Deutsch-Israelischer Freiwilligendienst

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ist der sog. Deutsch-Israelischer Freiwilligendienst geschaffen werden, der der Fortentwicklung und weiteren Vertiefung dieser Partnerschaft dienen soll.

Dieses Programm soll es Israelis und Deutschen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren ermöglichen, in pflegerischen, sozialen, ökologischen, kulturellen und sportlichen Institutionen des jeweiligen Partnerlandes tätig zu werden.

Die Freiwilligen werden als Vollzeitkraft in diesen gemeinwohlorientierten Einrichtungen arbeiten, die Aufenthaltsdauer wird sich auf sechs bis zwölf Monate belaufen. Die Einsatzstelle hat im Gegenzug für die Unterkunft und Verpflegung der Freiwilligen zu sorgen.

Für dieses Programm soll bald eine eigene Homepage entstehen. Informationen zu diesem Freiwilligendienst gibt es vorläufig hier:

http://zwst-difd.de/cms/ueber-uns/zwst/

Heile Welt

Kann eine Jugendpsychiatrie Kindern helfen, die am Leben verzweifeln?

Von Jana Simon

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/50/jugendpsychiatrie-eberswalde-essstoerung-depression-selbstverletzung-behandlung

Die Autorin hat zwei Jugendliche in der Jugendpsychiatrie des Martin Gropius Krankenhauses Eberswalde zwei Jahre lang begleitet:

Die fiktive Lena schien an den hohen Anforderungen an sich selbst und der erdrückenden Liebe ihrer Eltern zu verzweifeln. Sie litt an Bulimie, ritzte sich selbst und plagte sich mit Selbstmordgedanken. Der fiktive Nico stammt aus schwierigen Verhältnissen. Der Vater war gewalttätig und drogenabhängig. Er beging Selbstmord, als Nico vier Jahre alt. Nico soll im klinischen Sinne nicht krank sein, er kannte „lediglich“ keine Grenzen. Nico hätte nur eine Unterkunft gebraucht, da er in den anderen geeigneten Einrichtungen wegen seinem Verhalten nicht mehr bleiben durfte. Und so landete auch er in der Jugendpsychiatrie.

Der Oberärztin Gräfe zufolge, die in der obigen Jugendpsychiatrie arbeitet, leiden die Jugendlichen heutzutage an Reizüberflutungen durch Medien und Soziale Netzwerke auf der einen und an der Beziehungsarmut auf der anderen Seite.

Laut Artikel sollen 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland psychisch auffällig, 12 bis 15 Prozent davon behandlungsbedürftig, jedoch nur 8 Prozent in Behandlung sein. Darüber hinaus sei Suizid nach Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache unter Jugendlichen.

Ob das Leiden dieser Kinder und Jugendlichen nur ein Spiegelbild unserer heutigen Gesellschaft darstellt? Meine größte Hochachtung gilt den Menschen in der Psychiatrie und anderswo, die diese Kinder und Jugendlichen nicht aufgeben und ihnen eine Zukunft ermöglichen wollen.

Die Terror-Falle

Die Morde von Paris sind nicht den Verfehlungen des Westens geschuldet.

Von

http://www.zeit.de/2015/48/islamischer-staat-terror-ursachen-westen-schuld

Josef Joffe spricht in seinem Beitrag die Verdrehung von Ursache und Wirkung, die Verwechslung von Opfer und Aggressor an, die dadurch entsteht, dass die Taten von Terroristen mit Versagen in der eigenen Gesellschaft zu erklären versucht werden.

Als ich im Sommer 2014 während des Gaza-Krieges in Israel war, trübten nicht die Raketen der Hamas aus dem Gazastreifen meine Freude, sondern all die gebetsmühlenartigen Artikel und Kommentare in den westlichen Medien, die die nicht zu rechtfertigenden Taten der Hamas und anderer fanatischer Palästinenser insbesondere durch die Politik Israels gerechtfertigt sehen wollten.

Ich stamme aus einem Land, das jahrtausendelang von den Chinesen kontrolliert wurde. Im 19. Jahrhundert kamen die Franzosen als Kolonialmacht ins Land. Während des 2. Weltkriegs wurde Vietnam von Japan besetzt. Im 2. Indochinakrieg (Vietnamkrieg) wurde Vietnam ein Spielball der westlichen Mächte. Allein fünf Millionen Vietnamesen starben während dem Krieg. Die Auswirkungen des von den USA eingesetzten Entlaubungsmittels „Agent Orange“ sind bis heute spürbar. Bis heute werden schwer behinderte Kinder geboren, deren Behinderungen auf „Agent Orange“ zurückzuführen sind. Der Vietnamkrieg wurde 1975 beendet. Das sind jetzt erst 40 Jahre her. Vietnam hat es dennoch geschafft, sich innerhalb dieses kurzen Zeitraums zu einem Schwellenland mit guten Perspektiven zu entwickeln. Das Land ist immer noch keine Demokratie, die Menschenrechte werden immer noch verletzt. Die Lebensbedingungen der Bevölkerung haben sich aber erheblich verbessert.

Und wie hat Vietnam sich so positiv entwickeln können? Durch Reformen und Pragmatismus, nicht durch Verharren in der „Opferrolle“, das Suchen der Schuld bei anderen. Und erst recht nicht dadurch, dass Vietnamesen sich irgendwo in der westlichen Welt in die Luft gesprengt haben oder sich in sonstiger Weise an westlichen Menschen rächen wollten. Zumindest sind mir keine vietnamesichen Attentäter bekannt. Vietnam ist meiner Ansicht nach ein gutes Beispiel dafür, wie ein Land sich trotz leidensvoller „Vorgeschichte“ gut entwickeln kann.

Schon in der Bibel steht, dass es leichter ist, den Splitter im Angesicht des anderen zu sehen. Dass man selbst einen Balken im eigenen Auge hat, wird dabei oft nicht beachtet. Entwicklung kann jedoch nicht möglich sein, wenn man sich die eigenen Fehler, das eigene Versagen nicht eingestehen kann und will. Das gilt im privaten Bereich, aber auch in der Politik.

Nachtrag:

Erst jetzt habe ich gesehen, dass Joffe auch das Beispiel Vietnam zitiert hat. Interessant, dass wir beide den gleichen Gedanken hatten.

Hat sich auch bei den Deutschen herumgesprochen, dass die Hygiene in vietnamesischen Lokalen nicht immer den westlichen Standards entspricht? Laut Joffe droht Deutschland nämlich kein vietnamesischer Terrorismus, allenfalls die Fischvergiftung!

Soziale Kluft in Deutschland wächst

Reich bleibt reich, arm bleibt arm: Eine Studie zur Einkommensverteilung sieht wachsende Abstände. Ein besonderes Risiko trägt die Mittelschicht.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-11/einkommen-deutschland-arm-reich-mittelschicht

Die soziale Kluft wächst wie jedes Jahr. Laut Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung liegt Deutschland bei der sogenannten Armutsquote wie bislang im europäischen Mittelfeld. Als wichtigen ersten Schritt gegen eine „wirtschaftliche und soziale Polarisierung“ durch Armut wird der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro bezeichnet.

Ich habe vor einiger Zeit irgendwo einen interessanten Artikel gelesen, demzufolge der soziale Frieden durch eine fortschreitende Kluft zwischen arm und reich gefährdet werden könnte.

Nachtrag:

Gefunden! Hier ein Interview mit dem Ökonomen Thomas Piketty u.a. über die Auswirkungen einer ungerechten Einkommensverteilung.

http://players.brightcove.net/18140073001/c09a3b98-8829-47a5-b93b-c3cca8a4b5e9_default/index.html?videoId=3639166993001&wmode=transparent&preload=none

Gefühlter Reichtum macht Reiche weniger großzügig

Seit Langem wissen Soziologen: Je ungleicher Reichtum in einer Gemeinschaft verteilt ist, desto unglücklicher sind die Menschen. Das gilt auch für die Gewinner der ungerechten Verteilung – aber wollen sie das auch ändern?

von

Eine sehr interessante Studie, die nahelegt, dass individueller Reichtum mit wachsender Intoleranz gegenüber Dritten einhergeht.

Man sagt ja, dass von den Schwaben das Sparen gelernt werden kann.

Hier gibt es den schwäbischen Sparkurs mit nicht (ganz) ernst gemeinten Tipps:

http://www.schwaebisch-schwaetza.de/schwaebischer_sparkurs.htm

Eine kleine Kostprobe: 🙂

Nix isch so hee, als dass mers nedd midd Uhuu wiedr zammagläba kennd ..

„Migration produziert mehr Migration“

Warum wir uns in die Köpfe der Flüchtlinge hineindenken müssen. Ein Gespräch mit dem amerikanischen Zuwanderungsforscher Demetrios Papademetriou.

Interview:

http://www.zeit.de/2015/45/migration-fluechtlinge-grenzen-grenzsicherung-interview

Ein interessantes Interview mit Demetrios Papademetriou, demzufolge die Flüchtlingskrise von existenzieller Bedeutung für Europa sei.

Die Zeit der Ernüchterung ist nach meinem Eindruck auch in der Presse angekommen. Anfangs versuchten sich die Zeitungen wie im Rausch mit „Willkommensbekundungen“ zu überbieten. In letzter Zeit sehe ich fast nur noch „flüchtlingskritische“ Artikel.

Hat sich endlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es nicht reicht, Teddys und Decken zu spenden, sondern dass wir langfristig Verantwortung übernehmen müssen für die Menschen, die hier kürzlich in Deutschland angekommen sind und noch kommen werden?

Wie weit sind wir bereit, von unserem eigenen Wohlstand abzugebeben? Wie weit sind wir bereit, für andere Menschen Einbußen in Kauf zu nehmen? Das sind die entscheidenden Fragen.

Die meisten Flüchtlinge bleiben jahrelang arbeitslos

Die Sorge, Einwanderer könnten mit Einheimischen auf dem deutschen Arbeitsmarkt konkurrieren, ist unbegründet. Wenn überhaupt, findet ein Wettbewerb höchstens mit früheren Migranten statt.

Von ,

http://www.welt.de/wirtschaft/article149064620/Die-meisten-Fluechtlinge-bleiben-jahrelang-arbeitslos.html

Ich möchte kein Flüchtlingsbashing machen. Ich bin aber ein Fan von ehrlichen Debatten, bei denen auch die „unschönen“ Fakten angesprochen werden.

Twitter verrät, wo sich IS-Sympathisanten verstecken

Die westlichen Geheimdienste sollten die sozialen Netzwerke noch genauer prüfen. Denn eine Analyse der Twitter-Daten der vergangenen Monate offenbart die unerwartete Europa-Hochburg des IS.

Von ,  

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article148921595/Twitter-verraet-wo-sich-IS-Sympathisanten-verstecken.html

Die europäische „IS-Hochburg“ ist -welch Überraschung- Belgien. Rund ein Drittel aller arabischsprachigen Tweets, die in Belgien zum Thema IS verfasst wurden, haben laut Twitter-Analyse einen positiven Tenor. Belgien befindet sich demnach auf dem dritten Platz, gleich hinter Katar und Pakistan. Deutschland liegt in diesem IS-Propaganda-Ranking auf Platz 14.

Interessant ist darüber hinaus, in welchen Ländern der IS die meisten Twitter-Unterstützer hat. In Saudi-Arabien gibt es die meisten IS-Accounts, direkt gefolgt von Syrien und dem Irak.

Der „Balanceakt“ in der europäischen Flüchtlingskrise scheint mir angesichts dieser Analyse noch schwerer zu gelingen.

Einerseits können und dürfen wir nicht alle „Flüchtlinge“ pauschal als Terroristen ansehen. Wir sollen nicht vergessen, dass es sich immer noch um Menschen handelt, die Anspruch auf eine menschenwürdige Behandlung haben. Unabhängig von den politischen und sozialen Umständen, unabhängig davon, ob sie letztendlich bleiben dürfen oder Europa wieder verlassen müssen.

Aber auf der anderen Seite ist meiner Meinung nach eine Verbindung zwischen den Flüchtlingsströmen und der damit einhergehenden Infiltration durch den IS klar erkennbar. Kann man eine Korrelation noch ernsthaft in Abrede stellen?

Die meisten Syrer fliehen vor Assad – und nicht dem IS

Ohne ein Ende des Krieges in Syrien und die Entmachtung des Diktators Assad kann sich die Mehrheit der syrischen Flüchtlinge in Deutschland eine Rückkehr in ihr Land nicht vorstellen. Der IS-Terror ist für weniger Menschen relevant.

http://www.nwzonline.de/nachrichten/politik/die-meisten-syrer-fliehen-vor-assad-und-nicht-dem-is_a_30,1,2569114754.html

Die Studie über Fluchtgründe und Zukunftsperspektiven wurde von der Organisation „Adopt a Revolution“ erstellt. Die Umfragen erfolgten von Mitte September bis Anfang Oktober 2015. Die Studie ist natürlich nicht repräsentativ, könnte aber als Indiz herangezogen werden.

Zum Thema ehrliche Debatte.

Impressionen aus dem Schwarzwald

Wieder zurück aus dem tiefsten Schwarzwald, wo ich einige Tage inmitten unberührter Natur verbrachte, ohne Handy und Internet. Balsam für die Seele.

Hier einige Impressionen, vor allem für die Israelis. Es ist vorgedrungen, dass sie nicht nur ein Faible für Berlin haben, sondern auch für „Black Forest“. 🙂