleisung des Physikers Matt Taylor, ein galaktisches Hemd mit vollbusigen Comic-Frauen, lustig findet und nicht frauenfeindlich? Hätte es ebenfalls eine Welle der feministischen Entrüstung gegeben, wenn eine Frau das gleiche Hemd getragen hätte?
Haben die Hardcore-Feministinnen diesen armen Mann mit dem besonderen Modegeschmack tatsächlich zum Weinen gebracht?! (4:36)
Vor nicht allzu langer Zeit kam mir der Gedanke, dass wir Frauen mit der Freiheit nicht weit gekommen sind. Früher durften wir nicht arbeiten gehen, heute nicht daheim bleiben.
In diesem Zusammenhang finde ich den Erfolg der Buchtrilogie „Shades of Grey“ sehr aussagekräftig, von der sich weltweit mehr als 100 Millionen Exemplare verkaufen ließen, allein 5,7 Millionen Mal in Deutschland. Die israelische Kultursoziologin Eva Illouz sieht den Erfolg dieser Trilogie insbesondere bei Frauen darin begründet, dass durch die Infragestellung von herkömmlichen Geschlechterrollen moderne Beziehungen von Unsicherheit geprägt seien. Die Praktizierung von BDSM sei ein Weg zur Restabilisierung dieser Geschlechterrollen.
Muss man aber gleich zur Peitsche und zum Latex greifen, um in unserer modernen Gesellschaft den „verpönten“ Traum von einer tradtionellen Rollenverteilung nachkommen zu können? Ist das die Art von Selbstbestimmung, die wir wollen?
Wie dem auch sei, meine Hochachtung gilt weiterhin den Menschen (ob Männlein oder Weiblein), die sich tatsächlich in den „Dreck“ werfen sowie persönliche und wirtschaftliche Einbuße in Kauf nehmen , um benachteiligten Menschen weltweit eine Verbesserung der Lebenssituation zu ermöglichen. Taten zählen mehr als Worte.
Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise setzt die EU ihre Hoffnung in die Türkei. Beim EU-Gipfel soll eine Vereinbarung mit Ankara festgezurrt werden, die Migranten von der Überfahrt nach Griechenland abhalten soll. […]
http://www.zeit.de/news/2016-03/17/eu-warum-ist-das-abkommen-mit-der-tuerkei-so-umstritten-17071004
Eine gute Übersicht über das Flüchtlingsabkommen mit den einschlägigen Normen.
In Brasilien baut die mächtige Agrarindustrie Futter auch für deutsche Schweine und Hühner an. Dafür zahlen Tausende von Kleinbauern. Manche mit ihrem Leben.
http://www.zeit.de/2016/11/landraub-brasilien-bewegung-landlose-landarbeiter-soja-deutschland
Der erste Schritt in die richtige Richtung wäre, weniger Fleisch oder Wurst zu essen. Warum tun wir uns den übermäßigen (Billig-)Fleischkonsum an? Er macht krank, schadet der Umwelt und auch den Mitmenschen.
Die Flüchtlinge werden Deutschland viel Geld kosten, sagt der Ökonom Clemens Fuest. Den Bürgern als Ausgleich jetzt mehr Wohltaten zu versprechen, sei der falsche Weg.
Interview: Bastian Brauns und Marcus Gatzke
http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-03/fluechtlingskrise-schaeuble-haushalt-kosten
Die fehlende Glaubwürdigkeit der alteingesessenen Parteien in der Flüchtlingskrise ist vermutlich der Grund, warum die AfD jüngst bundesweit erhebliche Wahlerfolge erzielen konnte.
Die nüchterne und ideologiefreie Art und Weise, wie der Ökonom Fuest Bilanz zieht, finde ich sehr angenehm. Seiner Ansicht zufolge wird die Flüchtlingskrise für uns voraussichtlich ein „Verlustgeschäft“ bleiben.
Ehrlich sei deshalb diese politische Botschaft gewesesen: Die Flüchtlingskrise ist kein Geschäft und sie wird uns Geld kosten.
Es sei jedoch unsere humanitäre Pflicht, den Menschen zu helfen, die zu uns kommen. Wir müssten uns aber auch dafür einsetzen, die Zuwanderung zu begrenzen.
Nachtrag:
Meiner Meinung nach kann Solidarität und „Opferbereitschaft“ nur entstehen, wenn einem bewusst ist, worauf man sich einlässt und welche Einbußen (materieller oder ideeller Art) durch die geforderte Solidarität drohen könnten.
Und genau die Entwicklung dieses Bewusstseins wurde von der Politik nicht gefördert bzw. erschwert.
Im „Flüchtlingssommer 2015“ galt in den Medien fast alles, was die Migration kritisch beurteilte, als rechts und unsolidarisch. Nachdem die Euphorie vergangen und sich Ernüchterung breit gemacht hat, ist eine konkrete politische Lösung in der Flüchtlingskrise immer noch nicht ersichtlich.
Muss man sich unter diesen Umständen wundern, dass die Bürger zur AfD rennen?