„Rechtspopulisten stoßen in die Lücke“

Mit einer liberalen Flüchtlingspolitik kann die SPD keine Wahlen gewinnen, sagt der Politikexperte Timo Lochoki. Denn das stärke nur die rechten Parteien.

Interview: Hans Monath

http://www.zeit.de/politik/2015-08/rechtspopulisten-afd-front-national

Interessante Aspekte im Hinblick auf die Wechselwirkungen in der Flüchtlingspolitik.

Ich finde es ebenfalls sehr interessant, wie die „einheimischen“ Migranten, also Ausländer, die schon länger hier in Deutschland leben, über die aktuelle Flüchtlingspolitik denken. Sind sie durch ihre eigene Geschichte liberaler, empathischer?

Ich habe nicht diesen Eindruck. Vielleicht sind alle (Urdeutsche und die Zugezogenen) vereint in ihrer undefinierbaren Angst vor Veränderungen, die seit einiger Zeit in der Luft schwebt.

Wie folgendes Erlebnis zeigt:

Einer türkischstämmigen Mutter zufolge mache sie sich Sorgen um ihre Tochter, da der Landkreis plane, ab August 2015 120 Asylbewerber vorläufig in der Theodor-Heuss-Sporthalle in Reutlingen unterzubringen. Die Tochter gehe auf diese Schule. Dies sei unzumutbar, da die nach ihrer Information nur männlichen Asylbewerber aus Länder stammten, in denen Frauen überwiegend weniger Rechte hätten und sich bedecken würden. Sie würden diese Freizügigkeit in Deutschland nicht „aushalten“. Sie sehe daher eine Gefahr für ihre Tochter.

Wächter an Deutschlands offenen Toren

Deutschland sei Hauptziel illegaler Einwanderer, so die Bundespolizei. Sie fordert, alle ohne Chance auf Asyl schnell abzuschieben, damit Platz für die Bedürftigen sei.

von 

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-06/bundespolizei-romann-illegale-fluechtlinge-einreise

Angst ist ein guter Warner, aber ein schlechter Ratgeber. Wer politisch handeln will, braucht Fakten, nicht Gefühle. 

Also, was sind die Fakten?

  • Die Menge der illegalen Einwanderer steigt: 32.500 wurden 2013 in Deutschland festgestellt. 2014 waren es nahezu doppelt so viele.
  • Asylsuchende bekämen in Deutschland vom ersten Tag an Hartz IV.
  • Bis April 2015 wurden bereits 114.125 Asylanträge registriert. Ein sehr großer Teil davon, 47.852 oder 42 Prozent, wurde von Menschen aus dem Kosovo, aus Albanien, Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina gestellt.
  • Die meisten Bootsflüchtlinge der letzten 5 Jahren kommen aus Syrien, gefolgt von Eritrea und Afghanistan.

Vom Rechtsradikalen zum Flüchtlingshelfer

Er hetzte als Bezirksvorsitzender der Republikaner gegen Ausländer. Jetzt kümmert sich Michael Beyerlein als Flüchtlingsbeauftragter in Sachsen um Integration.

von , Chemnitz

http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-04/fluechtlinge-pegida-nazis-kirche-integration-sachsen

Eine Wandlung vom Saulus zum Paulus…Eine schöne Geschichte in Zeiten des Aufruhrs.

Der IS drängt nach Europa

Nicht nur in Syrien und im Irak ist der „Islamische Staat“ auf dem Vormarsch. Filialen der Terrorgruppe setzen sich auch in Nordafrika fest – und wollen Europa angreifen.

von 

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-05/irak-syrien-islamischer-staat-terrorismus

Hier ein Artikel auf deutsch, der u.a. die Tarnung von IS-Kämpfern als Flüchtlinge zum Inhalt hat.

Wie kann es sein, dass sich junge Menschen aus Europa dieser Terrororganisation anschließen? Die angeblich soziale Diskriminierung kann nicht der einzige Grund sein. Sonst müssten noch mehr Menschen Deutschland verlassen und sich als Terrorist neu erfinden. Die Antwort wird wohl dieselbe sein wie auf die Frage, warum viele Deutschen aktiv bei den Nazis, insbesondere der SS, mitmachten, nicht nur Mitläufer waren, sondern selbst mordeten und das Nazi-Regime am Leben erhielten. Vielleicht geht es letztendlich nur um Macht und Geld, wie auch sonst in der Welt.

Übrigens mutet das Wort „Filiale“, das im Artikel verwendet wird, komisch an.

Tragödie an der syrisch-türkischen Grenze

Seit Tagen flieht die kurdische Zivilbevölkerung aus dem Norden Syriens vor dem anrückenden IS über die türkische Grenze.

Hier der Link zu einem „Lagebericht“:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-09/is-terror-tuerkei-syrien-grenze-fluechtlinge-krieg

Einem Mitarbeiter des türkischen Katastrophenschutzes AFAD zufolge übertreffe die jetzige Situation all das vorherige Elend.

Es ist der größte Flüchtlingsandrang seit Beginn des Bürgerkriegs vor dreieinhalb Jahren. „Hier kommen Frauen mit ihren Babys an, die sie seit Tagen nicht stillen konnten“, erzählt er. Es gebe Kinder, die einen Angehörigen auf ihrem Rücken schleppen, und das über Tage. „Wann wird dieses Töten vorbei sein?“

Paul von Maltzahn, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, versucht eine Antwort auf die Frage zu geben, warum die USA schon im August im Irak intervenierten, aber erst vor wenigen Tagen in Syrien, wo seit dreieinhalb Jahren ein Bürgerkrieg herrscht.

„Im Irak haben wir eine einfache Einteilung in Schwarz und Weiß. Auf der einen Seite stehen die bedrohten Minderheiten und die kurdischen Kämpfer, auf der anderen Seite die Terroristen.“ Außerdem sei die Unterstützung der Kurden im Irak völkerrechtlich leichter zu begründen, da die irakische Regierung um Hilfe gebeten habe während der syrische Präsident Baschar al-Assad sich jede „ausländische Einmischung“ verbittet, sagt der frühere Diplomat an der deutschen Botschaft in Syrien und ehemalige Leiter der Vertretung im Irak. Jetzt habe die Internationale Gemeinschaft, sprich die Vereinigten Staaten, eingesehen, dass die Bekämpfung des IS nur im Irak nicht sinnvoll sei, da der IS sich nicht auf den Irak beschränke. „Es war vorauszusehen, dass der IS sich bei Widerstand in den östlichen Kurdengebieten auf die nördlichen, in Syrien gelegenen, konzentrieren würde.“

Link zu einem Video, das die Fluchtproblematik in Syrien kurz erklärt:

http://www.zeit.de/video/2014-09/3799114644001/kurz-erklaert-syrer-auf-der-flucht-vor-buergerkrieg-und-dem-is#autoplay