Weltverschwörung und andere Theorien

Haben Muslime ein Problem mit Antisemitismus?

Nach einer Diskussion mit zwei Muslimen vor zwei Tagen vermute ich, dass Antisemitismus in muslimischen Kreisen kein Gerücht bzw. kein Randphänomen ist, sondern tatsächlich ein Problem darstellt.

Die Studie des Institute for the Study of Global Antisemitism (ISGAP) vom Mai 2015 mit dem Titel „Antisemitic Attitudes among Muslims in Europe: A Survey Review“ kommt zum Ergebnis, dass Antisemitismus unter Muslime verbreiteter sei als unter Nicht-Muslime. Der Studie zufolge soll muslimischer Antisemitismus vor allem von zwei Faktoren abhängig sein: von der eigenen Religiösitat und einer fundamentalen Auslegung des Korans. Interessanterweise wird darüber hinaus festgestellt, dass Antisemitismus keine „Negativreaktion“ von diskriminierten oder unterdrückten Muslime sei. Vielmehr könnten die demografischen und sozio-ökonomischen Faktoren die unterschiedliche Häufigkeit von Antisemitismus in den beiden Vergleichsgruppen nicht erklären.

Das Verhältnis von Antisemitismus und Muslime drängte sich mir auf, als ich mit den zwei besagten Muslime darüber diskutierte, ob Israel ein Besatzerstaat ist, die Juden Mörder von Palästinenser sind, und ob es gerechtfertigt ist, Juden auf offener Straße niederzumetzeln.

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Food-Blog: Vietnamesische Küche

Ich habe euch bereits vor einiger Zeit auf einen tollen Blog hingewiesen, der vietnamesische Rezepte zur Verfügung stellt. Dieser Blog ist nun „umgezogen“. Ihr findet ihn nun auf folgender Webseite:

http://vietkochen.de/

Wie wäre es mit vietnamesischen Frühlingsrollen?

Nem rán – Vietnamesische Frühlingsröllchen

Hier ein fleischlose Variante mit Garnelen, die ich so nicht kenne. Wir benutzen immer Hackfleisch dazu. Was ich ebenfalls nicht kenne, ist die Verwendung von Bier für das Befeuchten des Reispapiers. Halten die Rollen dann besser? Oder ist es nur ein Vorwand, um noch schnell einen Schluck Bier zu trinken? 🙂 Die Fischsauce kann nach Geschmack mit Wasser verdünnt werden.

Jubiläumsreise nach Israel

Das Außenministerium Israels hat anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland 180 junge Talente aus Deutschland nach Israel eingeladen. Sie haben während der fünftägigen Reise Zeit, Land und Leute kennenzulernen.

Hier der Blog zur Reise:
http://www.israeltrip2015.de/

Weitere Informationen:

200 junge Deutsche zu Besuch in Israel

Nachwuchsförderung: kidz4kids

Der Verein „kidz4kids“ hat ein tolles Buchprojekt für Kinder und Jugendliche zwischen  11 und 19 Jahren. Diese Altersgruppe hat die Möglichkeit, eigene Geschichten bei „kidz4kids“ einzureichen, die dann verlegt werden. Mit dem Erlös werden weitere Bände finanziert.

Hier gibt es weitere Informationen:
http://www.kidz4kids.de/html/projekt.html

Smells like…Durian

Wenn man von einem Geruch erschlagen werden könnte, dann läge ich bereits ausgestreckt am Boden. Als ich heute zur Tür reinkam, wehte mir ein Geruch entgegen, den ich schnell als Durianduft identifizieren konnte.

Die stachelige Durianfrucht gilt als Königin unter den Früchten. Sie wird von den Asiaten geliebt wie gehasst. Wie es um die Europäer steht, kann ich nicht beurteilen. Ich kenne aus meinem Freundeskreis aber bislang keinen, der diese Frucht zu schätzen weiß. Es ist vermutlich wie mit ausgeprägten Käsesorten: Man liebt sie oder hasst sie. Übrigens wird Durian auch Käsefrucht genannt. Oder einfach Stinkfrucht.

Die Durian riecht nämlich unglaublich. Sie riecht so unglaublich, dass sie in manchen asiatischen Ländern im Flugzeug, Zug oder Hotel verboten ist. Forscher sollen mindestens 50 Komponente ausgemacht haben, die der Frucht ihren außergewöhnlichen Duft geben.

Der Geschmack ist einmalig. Er ist eine Mischung aus einem sehr süßen Vanillepudding mit anderen würzigen Aromen, die ich nicht beschreiben kann. Eine Mischung aus süß und würzig. Probiert es einfach aus! Es wird ein (geruchlich) einschneidendes Erlebnis sein. Die Durianfrucht gibt es tiefgefroren im Asialaden. Gelegentlich wird sie auch frisch verkauft. Der Preis ist dann aber relativ hoch. Am besten genießt ihr diese Frucht in Südostasien, reif, damit sich der Duft bestens entfalten kann!

Die Frucht ist verzehrt, der Duft geblieben. Ob dieser Geruch jemals wieder aus meiner Wohnung verschwinden wird? Muss ich meine Vorhänge waschen? Das kläre ich morgen.

 

Die Elefanten wissen halt, was gut ist (ab 0:52).

 

Robert Frost: „The Road not taken“

Der Amerikaner Robert Frost zählt zu den bedeutendsten Poeten des 20. Jahrhunderts. Er war vierfacher Pulitzer-Preisträger und vor allem für seine Naturgedichte bekannt, in denen er die Landschaft Neuenglands beschrieb.

Das Gedicht „The Road Not Taken“ gilt als eines der bekanntesten Werke Frosts. Es zählt jedoch zugleich zu den Gedichten, die durch die Generationen hinweg am meisten falsch interpretiert wurden. Robert Frost bezeichnete es selbst als sehr listiges Gedicht, wohlwissend, dass die meisten Leser die wahre Bedeutung dieses Gedichts verkennen würden.

Text mit Übersetzung

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Die vielen Namen des „Islamischen Staates“

http://www.bento.de/today/is-isi-isis-isil-daesh-die-vielen-namen-des-islamischen-staates-154435/

Man sollte „Daesch“ (Akronym von „Al-daula al-Islamija fi-l-Iraq wa-l-Scham“) benutzen, weil dieser Begriff abwertend ist und an die arabischen Wörter für  „Zwietracht säen“ oder „zertreten“ erinnert. Also genau die Handlungen, die diese Terrorbande begeht. Die Verwendung von „Daesch“ ist übrigens innerhalb dieser Organisation verboten.

Die Terror-Falle

Die Morde von Paris sind nicht den Verfehlungen des Westens geschuldet.

Von

http://www.zeit.de/2015/48/islamischer-staat-terror-ursachen-westen-schuld

Josef Joffe spricht in seinem Beitrag die Verdrehung von Ursache und Wirkung, die Verwechslung von Opfer und Aggressor an, die dadurch entsteht, dass die Taten von Terroristen mit Versagen in der eigenen Gesellschaft zu erklären versucht werden.

Als ich im Sommer 2014 während des Gaza-Krieges in Israel war, trübten nicht die Raketen der Hamas aus dem Gazastreifen meine Freude, sondern all die gebetsmühlenartigen Artikel und Kommentare in den westlichen Medien, die die nicht zu rechtfertigenden Taten der Hamas und anderer fanatischer Palästinenser insbesondere durch die Politik Israels gerechtfertigt sehen wollten.

Ich stamme aus einem Land, das jahrtausendelang von den Chinesen kontrolliert wurde. Im 19. Jahrhundert kamen die Franzosen als Kolonialmacht ins Land. Während des 2. Weltkriegs wurde Vietnam von Japan besetzt. Im 2. Indochinakrieg (Vietnamkrieg) wurde Vietnam ein Spielball der westlichen Mächte. Allein fünf Millionen Vietnamesen starben während dem Krieg. Die Auswirkungen des von den USA eingesetzten Entlaubungsmittels „Agent Orange“ sind bis heute spürbar. Bis heute werden schwer behinderte Kinder geboren, deren Behinderungen auf „Agent Orange“ zurückzuführen sind. Der Vietnamkrieg wurde 1975 beendet. Das sind jetzt erst 40 Jahre her. Vietnam hat es dennoch geschafft, sich innerhalb dieses kurzen Zeitraums zu einem Schwellenland mit guten Perspektiven zu entwickeln. Das Land ist immer noch keine Demokratie, die Menschenrechte werden immer noch verletzt. Die Lebensbedingungen der Bevölkerung haben sich aber erheblich verbessert.

Und wie hat Vietnam sich so positiv entwickeln können? Durch Reformen und Pragmatismus, nicht durch Verharren in der „Opferrolle“, das Suchen der Schuld bei anderen. Und erst recht nicht dadurch, dass Vietnamesen sich irgendwo in der westlichen Welt in die Luft gesprengt haben oder sich in sonstiger Weise an westlichen Menschen rächen wollten. Zumindest sind mir keine vietnamesichen Attentäter bekannt. Vietnam ist meiner Ansicht nach ein gutes Beispiel dafür, wie ein Land sich trotz leidensvoller „Vorgeschichte“ gut entwickeln kann.

Schon in der Bibel steht, dass es leichter ist, den Splitter im Angesicht des anderen zu sehen. Dass man selbst einen Balken im eigenen Auge hat, wird dabei oft nicht beachtet. Entwicklung kann jedoch nicht möglich sein, wenn man sich die eigenen Fehler, das eigene Versagen nicht eingestehen kann und will. Das gilt im privaten Bereich, aber auch in der Politik.

Nachtrag:

Erst jetzt habe ich gesehen, dass Joffe auch das Beispiel Vietnam zitiert hat. Interessant, dass wir beide den gleichen Gedanken hatten.

Hat sich auch bei den Deutschen herumgesprochen, dass die Hygiene in vietnamesischen Lokalen nicht immer den westlichen Standards entspricht? Laut Joffe droht Deutschland nämlich kein vietnamesischer Terrorismus, allenfalls die Fischvergiftung!

Miss Holocaust: 83-Jährige gewinnt umstrittenen Model-Wettbewerb

Sie lebten in Ghettos oder in Konzentrationslagern – heute gehen sie über den Laufsteg: Bei einem Schönheitswettbewerb in Israel traten ausschließlich Holocaust-Überlebende an. Die Veranstaltung erntet Lob und Kritik.

http://www.handelsblatt.com/video/panorama/israel-miss-holocaust-83-jaehrige-gewinnt-umstrittenen-model-wettbewerb/12643108.html

Die 83-jährige Gewinnerin stammt aus Rumänien. Wenn ich mich nicht täusche, läuft auch Judith Rosenzweig mit, die als Mädchen von Zimmer 28 bekannt wurde (ab 0:16). Ich habe über ihre Geschichte bereits einen Artikel geschrieben.

Die Models im besten Alter scheinen Spaß zu haben. Das ist letztendlich das Wichtigste. Schließlich gilt die Veranstaltung ausschließlich ihnen, den Holocaust-Überlebenden. Laut Bericht soll es in Israel noch rund 200.000 Holocaust-Überlebende geben.

Die „Miss Holocaust“-Wahl wurde erstmals im Jahr 2012 durchgeführt. Hier ein Video dazu:

 

Pikettys Vordenker

Angus Deaton erhält den Wirtschaftsnobelpreis für seine Arbeiten über Ungleichheit. Er provoziert: Wirtschaftswachstum sei kein Allheilmittel für Entwicklungsländer.

Von

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-10/wirtschaftsnobelpreis-angus-deaton-nobelpreis

Angesichts der Flüchtlingsströme in Europa stellt sich die dringende Frage nach einer Neuregelung der Entwicklungshilfe, um die Fluchtursachen einzudämmen. Der Ökonom Angus Deaton forscht über die Ursachen der weltweiten Armut. Für seine Arbeit ist er in diesem Jahr mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet worden.

Knapp zehn Prozent der Weltbevölkerung gelten laut einer Analyse der Weltbank als arm (vgl. obiger ZEIT-Artikel). Das soll jedoch der niedrigste je gemessene Stand sein.

Deaton sieht die staatliche Entwicklungshilfe kritisch. Die von den Industrienationen in die Entwicklungshilfe investierten Milliarden hätten nicht viel bewirkt, da ein Großteil der Hilfsgelder in korrupten Systemen versickern würde. Er plädiert dafür, die Entwicklungsgelder zunächst in den Aufbau einer Gesundheitsversorgung zu investieren. Krankheiten und Unterernährung stellten nämlich für viele Arme die größten Probleme dar.