I see fire…

In meinem letzten Beitrag habe ich euch etwas „Krasses“ angekündigt.

Aufgrund von Krankheit (auch hier im „heiligen Land“ hat es mich erwischt) hat sich der Bericht leider etwas verzögert.

Ich habe von diesem Ereignis auch Fotos mit einem Handy gemacht (nur ausgeliehen, mein Handy wurde ja geklaut). Die Datenübertragung per Bluetooth klappt jedoch nicht, Fotos werden voraussichtlich folgen. (Und sie folgen. Entschuldigt bitte die schlechte Qualität).

Was ist also passiert?

Am Sonntag sind wir nach Even Sapir, ein Moshav in der Nähe von Jerusalem gefahren. Ein Moshav ist eine genossenschaftlich organisierte, ländliche Siedlungsform in Israel, deren Güter sich sowohl in Kollektiv- wie auch in Privateigentum befinden. Die Gestattung von Privateigentum unterscheidet ein Moshav von einem Kibbuz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Moschaw

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Neues von mir

In Israel geht es immer noch heiß her.

Mir geht es aber gut. Seit Dienstagabend gab es in Tel Aviv jeden Tag regelmäßig Luftalarm, auch als ich gerade gearbeitet habe. Es hat mir zu denken gegeben, dass unser Büro den einen Luftalarm nicht mitbekommen hatte und daher im Büro geblieben war. Am Freitag flog eine Rakete, die abgewehrt wurde, direkt über unseren Tower.

Mich wundert es selbst, wie ruhig ich noch bin. Vielleicht liegt es an den Israeli, die trotz der sehr angespannten Lage erstaunlich gelassen bleiben. Ich frage mich, ob es daran liegt, dass sie sich an dieser bedrohlichen Situation, den Dauerbeschuss, bereits gewöhnt haben oder ob das Vertrauen in Iron Dome diese Gelassenheit zeitigt.

Ich bin relativ gelassen, zucke aber jedes Mal innerlich zusammen, wenn ich eine Explosion höre. Gedanken wie „Ist eine Rakete doch eingeschlagen?“ oder „Hat Iron Dome die Explosion verursacht?“ rasen mir durch den Kopf.

Apropos Iron Dome: Laut Wikipedia kostet eine einzige Abfangrakete 35.000 – 50.000 Dollar.

http://de.wikipedia.org/wiki/Iron_Dome

Gemäß einer Israeli war der Einsatz dieses Abwehrsystems sehr umstritten, da die Entwicklung und Anwendung dieses Systems sehr kostenintensiv ist (Wikipedia: Gesamtkosten von 1,5 Milliarden Schekel (ca. 375 Millionen US-Dollar). Nun müssten die Israeli sehr glücklich darüber sein, dass sie sich doch für dieses Abwehrsystem entschieden haben, das wirklich gut und effektiv arbeitet.

Momentan bin ich Jerusalem. Hier fliegen auch die Raketen. Heute habe ich etwas Krasses erlebt. Was es ist, erzähle ich euch morgen.

 

Auf Diebessuche in Tel Aviv

Ja, nun ist es auch mir passiert! Ich wurde bestohlen, unauffällig, professionell, gemein.

Ich saß mit einer Freundin beim Mc Donald im Zentralomnibusbahnhof Tel Avivs, der gestohlene Rucksack neben mir auf einem Stuhl. Wir waren in einem Gespräch vertieft, zu vertieft, wie es sich später leider herausstellte. Im Augenwinkel bemerkte ich einen Bettler, der die Kunden um Geld bat. Ich wunderte mich noch, warum er nicht zu uns kam. Jetzt weiß ich warum. Ich weiß immer noch nicht, wie der Rucksack gestohlen werden konnte, direkt vor unseren Augen.

Wir wurden zur Polizei geschickt, um eine Erlaubnis für das Durchsehen der Überwachungskamera bei Mc Donald zu bekommen. Der Polizeibeamte war sehr gesprächig und hilfsbereit. Dieser Bahnhof sei sehr, sehr schwierig, dort sei viel Kriminalität. Außerhalb dieses Ortes sei Tel Aviv aber sicher. Er erzählte mir, dass er bei den Ausschreitungen in Ost-Jerusalem, infolge der vermutlichen Ermordung des palästinensichen Jungen, Dienst hatte. Er könne nicht verstehen, warum es so viel Hass auf beiden Seiten gibt.

Bisheriges Ergebnis:

Die Auswertung der Kamera hat den Täter identifiziert. Sie suchen gerade nach ihm. Ich werde diesen Rucksack inkl. Inhalt höchtswahrscheinlich nie wieder sehen.

Apropos, dieser Busbahnhof ist riesig. Er hat, soweit ich weiß, sieben Stockwerke mit kleinen Geschäften. Der Ort ist relativ heruntergekommen. Das Beste ist, dass im unteren Stockwerk die Filipino Karaoke-Shows veranstalten. Ich habe bereits 2008 ein Lied geträllert:

Sorry is all that you can’t say years gone by and still words don’t come easily…

An alle Besucher dieses Busbahnhofes:

Bindet euch an eure Taschen fest! Es ist absolut unglaublich, wie mein Rucksack entwendet wurde.

 

 

 

 

 

Raketenalarm in Ramat Gan

Gestern, kurz vor 19 Uhr israelischer Zeit, habe ich zum ersten Mal einen Raketenalarm miterlebt. Einige Israeli haben sich auf der Straße hinter Autos versteckt, manche standen einfach da. Ich war in der Wohnung.

Ca. zwei Stunden später gab es den zweiten Alarm und kurz danach zwei Explosionen. Wie ich herausfand, wurden diese Explosionen bei der erfolgreichen Raketenabwehr durch „Iron Dome“ verursacht. Später in der Nacht gab es einen dritten Alarm.

Der Nahostkonflikt ist mir so nah wie nie zuvor. Es gibt Empfehlungen von der Homefront Command (Behörde für Verteidigung) bei einem Alarm. Wir haben im Haus keinen Luftschutzraum, müssen also ins Treppenhaus gehen.

http://www.oref.org.il/894-en/Pakar.aspx

Es ist sehr komisch. Letzte Woche war ich noch im sicheren Deutschland, heute könnte ich von einer Rakete getroffen werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt.