Ein radikaler Erzähler

Zum hundertsten Todestag von Henry James, dem großen Menschenforscher mit dem durchdringenden Blick

Von Ulrich Greiner

http://www.zeit.de/2016/10/henry-james-literatur-romane-todestag

 

Wer Bücher liebt, dem stehen Welten offen.

Es gibt noch unzählige literarische Welten, die ich noch nicht erkundschaftet habe. Dazu gehört auch der Kosmos von Henry James, der laut Artikel „dem Los der Menschen auf den Grund gehen“ und „das dunkle Rätsel ihres Strebens erhellen“ wollte, und dabei so weit oder tief wie keiner vor ihm gekommen sei.

Diese Beschreibung macht Lust auf mehr.

 

Mascha Kaléko: Letztes Lied

Diese Vertonung von „Letzes Lied“ ist hervorragend. Das Gedicht wird von Fritz Stavenhagen vorgetragen, die Musik stammt von Herb Weidner „Pico DellaMirandola„.

Tragischerweise überlebte Mascha Kaléko ihren einzigen Sohn Steven Vinaver, der 1968 im Alter von 31 Jahren nach einer schweren Krankheit verstarb.

Hier ein interessanter Nachruf für Mascha Kaléko von ihrer Nachlassverwalterin Gisela Zoch-Westphal (von 2007):

http://www.welt.de/welt_print/article914052/Mein-Lied-geht-weiter.html

 

Mascha Kaléko – „Sozusagen grundlos vergnügt“

Wir brauchen dringend Aufheiterung, Schönheit und Freude. Heute gibt es daher ein Gedicht von Mascha Kaléko, das vor Freude und Vergnügen überfließt.

Viel Spaß beim Mitfreuen und Grundlos-Vergnügtsein! 🙂

Sozusagen grundlos vergnügt

Rezitation: Carmen Maja Antoni

„Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.“

Das wäre doch ein schönes Lebensmotto!

 

Joachim Ringelnatz: „Stuttgarts Wein- und Bäckerstübchen“

Er soff und ließ sich treiben; für einen guten Reim tat er alles. Was Stuttgart Joachim Ringelnatz angetan hat, bleibt unklar. Jedenfalls widmete er der Stadt vier Gedichte, deren schönstes wir hier vorstellen.

von Gerhard Stadelmaier

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/frankfurter-anthologie/gedichtanalyse-joachim-ringelnatz-ueber-stuttgart-13987204.html

Im Süden Deutschlands lebt es sich besonders schön. Was bin ich froh, dass ich ausgerechnet hier gestrandet bin, im Land der Hockete und Bubaspitzle! Und sollte ich dich, oh schönes Schwabenland, einst muss verlassen, so werde ich dir ein Gedicht, eine Ode widmen!

Eine Vietnamesin mit Heimatgefühlen. Integration lässt grüßen! Oder die späte Stunde… 🙂

 

Robert Frost: „The Road not taken“

Der Amerikaner Robert Frost zählt zu den bedeutendsten Poeten des 20. Jahrhunderts. Er war vierfacher Pulitzer-Preisträger und vor allem für seine Naturgedichte bekannt, in denen er die Landschaft Neuenglands beschrieb.

Das Gedicht „The Road Not Taken“ gilt als eines der bekanntesten Werke Frosts. Es zählt jedoch zugleich zu den Gedichten, die durch die Generationen hinweg am meisten falsch interpretiert wurden. Robert Frost bezeichnete es selbst als sehr listiges Gedicht, wohlwissend, dass die meisten Leser die wahre Bedeutung dieses Gedichts verkennen würden.

Text mit Übersetzung

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„Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden“

Ich habe Eduard Mörike bislang nur als beschaulichen schwäbischen „Heimatdichter“ wahrgenommen. Mein Bild von diesem dichtenden Pfarrer wurde völlig auf den Kopf gestellt, als ich das erste Mal den Peregrina-Zyklus las, an dem Mörike fast ein Jahrzehnt arbeitete.

Mörike verarbeitete in diesem Zyklus seine Liebe zur geheimnisvollen Maria Meyer, die vermutlich aus der Schweiz stammte.

Die obige Zeile stammt aus dem fünften Gedicht des Peregrina-Zyklus, das auf YouTube von „Poetenheld“ toll gerappt wird. 🙂

Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht;
Dies edle Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,
Mit Tränen netzet sie der Füße Wunden.

Ach, Peregrinen hab ich so gefunden!
Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Glut,
Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wut,
Und wilde Kränze in das Haar gewunden.

War’s möglich, solche Schönheit zu verlassen?
– So kehrt nur reizender das alte Glück!
O komm, in diese Arme dich zu fassen!

Doch weh! o weh! was soll mir dieser Blick?
Sie küßt mich zwischen Lieben noch und Hassen,
Sie kehrt sich ab, und kehrt mir nie zurück.

 

 

Übrigens bedeutet „peregrina“ auf lateinisch „Fremde“ oder „Ausländerin“. Der Titel ist wahrscheinlich eine Andeutung auf das Geheimnisvolle, Fremdartige, das die Person Maria Meyer umgab, und das Mörike fesselte.

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„As the wine must taste of its own grapes“

Die obige Zeile ist dem Gedicht „Sonette aus dem Portugiesischen VI.“ entnommen, das von Elizabeth Barrett Browning stammt.

Bis vor kurzem war mir der Name dieser englischen Dichterin völlig unbekannt, die zu den bekanntesten Dichtern der Viktorianischen Epoche gezählt wird.

„Sonette aus dem Portugiesischen VI.“ ist Teil eines Zyklus von Liebesgedichten, die Barett ihrem Verehrer und späteren Ehemann Robert Browning schrieb.

Sonnets from the Portuguese VI.

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