Abschiedsbrief von Kayla Mueller

Letzte Woche wurde der Tod der IS-Geisel Kayla Mueller bestätigt. Sie befand sich seit August 2013 in Gefangenschaft der IS in Syrien. Der Abschiedsbrief an ihre Familie wurde 2014 geschrieben und konnte von der jungen US-Amerikanerin aus der Gefangenschaft geschmuggelt werden.

Hier die englische Version:

http://apps.washingtonpost.com/g/documents/world/kayla-muellers-handwritten-letter-to-her-family-while-she-was-in-captivity/1406/?tid=sm_tw

Und hier die deutsche Übersetzung:

http://www.stern.de/politik/ausland/der-bewegende-letzte-brief-der-getoeteten-is-geisel-kayla-mueller-2172663.html

Vor allem diese Abschnitte sind sehr bewegend:

Ich erinnere mich daran, dass Mama immer gesagt hat, dass Gott der einzige ist, den man alles in allem am Ende wirklich hat. Ich bin zu einem Platz der Erfahrung gekommen, wo ich, im wahrsten Sinne des Wortes, mich selbst unserem Schöpfer ausgeliefert habe, weil es buchstäblich nichts anderes gab … + durch Gott + durch eure Gebete habe ich mich mitfühlend gewogen im freien Fall gefühlt.

Ich habe mich in Dunkelheit und in Licht gezeigt + ich habe gelernt, dass man selbst im Gefängnis frei sein kann. Ich bin dankbar. Ich bin so weit gekommen, dass ich in jeder Situation etwas Gutes sehe, manchmal müssen wir nur danach Ausschau halten.

Es ist unglaublich, wie diese junge Frau, die sich selbst in Gefangenschaft befand und einer ungewissen Zukunft entgegenblickte, ihrer Familie solch einen tröstenden und liebevollen Brief schreiben konnte.

„Es geht um die Art und Weise, wie wir leben“

In letzter Zeit wurde in den Medien hauptsächlich nur über den Kampf um Kobani berichtet. Es ist kaum bekannt, wie die Lage der Jesiden im Sindschar-Gebirge ist.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-10/jesiden-verfolgung-sindschar-gebirge-islamischer-staat

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-10/sindschar-gebirge-jesiden-is-eingekesselt-voelkermord

Weiterlesen „„Es geht um die Art und Weise, wie wir leben““

Militäroffensive gegen IS – Sechs Fragen

Hier mögliche Antworten auf sechs interessante Fragen:

  1. Wer unterstützt die USA bei den Angriffen gegen den IS in Syrien?
  2. Was waren die Ziele der Bombardierungen?
  3. War die Offensive nur gegen den IS gerichtet?
  4. Hat Assad sein Einverständnis zu den Angriffen gegeben?
  5. Wie reagiert der „Islamische Staat“?
  6. Wie ist die humanitäre Lage?

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-09/islamischer-staat-syrien-luftangriffe

Tragödie an der syrisch-türkischen Grenze

Seit Tagen flieht die kurdische Zivilbevölkerung aus dem Norden Syriens vor dem anrückenden IS über die türkische Grenze.

Hier der Link zu einem „Lagebericht“:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-09/is-terror-tuerkei-syrien-grenze-fluechtlinge-krieg

Einem Mitarbeiter des türkischen Katastrophenschutzes AFAD zufolge übertreffe die jetzige Situation all das vorherige Elend.

Es ist der größte Flüchtlingsandrang seit Beginn des Bürgerkriegs vor dreieinhalb Jahren. „Hier kommen Frauen mit ihren Babys an, die sie seit Tagen nicht stillen konnten“, erzählt er. Es gebe Kinder, die einen Angehörigen auf ihrem Rücken schleppen, und das über Tage. „Wann wird dieses Töten vorbei sein?“

Paul von Maltzahn, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, versucht eine Antwort auf die Frage zu geben, warum die USA schon im August im Irak intervenierten, aber erst vor wenigen Tagen in Syrien, wo seit dreieinhalb Jahren ein Bürgerkrieg herrscht.

„Im Irak haben wir eine einfache Einteilung in Schwarz und Weiß. Auf der einen Seite stehen die bedrohten Minderheiten und die kurdischen Kämpfer, auf der anderen Seite die Terroristen.“ Außerdem sei die Unterstützung der Kurden im Irak völkerrechtlich leichter zu begründen, da die irakische Regierung um Hilfe gebeten habe während der syrische Präsident Baschar al-Assad sich jede „ausländische Einmischung“ verbittet, sagt der frühere Diplomat an der deutschen Botschaft in Syrien und ehemalige Leiter der Vertretung im Irak. Jetzt habe die Internationale Gemeinschaft, sprich die Vereinigten Staaten, eingesehen, dass die Bekämpfung des IS nur im Irak nicht sinnvoll sei, da der IS sich nicht auf den Irak beschränke. „Es war vorauszusehen, dass der IS sich bei Widerstand in den östlichen Kurdengebieten auf die nördlichen, in Syrien gelegenen, konzentrieren würde.“

Link zu einem Video, das die Fluchtproblematik in Syrien kurz erklärt:

http://www.zeit.de/video/2014-09/3799114644001/kurz-erklaert-syrer-auf-der-flucht-vor-buergerkrieg-und-dem-is#autoplay

Kurdische PKK-Kämpferinnen

Hier ein Link zu einem interessanten Video!

Im Kampf gegen den IS sind auf kurdischer Seite nicht nur Männer, sondern auch Frauen vertreten.

Diese Frauen wollen aber nicht nur gegen den IS kämpfen, sondern sehen ihren Einsatz auch als Möglichkeit, für die Freiheit der Frauen einzutreten, die von den sunnitischen Extremisten des IS unterdrückt werden.

http://www.zeit.de/video/2014-09/3785213409001/islamischer-staat-kurdinnen-kaempfen-im-irak

Al-Kaida will’s wissen…

Jetzt fängt auch die Al-Kaida an, irgendwelche Kalifate zu planen!

Was ein Kalifat ist?

Als Kalifat (arabisch ‏خلافة‎, DMGḫilāfa) bezeichnet man die Herrschaft, das Amt oder das Reich eines Kalifen, also eines „Nachfolgers“ oder „Stellvertreters des Gesandten Gottes“ (‏خليفة رسول الله‎, ḫalīfat rasūl Allāh). Es stellt somit eine islamischeRegierungsform dar, bei der die weltliche und die geistliche Führerschaft in der Person des Kalifen vereint sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kalifat

Diese Terrorbande möchte nach eigenen Angaben einen Ableger auf dem indischen Subkontinent gründen. Ziel sei die Errichtung eines Kalifats in Myanmar, Bangladesch und Teilen von Indien. Das geplante Kalifat soll den Namen „Kaidat al-Dschihad“ erhalten. Kennt jemand die Bedeutung dieses Namens?

Myanmar ist nicht weit entfernt von Vietnam…

Interessant ist, dass Angaben des Führers dieser Terrororganisation Aiman al-Sawahiridiese zufolge diese Einheit nicht erst heute aufgestellt worden sei, „sondern das Ergebnis der gesegneten Bemühungen von mehr als zwei Jahren, um die Mudschaheddin auf dem indischen Subkontinent in einer einzigen Einheit zu versammeln“ sei.

Die Regierungen haben es also mal wieder verpennt, dem Ausbreiten des Terrors Einhalt zu gebieten.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-09/al-kaida-gruendung-ableger-indischer-subkontinent

IS-Terror in fünf Fragen

Der Beitrag auf Zeit-Online (wo auch sonst) geht fünf interessanten Fragen nach.

  1. Woher kommt der Islamische Staat?

  2. Woher haben die Terroristen das Geld?

  3. Warum duldet die Bevölkerung den IS?

  4. Wie gefährlich ist der IS für den Westen?

  5. Wie ließe sich der Islamische Staat besiegen?

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/islamischer-staat-irak-syrien-gefahr

Wie wohl die Kinderbetreuung des IS aussieht?

Vielleicht so?

https://i0.wp.com/www.projekt-j.ch/graphics/Kindersoldaten_3.jpg
Quelle: http://www.projekt-j.ch/graphics/Kindersoldaten_3.jpg

Interessant ist, dass der IS auch europäische Anhänger hat, die sogar in die Region reisen, um sich dem Terror anzuschließen:

Besorgniserregend ist vor allem die große Zahl europäischer Anhänger, die in die Region reisen, um an der Seite des Islamischen Staates zu kämpfen. Verblendet von der Propaganda der Extremisten – vor Ort weiter radikalisiert und im Umgang mit Waffen ausgebildet – könnten sie zurückkehren, um westliche Ziele anzugreifen. Einzeltäter, die ohne Befehl und Kommunikation mit anderen handeln, sind die größte Gefahr. Der Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel, wo ein Syrien-Rückkehrer im Mai vier Menschen tötete, ist ein solches Beispiel – bei ihm fand man ein Kalaschnikow-Gewehr, eingewickelt in eine Flagge des Islamischen Staats.

Dem Artikel zufolge könnte es auch sein, dass die USA ihre Luftangriffe auf Syrien ausdehnen und damit de facto zu Verbündeten Assads werden. Wer hätte diese Situation vor einigen Monaten vorhersehen können?

Die USA wissen ohnehin, dass auch mit einem Sieg im Irak noch nicht viel gewonnen wäre und sie gezwungen sein könnten, ihre Luftangriffe auf Syrien auszudehnen. Dann aber würden sie Gefahr laufen, de facto zu Verbündeten Assads zu werden: Man stünde gegen eine gemeinsame Bedrohung, denn der Islamische Staat ist vom nützlichen Werkzeug zur größten Bedrohung des syrischen Regimes geworden. Doch dagegen anzugehen, würde auch die Macht des Diktators zementieren helfen.

 

 

Tränen sagen mehr als Worte…

Ich habe das Gefühl, als ob momentan die ganze Welt brennt. Überall, wo man hinschaut, Leid, Tod und Terror. Allein der Glaube hilft mir, angesichts dieser unmenschlichen Umstände nicht zu verzweifeln oder zynisch zu werden. Jeden Tag bin ich Gott dankbar dafür, dass es mir und meiner Familie noch so gut geht. Manchmal muss ich mich überwinden, die Nachrichten zu lesen, da ich nichts Erfreuliches erwarte und die News mich (glücklicherweise) jedes Mal nicht ungerührt lassen. Die Gefahr innerlich zu verhärten, zu verstumpfen, vielleicht als Selbstschutz, ist meiner Ansicht nach sehr groß. Zumindest mir geht es so.

Das war mein Wort zum Samstag.

Die IS wütet im Nahen Osten. Sie macht vor nichts halt und kennt kein Erbarmen. Vor allem Christen und religiöse Minderheiten werden verfolgt.

http://www.tagesspiegel.de/politik/christen-in-irak-und-syrien-verfolgt-von-den-dschihadisten/10231452.html

Zehntausende Jesiden, eine religiöse Minderheit bei den Kurden, harren seit Tagen ohne Wasser und Nahrung  in den Bergen im Nordirak aus. Es wird von Erschießungen und Zwangsverheiratung berichtet, Babys verdursten.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/irak-is-terroristen-gotteskrieger-erbil

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/irak-islamischer-staat-jesiden-deutschland

 

Hier eine Rede von Vian Dakhil, einer jesidischen Abgeordneten im irakischen Parlament.

Dieses Video zeigt besser als jeder Bericht, wie verzweifelt die Lage im Irak ist.

 

Nachtrag:

Vian Dakhil wurde im Oktober 2014 mit dem Anna-Politkowskaja-Preis ausgezeichnet, der jedes Jahr im Namen der 2006 ermordeten russischen Menschenrechtlerin vergeben wird.