Polizei-Poeten

Ich würde euch gerne ein interessantes Lyrik-Projekt der „anderen“ Art vorstellen, über das ich zufälligerweise gestolpert bin. Die Polizisten greifen hier nicht zur Schusswaffe, sondern zur „lyrischen Waffe“. 🙂

Ziel dieses Projekts ist es,

„durch Veröffentlichungen (Buch- und Magazinform, Internet) und die Durchführung von Lesungen jedermann zu ermöglichen, den Beruf des Polizisten und die Menschen in diesem Beruf auf immer neue Weise kennen zu lernen“.

Die Themen sind sehr interessant. Sie reichen von Arafat bis zu den Zwergen.

Auf jeden Fall eine gute Idee, um das Bild der Polizei in der Gesellschaft zu verbessern, und den Polizisten eine Möglichkeit zu geben, „Lust und Frust“  bei der Arbeit zu verarbeiten.

Vielleicht sollte ich auch einen Club für Jura-Poeten gründen. 🙂

Abschiedsbrief von Kayla Mueller

Letzte Woche wurde der Tod der IS-Geisel Kayla Mueller bestätigt. Sie befand sich seit August 2013 in Gefangenschaft der IS in Syrien. Der Abschiedsbrief an ihre Familie wurde 2014 geschrieben und konnte von der jungen US-Amerikanerin aus der Gefangenschaft geschmuggelt werden.

Hier die englische Version:

http://apps.washingtonpost.com/g/documents/world/kayla-muellers-handwritten-letter-to-her-family-while-she-was-in-captivity/1406/?tid=sm_tw

Und hier die deutsche Übersetzung:

http://www.stern.de/politik/ausland/der-bewegende-letzte-brief-der-getoeteten-is-geisel-kayla-mueller-2172663.html

Vor allem diese Abschnitte sind sehr bewegend:

Ich erinnere mich daran, dass Mama immer gesagt hat, dass Gott der einzige ist, den man alles in allem am Ende wirklich hat. Ich bin zu einem Platz der Erfahrung gekommen, wo ich, im wahrsten Sinne des Wortes, mich selbst unserem Schöpfer ausgeliefert habe, weil es buchstäblich nichts anderes gab … + durch Gott + durch eure Gebete habe ich mich mitfühlend gewogen im freien Fall gefühlt.

Ich habe mich in Dunkelheit und in Licht gezeigt + ich habe gelernt, dass man selbst im Gefängnis frei sein kann. Ich bin dankbar. Ich bin so weit gekommen, dass ich in jeder Situation etwas Gutes sehe, manchmal müssen wir nur danach Ausschau halten.

Es ist unglaublich, wie diese junge Frau, die sich selbst in Gefangenschaft befand und einer ungewissen Zukunft entgegenblickte, ihrer Familie solch einen tröstenden und liebevollen Brief schreiben konnte.

HEIMATSUCHER e.V. – Schoah-Überlebende heute

HEIMATSUCHER ist ein junges Zeitzeugenprojekt, das sich der Aufgabe stellt, die Geschichte der Schoah für die Zeitzeugen weiterzutragen. In Ausstellungen, Schulen, mit Klassen ab der 4. Jahrgangsstufe und in Workshops tragen wir die berührenden Überlebensgeschichten weiter, berühren selbst und stoßen zum Handeln gegen Antisemitismus und Rassismus an.

Ein tolles Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, „Überlebensgeschichten jüdischer Schoah-Überlebender zu dokumentieren und weiterzugeben“. Der Verein hat insbesondere ein Konzept entwickelt, um Schulklassen die Geschichte der Shoah kindgerecht zu vermitteln. Die Schüler werden dazu ermutigt, Briefe an die Holocaust-Überlebenden zu schreiben.

Auf der Homepage können einige Briefe der Kinder gelesen werden. Wir „Erwachsene“ können uns wahrhaftig eine dicke Scheibe von diesen Kindern abschneiden. Die Kinder zeigen, dass es nicht viele Worte bedarf, um das zu sagen, was wirklich entscheidend ist.

Grabschändung in Frankreich

Gestern wurden auf einem jüdischen Friedhof in Sarre-Union, einer Ortschaft im Osten Frankreichs, mehrere Hundert Gräber geschändet. Etwa drei Viertel der insgesamt 400 Gräber sollen von der Grabschändung betroffen sein. Etwa 200 Grabsteine wurden umgeworfen und ein Holocaust-Mahnmal beschädigt. Schon 1988 war dieser Friedhof Ziel von Grabschändern gewesen.

Weiterlesen „Grabschändung in Frankreich“

Differenzierter Artikel über Pegida

Endlich ein differenzierter Beitrag über Pegida. Er liegt schon eine Weile zurück, ist aber meiner Ansicht nach erwähnenswert.

Alexander Grau bescheinigt in seinem Artikel im Cicero dem Umgang mit Pegida Scheinheiligkeit.

Spätestens seit Pegida wird zwischen legitimen und nicht legitimen Ängsten unterschieden, die Protestler werden pathologisiert. Das beliebteste Argument dabei: Der Pegida-Protest sei Ausdruck diffuser Ängste. Mag sein. Doch Politik lebt nun mal von Ängsten