scobel vom 22.01.2015

Die Sendung vom 22.01.2015 scheint den Themen Antisemitismus und Auschwitz gewidmet zu sein. Vielleicht anlässlich der Erinnerung an die Befreiung des KZ Auschwitz entstanden, die sich dieses Jahr nun zum 70. Mal jährt?

Die Videos sind sehr informativ. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, aber zügig, da diese Videos vermutlich nicht allzu lange online sein werden.

Hier einige interessante Beiträge:

Auschwitz? Die Einzigartigkeit des Verbrechens
http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&obj=48889

Der Mensch ist zu Bösem fähig, es hat in der Geschichte der Menschheit immer wieder schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozide gegeben. Dennoch steht das Konzentrationslager Auschwitz für ein in der Geschichte der Menschheit einmaliges Verbrechen.

Auschwitz? Die Zukunft der Erinnerung
http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&obj=48888

Gert Scobel versucht mit seinen Gästen Harald Welzer, Monika Schwar-Friesel und Michel Friedman Antworten auf die Frage, wie es um unsere Erinnerungskultur steht, zu finden.

Was bedeutet Antisemitismus heute?

Hier ein aktueller Beitrag von 3sat zum Antisemitismus-Problem.

Und hier ein Interview mit Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der über den Antisemitismus in Deutschland reflektiert und hierbei u.a. folgende Fragen beantwortet:

Hat der Antisemitismus in Deutschland an Quantität und Qualität zugenommen? Wie sieht die Erinnerungskultur an den Holocaust ohne Zeitzeugen in Zukunft aus? Welche Rolle spielt Bildung bei der Auseinandersetzung mit der Schuldfrage?

Interessant ist auch die Frage, ob die israelische Politik als Projektionsfläche dient, um verborgenen Antisemitismus aufbrechen zu lassen (0:50). Herr Schuster bejaht diese Frage ohne Zögern. Er stellt diesbezüglich die Frage in den Raum, warum wegen anderen Dingen in der Welt, wie das Verhältnis zwischen China und Tibet, keine Demonstrationen auf deutschen Straßen erfolgen. Diese Frage stelle ich mich auch.

Im Ukraine-Konflikt haben bis jetzt mehr als 5.000 Menschen ihr Leben verloren. Das Sterben passiert nicht irgendwo, sondern direkt vor unserer Haustür. In der Stadt Mariupol starben 30 Zivilisten bei einem Raketenangriff. Wo bleibt hier das große Geschrei, das im Sommer 2014 auf deutschen Straßen zu hören war? Warum versammelt sich kein Bündnis, um gegen die Verletzung von Menschenrechten in der Ost-Ukraine zu demonstrieren, wie dies bei Israel immer der Fall war und vermutlich immer sein wird?

Diese Doppelmoral ist unerträglich.

Natürlich kann Leid nicht quantitativ und qualitativ abgestuft werden. Das Leid der Menschen im Gazastreifen zählt nicht weniger als das Leiden der Bevölkerung in der Ostukraine, aber auch nicht mehr. Wo sind jetzt all diese „Gutmenschen“, die letzten Sommer 2014 so eifrig dabei waren, Israel Völkermord, Kriegsverbrechen und noch mehr vorzuwerfen?

Liegt es an der Jahreszeit? Ist es draußen zu kalt, um zu demonstrieren? Muss immer noch das Weihnachtsessen verdaut werden? Lässt es sich gegen Israel bequemer demonstrieren? Oder liegt es einfach daran, dass Russen größtenteils keine Juden sind?

Nachtrag:

Da war ich aber sauer! 🙂

Lyrikline

Die Website Lyrikline.org verdient Aufmerksamkeit. Hier werden Gedichte in verschiedenen Sprachen zur Verfügung gestellt.

Der Clou dabei ist, dass diese Gedichte von den Autoren selbst in der Originalsprache vorgelesen werden. Es gibt eine Übersetzung auf Deutsch, falls man einer bestimmten Sprache nicht mächtig sein sollte, was bei dieser großen sprachlichen Auswahl an Gedichten wohl nicht selten der Fall sein wird.

Die vorgestellten Gedichte reichen sprachlich von A wie afrikaans bis W wie weißrussisch.

Schon einmal ein Gedicht auf schottisch-gälisch gehört?

Hier gibt es eine Kostprobe! (Ob „spùt nan uan“ Lämmerscheiße heißt?)

Ingeborg Bachmann – Erklär mir, Liebe

Eine sehr interessante Vertonung des Gedichts „Erklär mir, Liebe“ von Ingeborg Bachmann. Das Hintergrundlied stammt von Hans Zimmer und trägt den Titel „Time“.

 

Hier gibt es den Text sowie eine Rezitation von Ingeborg Bachmann selbst.

Einige Interpretationsversuche:

Christa Wolf: Zu Ingeborg Bachmanns Gedicht „Erklär mir, Liebe“

http://home.arcor.de/reisner/liebeslyrik/mointbach.htm

Verschleierung – Ausdruck religiöser Männerherrschaft?

„Bis wo geht die Toleranz? Und wo ist die Grenze?“ Dieser Frage geht der Schweizer Journalist Frank A. Meyer in diesem interessanten Video von 12.12.2014 nach.

Hochinteressant, dass er auch die Frage aufwirft, ob in einer offenen Gesellschaft der Islam hinsichtlich Karrikaturen etc. anders zu behandeln ist wie zum Beispiel die katholische Kirche, die regelmäßig Spott über sich ergehen lassen muss. Hätte Frank A. Meyer damals ahnen können, wie brisant diese Frage noch sein wird?

Mal wieder die Medien…

Sechs der 17 Terroropfer bzw. der 14 zivilen Opfer waren jüdisch. Die deutschen Medien und Politiker haben das wohl noch nicht mitbekommen oder geflissentlich übersehen. Zumindest vier dieser Opfer wurden nur wegen ihrem Glauben abgeschlachtet.

Wäre es nicht spätestens jetzt angebracht, öffentlich zu diskutieren, wie wir unsere jüdischen Mitbürger schützen können? Warum dürfen Juden in Deutschland nicht mit einer Kippa oder einem Davidstern herumlaufen, ohne Angst vor Attacken zu haben? Ist das die Gesellschaft, die wir haben wollen?

Die jetzige Situation erinnert mich irgendwie an die von 1933. Sehe ich es zu pessimistisch? Die potentielle Auswanderung der Juden nach Israel, Kanada oder die USA darf nicht die einzige Lösung sein, um dem Terror zu entkommen. Und falls doch, hat unsere westliche Gesellschaft total versagt.

Die neue „Charlie Hebdo“ Ausgabe

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die weltweiten Reaktionen der Muslimvertreter auf die neue Ausgabe der „Charlie Hebdo“.

Der Generalsekretär des türkisch-islamischen Verbandes Ditib, Bekir Alboğa, betonte die Bedeutung von Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit als wichtige, schützenswerte Güter. Er fände die transportierte Botschaft im aktuellen Cover der „Charlie Hebdo“ gut, nicht aber die Abbildung des „Propheten“. “ Es gebe sicher viele andere „kreativ-satirische Wege“, die man beschreiten könne.

Die Generalsekretärin des Zentralrats der Muslime, Nurhan Soykan, verteidigte ebenfalls die Karrikatur, forderte aber eine Verschärfung des Blasphemie-Paragrafen im deutschen Strafrecht. „Wir müssen eine gesellschaftliche Debatte anstoßen, wo die Grenze zwischen Meinungs- und Religionsfreiheit verlaufen sollte“, sagte sie. In anderen Ländern würden religiöse Gefühle stärker geschützt als dies in Europa der Fall sei.

Andere Muslimvertreter bezeichneten die Veröffentlichung der Karrikatur als „unklug“, provokativ und als „weder sinnvoll noch logisch noch klug“.

Muslimische Mahnwachen

Gestern haben in ganz Deutschland Muslime nach dem Freitagsgebet vor Medienhäusern Mahnwachen abgehalten, für demokratische Freiheiten und Werte. Sie folgten damit dem Aufruf der konservativen Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB). 

Hier gib es die Rede von Herrn Prof. Dr. Nevzat Yaşar AŞIKOĞLU, Vorstandsvorsitzender im DITIB-Bundesverband, am 15.01.2015 anlässlich der Pressekonferenz zu den deutschlandweiten Mahnwachen.

Unterdessen wurde ein Redakteur der Frankfurter Neuen Presse attackiert, weil er die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) las, weil auf dem Titel der FAZ vom 15.01.2015 eine Französin mit der neuen „Charlie-Hebdo“-Ausgabe zu sehen war.