Sechs Milliarden Euro mehr für Flüchtlinge

Mehr Geld, aber auch strengere Regeln: In der Nacht haben Union und SPD beschlossen, wie Deutschland die Flüchtlingskrise bewältigen soll. Der Arbeitsmarkt soll davon profitieren.

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/koalitionsgipfel-sechs-milliarden-euro-mehr-fuer-fluechtlinge-13788961.html

Der Beitrag gibt einen guten Überblick über die Ergebnisse des gestrigen Koalitionsgipfels. Unter anderem soll der Kreis der sogenannten sicheren Herkunftsstaaten erweitert und der Bargeldbedarf in Erstaufnahmeeinrichtungen so weit wie möglich durch Sachleistungen ersetzt werden.

Auch sind sich die Politiker darüber einig, dass Deutschland das Scheitern der EU-Asylpolitik nicht alleine auffangen kann.

(…) Die Koalition unterstreicht in dem Papier ihre Forderung nach einer grundlegenden Reform der EU-Asylpolitik, die auch eine gerechte Verteilung Asylsuchender in allen EU-Ländern umfasst. (…)

Wo ist das Abenteuerland?

Einfach so herumstreifen: Viele Mädchen und Jungen erleben das gar nicht erst. Die Gesellschaft könnte das teuer zu stehen kommen

von 

http://www.zeit.de/2015/34/kinder-freiraum-freiheit-abenteuer

Ein sehr lesenswerter Artikel, in der die Problematik einer „verinselten Kindheit“ thematisiert wird. Diese liegt bei einer verhäuslichten, verplanten Kindheit vor, in der das „zweckfreie“ Spielen und Toben keinen Platz hat.

Die Forscher sehen diese Entwicklung sehr kritisch, da das freie Spielen an der frischen Luft, ohne Aufsicht der Eltern, nicht nur gesund für das einzelne Kind sei, weil es körperliche und geistige Fähigkeiten fördere und beim Erlernen sozialer Kompetenzen helfe. Auch die gesamte Gesellschaft profitiere davon, da beim Spielen auf der Straße die sozialen Ungleichheiten nicht im Vordergrund stünden. Der Kontakt zu anderen sozialen Milieus sei dadurch möglich.

Einer Studie des Bielefelder Pädagogen Holger Ziegler zufolge könne bei Kindern ab drei Terminen pro Woche ungesunder Stress entstehen. Sein Kollege Burkhard Fuhs spricht sogar von einem neuen Bildungsadel, der durch eine übermäßig behütete „Ich“-Kindheit entstehe.

„Die Idee der Gleichheit, die wir im 20. Jahrhundert über die Schule verwirklichen wollten, geben wir aktuell auf, weil wir alle Förderung in die Freizeit verlagern“, sagt Fuhs. „Wir züchten uns einen neuen Bildungsadel heran.“

Jetzt mehr Angst vor Terror und Asylbewerbern

Den Deutschen geht es wirtschaftlich gut – aber sie fürchten sich vor Bedrohungen von außen. Die Studie „Die Ängste der Deutschen“ zeigt, wie stark sich die Sorgen der Bevölkerung verschieben.

von Johannes Leithäuser, Berlin

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/studie-die-aengste-der-deutschen-angst-vor-terror-asylanten-13783505.html

Zum Thema „Angst“ gibt es eine interessante Studie, die von der R+V-Versicherung jährlich durchgeführt wird. Die Studie befasst sich mit den Ängsten der Deutschen und heißt dementsprechend „Die Ängste der Deutschen“.

Wie steht es nun um die Befindlichkeit der Deutschen? Vor was fürchten sie sich im Jahr 2015 am meisten?

Vor allem die Angst ums liebe Geld treibt die Deutschen um. 64 Prozent der Befragten sorgen sich, dass sie für die Kosten der Schuldenkrise in Griechenland und anderen Euro-Ländern einstehen müssen.

Hier gibt es Grafiken zur Studie.

Scherbenhaufen der Asylpolitik

So viele Einwanderer wie nie zuvor strömen nach Deutschland. Die Bundesrepublik ist überfordert. Sie darf nicht den Sinn dafür verlieren, wen sie wirklich braucht und wen nicht. Ein Kommentar.

von Jasper von Altenbockum

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kommentar-von-jasper-von-altenbockum-zum-fluechtlingsstrom-13768775.html

(…) Die unangenehmen Vorschläge klingen anders und sind nicht ganz so beliebt. Denn sie zielen darauf, Flüchtlinge, die sich nur so nennen, davon abzuschrecken, ihre Heimat zu verlassen oder nirgends anders hinziehen zu wollen als nach Deutschland. (…)

Man kommt momentan nicht umhin, sich mit der Flüchtlingsproblematik auseinanderzusetzen. Als Migrantin, die allein durch glückliche Zusammenfügungen nach Deutschland gelangt ist, fällt es mir besonders schwer, Menschen zu „verurteilen“, die sich hier in Deutschland ein besseres Leben erhoffen. Ob als Asylant oder „nur“ als Wirtschaftsflüchtling.

Unabhängig von meiner persönlichen Geschichte stellt sich für mich die Frage:

Haben wir moralisch ein Recht darauf, Menschen davon abzuhalten, ein Stück von unserem unglaublichen Wohlstand hier in Europa und besonders Deutschland zu ergattern?

Wir, die wir durch Glück, Schicksal, Fügung oder wie wir es auch immer nennen mögen, das (unverdiente) Recht haben, in einem der reichsten Länder geboren zu werden und zu leben. Wohl nein.

Weiterlesen „Scherbenhaufen der Asylpolitik“

Der WDR setzt auf Zensur

Die Sendung von Frank Plasberg zur Geschlechterdebatte ist aus der Mediathek gelöscht worden. Der Rundfunkrat sieht sich bestätigt, der Deutsche Frauenrat jubelt. Der Sender aber leistet mit seinem Verhalten einen Offenbarungseid. Ein Kommentar.

von Michael Hanfeld

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hart-aber-fair-loeschung-der-wdr-setzt-auf-zensur-13764991.html

Hier die fragliche Sendung: 🙂

Nieder mit den Ampelmännchen, her mit den Unisex-Toiletten – Deutschland im Gleichheitswahn?

Nachtrag:

Ich habe mir die Sendung in mehreren Etappen vollständig angesehen. Abschließend steht für mich fest, dass sie keine gute Grundlage ist, um sich der Genderproblematik zu nähern. Sie ist reich an blöden Sprüchen und spart dafür am Inhalt. Das ist aber kein Grund, sie aus der Mediathek zu nehmen, wie geschehen. Aber es ist für mich ebenfalls nicht ersichtlich, weswegen die Frauenverbände und die Gleichstellungsbeauftragten diese Sendung so kritisiert haben. Da treffen sich fünf sehr unterschiedliche Menschen, um über ein umstrittenes Thema zu reden, mal mehr, mal weniger kompetent. Das Gender-Mainstreaming erscheint dabei in einem diffusen und negativ behafteten Licht. Völlig zu Unrecht?

Alice Schwarzer über den Fall Hunt

Der Fall wird seit Wochen kontrovers diskutiert. Der Mann hat recht, findet die EMMA-Herausgeberin im Fall des wg. Sexismus geächteten Wissenschaftlers. Zynische Frauenverachtung – oder englischer Humor? Die einen sagen so, die anderen so. Und Schwarzer ergreift wieder Partei. Diesmal für den Mann.

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/alice-schwarzer-ueber-den-fall-hunt-330345

Was für eine Überraschung! Wer hätte das gedacht? 🙂

Nur so nebenbei eine Beschreibung Alice Schwarzers über sich selbst:

Was denkt und schreibt Alice Schwarzer wirklich? Ganz anderes oder sogar das Gegenteil von dem, was die Klischees unterstellen. Denn Alice Schwarzer ist nicht nur Feministin, sie ist auch Humanistin. Und als solche ist sie für Gewaltfreiheit und Chancengleichheit für alle Menschen, Männer inbegriffen.

Das ist doch mal großzügig.

Heiko Maas zu den Äußerungen des GBA Harald Range

Ich habe meine Zweifel, ob diese Stellungnahme von Justizminister Maas hundertprozentig der Wahrheit entspricht. Warum soll GBA Range bewusst gelogen haben? Das macht alles keinen Sinn. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo in der Mitte.

Hier die Erklärung von Range vom 04.08.2015

Jetzt müsste man sich die Körpersprache der beiden Herren genau ansehen. Vielleicht ohne Ton.

Mein vorläufiger Eindruck:
1:0 für Range

Über gefährliche Witze

In England und den USA gibt es die schöne Tradition, Reden mit Scherzen zu würzen. Die Scherze dürfen ruhig frech und ein wenig anzüglich sein. Als der Nobelpreisträger Sir Tim Hunt in Südkorea vor jungen Wissenschaftlerinnen gesprochen hat, begann er so: (…)

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/29/harald-martenstein-scherze-witze

von Harald Martenstein

Den „Witz“ von Tim Hunt finde ich nicht wirklich witzig. Rechtfertigt aber allein die Qualität eines „Witzes“ die berufliche Vernichtung eines Menschen?

Dürfen eigentlich Frauen einen blöden Witz über Frauen machen? Müssen auch sie dann negative Konsequenzen befürchten? Dürfen Frauen Witze über Männer machen?

Hier ein Versuch (den blödesten Witz über Frauen, den ich auf die Schnelle gefunden habe):

Wieso kann eine Frau beim Verkehr besser denken? – Sie ist mit dem Zentralrechner verbunden.

http://www.aberwitzig.com/frauenwitze.htm

Ha, ha…

„Rechtspopulisten stoßen in die Lücke“

Mit einer liberalen Flüchtlingspolitik kann die SPD keine Wahlen gewinnen, sagt der Politikexperte Timo Lochoki. Denn das stärke nur die rechten Parteien.

Interview: Hans Monath

http://www.zeit.de/politik/2015-08/rechtspopulisten-afd-front-national

Interessante Aspekte im Hinblick auf die Wechselwirkungen in der Flüchtlingspolitik.

Ich finde es ebenfalls sehr interessant, wie die „einheimischen“ Migranten, also Ausländer, die schon länger hier in Deutschland leben, über die aktuelle Flüchtlingspolitik denken. Sind sie durch ihre eigene Geschichte liberaler, empathischer?

Ich habe nicht diesen Eindruck. Vielleicht sind alle (Urdeutsche und die Zugezogenen) vereint in ihrer undefinierbaren Angst vor Veränderungen, die seit einiger Zeit in der Luft schwebt.

Wie folgendes Erlebnis zeigt:

Einer türkischstämmigen Mutter zufolge mache sie sich Sorgen um ihre Tochter, da der Landkreis plane, ab August 2015 120 Asylbewerber vorläufig in der Theodor-Heuss-Sporthalle in Reutlingen unterzubringen. Die Tochter gehe auf diese Schule. Dies sei unzumutbar, da die nach ihrer Information nur männlichen Asylbewerber aus Länder stammten, in denen Frauen überwiegend weniger Rechte hätten und sich bedecken würden. Sie würden diese Freizügigkeit in Deutschland nicht „aushalten“. Sie sehe daher eine Gefahr für ihre Tochter.

Meldung von antisemitischen Vorfällen

https://report-antisemitism.de/#/home

Selbstdarstellung der Seite:

Seit Januar 2015 existiert beim Verein für Demokratische Kultur in Berlin […] e.V. die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS). Zusammen mit jüdischen Organisationen und den Berliner Registerstellen baut RIAS ein berlinweites Melde-Netzwerk für antisemitische Vorfälle auf. […]

Es können aber bundesweit antisemitische Vorfälle gemeldet werden, nicht nur die in Berlin.