Wenn „Du Jude“ Schimpfwort auf dem Schulhof wird

Religiöse Konflikte lassen auch Kinder und Jugendliche in den Schulen nicht kalt. Doch antisemitische Beleidigungen will Baden-Württembergs Kultusminister Stoch nicht länger hinnehmen.

http://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article140311744/Wenn-Du-Jude-Schimpfwort-auf-dem-Schulhof-wird.html

Hier die Erklärung für ein friedvolles Miteinander an Schulen, die Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sowie Vertreter der christlichen Kirchen, der Israelitischen Religionsgemeinschaft, des Zentrums für Islamische Theologie und der Alevitischen Gemeinde unterschrieben haben.

Interessant, dass sunnitische muslimische Verbände wie die Ditib die Stuttgarter Erklärung nicht unterzeichnet haben.

Dröhnendes Schweigen

Früher war Religionskritik die vornehmste aller marxistischen Tugenden. Doch zum Glaubensterror des islamischen Fundamentalismus hat die westliche Linke nichts zu sagen.

von Volker Weiß

http://www.zeit.de/2015/15/religionskritik-linke-fundamentalismus-islamismus

Ein interessanter Artikel, nicht nur zur unendlichen Geschichte „Links und Antisemitisch“.

…Kurz darauf wiederholte er den Versuch mit einer israelischen Flagge, die Parolen entsprechend angepasst: Israel wolle den Frieden und verteidige sich nur gegen Angriffe. Er erntete beeindruckende Aggressionen…

Hier das Video dazu:

Unglaublich, dass die scheinbar gebildeten Studenten kaum auf die IS-Fahne reagierten, aber nahezu allergisch auf die Israel-Flagge. Und unglaublich, dass nur kurz Kritik im Rahmen der „IS-Aktion“ laut wurde: nämlich die Bitte, nicht auf dem Campus zu rauchen. We don’t need no education…?

scobel vom 22.01.2015

Die Sendung vom 22.01.2015 scheint den Themen Antisemitismus und Auschwitz gewidmet zu sein. Vielleicht anlässlich der Erinnerung an die Befreiung des KZ Auschwitz entstanden, die sich dieses Jahr nun zum 70. Mal jährt?

Die Videos sind sehr informativ. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, aber zügig, da diese Videos vermutlich nicht allzu lange online sein werden.

Hier einige interessante Beiträge:

Auschwitz? Die Einzigartigkeit des Verbrechens
http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&obj=48889

Der Mensch ist zu Bösem fähig, es hat in der Geschichte der Menschheit immer wieder schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozide gegeben. Dennoch steht das Konzentrationslager Auschwitz für ein in der Geschichte der Menschheit einmaliges Verbrechen.

Auschwitz? Die Zukunft der Erinnerung
http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&obj=48888

Gert Scobel versucht mit seinen Gästen Harald Welzer, Monika Schwar-Friesel und Michel Friedman Antworten auf die Frage, wie es um unsere Erinnerungskultur steht, zu finden.

Was bedeutet Antisemitismus heute?

Hier ein aktueller Beitrag von 3sat zum Antisemitismus-Problem.

Und hier ein Interview mit Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der über den Antisemitismus in Deutschland reflektiert und hierbei u.a. folgende Fragen beantwortet:

Hat der Antisemitismus in Deutschland an Quantität und Qualität zugenommen? Wie sieht die Erinnerungskultur an den Holocaust ohne Zeitzeugen in Zukunft aus? Welche Rolle spielt Bildung bei der Auseinandersetzung mit der Schuldfrage?

Interessant ist auch die Frage, ob die israelische Politik als Projektionsfläche dient, um verborgenen Antisemitismus aufbrechen zu lassen (0:50). Herr Schuster bejaht diese Frage ohne Zögern. Er stellt diesbezüglich die Frage in den Raum, warum wegen anderen Dingen in der Welt, wie das Verhältnis zwischen China und Tibet, keine Demonstrationen auf deutschen Straßen erfolgen. Diese Frage stelle ich mich auch.

Im Ukraine-Konflikt haben bis jetzt mehr als 5.000 Menschen ihr Leben verloren. Das Sterben passiert nicht irgendwo, sondern direkt vor unserer Haustür. In der Stadt Mariupol starben 30 Zivilisten bei einem Raketenangriff. Wo bleibt hier das große Geschrei, das im Sommer 2014 auf deutschen Straßen zu hören war? Warum versammelt sich kein Bündnis, um gegen die Verletzung von Menschenrechten in der Ost-Ukraine zu demonstrieren, wie dies bei Israel immer der Fall war und vermutlich immer sein wird?

Diese Doppelmoral ist unerträglich.

Natürlich kann Leid nicht quantitativ und qualitativ abgestuft werden. Das Leid der Menschen im Gazastreifen zählt nicht weniger als das Leiden der Bevölkerung in der Ostukraine, aber auch nicht mehr. Wo sind jetzt all diese „Gutmenschen“, die letzten Sommer 2014 so eifrig dabei waren, Israel Völkermord, Kriegsverbrechen und noch mehr vorzuwerfen?

Liegt es an der Jahreszeit? Ist es draußen zu kalt, um zu demonstrieren? Muss immer noch das Weihnachtsessen verdaut werden? Lässt es sich gegen Israel bequemer demonstrieren? Oder liegt es einfach daran, dass Russen größtenteils keine Juden sind?

Nachtrag:

Da war ich aber sauer! 🙂

„Israel hat keine Schuld am Antisemitismus“

Ein meiner Ansicht nach sehr guter Artikel über die Frage, was zuerst da war: der Staat Israel oder der Antisemitismus.

http://www.cicero.de/berliner-republik/nahostkonflikt-israel-hat-keine-schuld-am-antisemitismus/58013

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass der Nahostkonflikt nicht schuld am Antisemitismus ist, dieser vielmehr älter ist als der israelische Staat selbst. Insbesondere sei der Antisemitismus keine Folge israelischer Politik.

Der Antisemitismus im arabischen Raum, seine radikalste Form in Gestalt terroristischer Organisationen wie Hamas oder Hisbollah, sind keine Folgen israelischer Politik. Wer glaubt, Israel müsse nur seine Politik ändern, seine Siedler zurückpfeifen (in Gaza gibt es im Übrigen gar keine) oder die Gaza-Blockade aufheben, dann würde Friede einkehren sowie Gewalt und Antisemitismus verschwinden, hat das Wesen des Antisemitismus nicht verstanden. Dieses zweitausendjährige Phänomen braucht kein Bezugsfeld. Oder mit den Worten Isaiah Berlins gesprochen: „Antisemitismus ist, wenn man die Juden mehr hasst als unbedingt nötig.“

Dem Autor zufolge hat der Antisemitismus nun endgültig seine antizionistische Tarnung verloren.