Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit wurde ich Zeugin eines Ereignisses, das ich nie wieder vergessen werde. Der Gedanke daran zauberte mir den ganzen Tag über ein dickes Lächeln auf das Gesicht, und auch jetzt muss ich herzhaft grinsen, während ich diese kleine Geschichte schreibe.
Dass Deutsche Bäume lieben, dürfte allgemein bekannt sein. Man denke nur an Joseph von Eichendorff, der in seinen romantischen Gedichten den schönen deutschen Wäldern ein Denkmal setzte, wie in folgender Strophe des Gedichts „Abschied„:
O Täler weit, o Höhen, O schöner, grüner Wald, Du meiner Lust und Wehen Andächtger Aufenthalt! Da draußen, stets betrogen, Saust die geschäftge Welt, Schlag noch einmal die Bogen Um mich, du grünes Zelt!
Oder an den „Baumversteher“ Peter Wohlleben, der uns in seinem Buch „Das geheime Leben der Bäume“ mit den Gefühlen und Kommunikationswegen dieser hölzernen Schöpfung vertraut machen möchte:
Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt
Aber gilt diese „Baumliebe“ jetzt auch für schwäbische Asiatinnen?
Bertolt Brecht, vor allem für seine politischen Werke bekannt, thematisierte in seinem Gedicht „Erinnerung an die Marie A.“ die Vergänglichkeit der Liebe und die verblassende Erinnerung daran.
Das Gedicht, „täuschend schlicht“ und „leicht auswendig zu lernen“, soll laut Brecht-Biograph John Fuegi „zum Grundbestand der deutschen Literatur“ gehören.
Die tolle Musik ist selbst komponiert, von „Pico DellaMirandola“. Unter diesem Künstlername verbirgt sich vermutlich Herb Weidner, ein Pianist aus Regensburg, der im Übrigen ebenfalls Gedichte schreibt.
In letzter Zeit habe ich die Sparte Lyrik etwas vernachlässigt. So sehr hat die aktuelle Politik mich gefesselt.
Heute gibt es das „Volksgedicht“ „Abendlied“ von Matthias Claudius, besser bekannt als „Der Mond ist aufgegangen“. Dieses Gedicht gehört zu den bekanntesten der deutschen Literatur . Ich kannte bislang nur die ersten drei Strophen und die letzte, als Lied.
Ich habe heute einen unglaublichen Fund gemacht. Ich habe einen uralten Zeit-Artikel vom 04.06.1971 entdeckt, der die vietnamesische Lyrik zum Inhalt hat.
Wenn von Lyrik in Vietnam die Rede ist, darf der Versroman „Das Mädchen Kiều“ (Truyện Kiều) nicht fehlen, der vom Dichter Nguyễn Du stammt und eines der bekanntesten Werke der vietnamesischen Literatur darstellt.
Dieser Versroman wurde vor rund 200 Jahren geschrieben und erzählt – basierend auf ein chinesisches Werk des 17. Jh. – die Lebens- und Leidensgeschichte der Kiều nach, die auf ihr eigenes Lebensglück verzichtet, um ihrer Familie aus der Not zu helfen. Ihr Weg führt sie durch viel Trübsal, bevor sie am Ende doch ihr Glück findet. „Das Mädchen Kiều“ behandelt aber nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern beschreibt zugleich die sozialen und politischen Umbrüche in Vietnam am Ende des 18. Jh.
Es gibt eine deutsche Nachdichtung dieses Nationalepos von Irene und Franz Faber (1964), die laut Information von Dr. Trương Hồng Quang (wir sind nicht verwandt! 🙂 ) noch dieses Jahr in einer bilingualen deutsch-vietnamesischen Ausgabe neu aufgelegt wird. In diesem Zusammenhang weise ich sehr gerne auf einen Beitrag von Dr. Trương (so schreibt man übrigens Truong richtig) hin, der sich mit der “ deutschen Nachdichtung des Versepos „Truyện Kiều“ („Das Mädchen Kiêu“) von Irene und Franz Faber“ befasst. Dieser Artikel von Dr. Trương soll im Übrigen anlässlich der Neuerscheinung der deutschen Nachdichtung überarbeitet werden.
Nun ein kleiner Vorgeschmack vom „Mädchen Kiều“ (Prolog):
Lernplattform ZEIT – Franz Kafka (1883–1924): Ein Rätsel, das immer modern bleibt
Kafkas Werk steht für sich: Es ragt aus dem Fundus moderner Literatur heraus wie kein anderes. Was macht gerade die Texte Franz Kafkas so unverwechselbar?
Ein toller Beitrag des Lernplattforms zu den Werken Kafkas, dessen Literatur zur Epoche der literarischen Moderne zählt und Weltruhm erlangt hat. Übrigens war Kafka auch Jurist. 🙂
Klassiker der Weltliteratur: Franz Kafka | BR-alpha
Vor einiger Zeit habe ich auf einem „Wühltisch“ ein Exemplar von Munros „Zu viel Glück“ ergattert. Zum Glück. Die Kurzgeschichten in diesem nicht sehr dicken Band gehören nämlich zu den besten, die ich bis jetzt gelesen habe.
Die Literaturnobelpreisträgerin 2013 beschreibt in „Zu viel Glück“ verschiedene Situationen von zumeist Frauen, denen alles unterstellt werden könnte, aber nicht „zu viel Glück“. Aus auf dem ersten Blick scheinbar alltäglichen Situationen heraus entwickelt die Autorin Handlungsstränge, die den Leser (also mich) fesseln und oft fassungslos zurücklassen. Die Sprache der Kurzgeschichten finde ich wunderbar, auffällig ist eine gewisse Distanz in der Erzählweise Munros, die im Kontrast zu den oftmals existenziellen Situationen der Protagonisten stehen.
Ich bin glücklich, denn es gibt noch über 150 Kurzgeschichten von Munro, auf die ich mich freuen kann.
Ein verstorbener Freund begleitet den Erzähler, jedoch lässt sich die Vergangenheit nicht reparieren. Eyal Meggeds „Unter den Lebenden“ ist heitere Fiktion über große Themen, findet Iris Radisch.