Juden in Paris

Hier ein interessanter Artikel auf Zeit Online über die Stimmung unter den Juden von Paris nach den Anschlägen im Januar 2015.

In diesem Artikel wird tatsächlich auf eine Studie Bezug genommen, derzufolge die Zahl rechtsradikaler antisemitischer Übergriffe abnehme, stattdessen aber mehr muslimische, meist jugendliche Täter auftauchten.

Grabschändung in Frankreich

Gestern wurden auf einem jüdischen Friedhof in Sarre-Union, einer Ortschaft im Osten Frankreichs, mehrere Hundert Gräber geschändet. Etwa drei Viertel der insgesamt 400 Gräber sollen von der Grabschändung betroffen sein. Etwa 200 Grabsteine wurden umgeworfen und ein Holocaust-Mahnmal beschädigt. Schon 1988 war dieser Friedhof Ziel von Grabschändern gewesen.

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Messerattacke auf Soldaten vor einem jüdischen Zentrum

Ein mit Messern bewaffneter Mann hat am Dienstag vor einem jüdischen Zentrum in Nizza drei dort patrouillierende Soldaten angegriffen und verletzt.

Es ist wohl noch zu früh, um von einem antisemitisch motivierten Angriff sprechen zu können.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/nizza-messerattacke-auf-soldaten-vor-juedischem-zentrum-a-1016569.html http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-02/frankreich-messerattacke-soldaten-islamistischer-terror

scobel vom 22.01.2015

Die Sendung vom 22.01.2015 scheint den Themen Antisemitismus und Auschwitz gewidmet zu sein. Vielleicht anlässlich der Erinnerung an die Befreiung des KZ Auschwitz entstanden, die sich dieses Jahr nun zum 70. Mal jährt?

Die Videos sind sehr informativ. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, aber zügig, da diese Videos vermutlich nicht allzu lange online sein werden.

Hier einige interessante Beiträge:

Auschwitz? Die Einzigartigkeit des Verbrechens
http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&obj=48889

Der Mensch ist zu Bösem fähig, es hat in der Geschichte der Menschheit immer wieder schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozide gegeben. Dennoch steht das Konzentrationslager Auschwitz für ein in der Geschichte der Menschheit einmaliges Verbrechen.

Auschwitz? Die Zukunft der Erinnerung
http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&obj=48888

Gert Scobel versucht mit seinen Gästen Harald Welzer, Monika Schwar-Friesel und Michel Friedman Antworten auf die Frage, wie es um unsere Erinnerungskultur steht, zu finden.

Was bedeutet Antisemitismus heute?

Hier ein aktueller Beitrag von 3sat zum Antisemitismus-Problem.

Und hier ein Interview mit Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der über den Antisemitismus in Deutschland reflektiert und hierbei u.a. folgende Fragen beantwortet:

Hat der Antisemitismus in Deutschland an Quantität und Qualität zugenommen? Wie sieht die Erinnerungskultur an den Holocaust ohne Zeitzeugen in Zukunft aus? Welche Rolle spielt Bildung bei der Auseinandersetzung mit der Schuldfrage?

Interessant ist auch die Frage, ob die israelische Politik als Projektionsfläche dient, um verborgenen Antisemitismus aufbrechen zu lassen (0:50). Herr Schuster bejaht diese Frage ohne Zögern. Er stellt diesbezüglich die Frage in den Raum, warum wegen anderen Dingen in der Welt, wie das Verhältnis zwischen China und Tibet, keine Demonstrationen auf deutschen Straßen erfolgen. Diese Frage stelle ich mich auch.

Im Ukraine-Konflikt haben bis jetzt mehr als 5.000 Menschen ihr Leben verloren. Das Sterben passiert nicht irgendwo, sondern direkt vor unserer Haustür. In der Stadt Mariupol starben 30 Zivilisten bei einem Raketenangriff. Wo bleibt hier das große Geschrei, das im Sommer 2014 auf deutschen Straßen zu hören war? Warum versammelt sich kein Bündnis, um gegen die Verletzung von Menschenrechten in der Ost-Ukraine zu demonstrieren, wie dies bei Israel immer der Fall war und vermutlich immer sein wird?

Diese Doppelmoral ist unerträglich.

Natürlich kann Leid nicht quantitativ und qualitativ abgestuft werden. Das Leid der Menschen im Gazastreifen zählt nicht weniger als das Leiden der Bevölkerung in der Ostukraine, aber auch nicht mehr. Wo sind jetzt all diese „Gutmenschen“, die letzten Sommer 2014 so eifrig dabei waren, Israel Völkermord, Kriegsverbrechen und noch mehr vorzuwerfen?

Liegt es an der Jahreszeit? Ist es draußen zu kalt, um zu demonstrieren? Muss immer noch das Weihnachtsessen verdaut werden? Lässt es sich gegen Israel bequemer demonstrieren? Oder liegt es einfach daran, dass Russen größtenteils keine Juden sind?

Nachtrag:

Da war ich aber sauer! 🙂