Die meisten Syrer fliehen vor Assad – und nicht dem IS

Ohne ein Ende des Krieges in Syrien und die Entmachtung des Diktators Assad kann sich die Mehrheit der syrischen Flüchtlinge in Deutschland eine Rückkehr in ihr Land nicht vorstellen. Der IS-Terror ist für weniger Menschen relevant.

http://www.nwzonline.de/nachrichten/politik/die-meisten-syrer-fliehen-vor-assad-und-nicht-dem-is_a_30,1,2569114754.html

Die Studie über Fluchtgründe und Zukunftsperspektiven wurde von der Organisation „Adopt a Revolution“ erstellt. Die Umfragen erfolgten von Mitte September bis Anfang Oktober 2015. Die Studie ist natürlich nicht repräsentativ, könnte aber als Indiz herangezogen werden.

Zum Thema ehrliche Debatte.

USA kalkulieren 30’000 ausländische IS-Kämpfer

Die US-Behörden gehen von 30’000 ausländischen Kämpfern aus, die sich den IS-Milizen angeschlossen haben. Dem US-Militär wurde vorgeworfen, die Gefahr herunterzuspielen.

http://www.handelszeitung.ch/politik/usa-kalkulieren-30000-auslaendische-kaempfer-871208

Interessant, dass die Taktik der USA nicht aufgeht, mithilfe syrischer Rebellen den Kampf gegen den IS zu verstärken.

Nach Angaben des Pentagon haben von den USA in der Türkei ausgebildete syrische Kämpfer einen Teil ihrer Ausrüstung dem Al-Kaida-Ableger Al-Nusra-Front ausgehändigt.

Das soll rund ein Viertel der Ausrüstung sein, die der Truppe zur Verfügung gestellt worden ist.

„Der Terrorismus ist eine Jugendkultur“

Früher wurden Leute, die provozieren wollten, Punks oder Neonazis. Heute gehen sie zum „Islamischen Staat“. Das sagt Peter Neumann, der ihre Biografien erforscht.

Interview:

http://www.zeit.de/campus/2015/05/islamischer-staat-terrorismus-jugendkultur-dschihadismus

Ein interessantes Interview mit dem Politikwissenschaftler Peter Neumann, der das „International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence“ leitet. Mithilfe der sozialen Medien beobachtet er europäische Islamisten in Syrien und im Irak.

Neumann macht verschiedene Faktoren für die Radikalisierung der meist jungen Muslime verantwortlich, wie (soziale) Perspektivlosigkeit oder Identitätskonflikte.

Henin: „Beim IS ist nichts Heldenhaftes“

Der IS hat große Angst vor Rückkehrern, die offen über die Realität berichten, sagt Nicolas Henin. Der französische Journalist war zehn Monate lang Gefangener der Terrororganisation.

http://daserste.ndr.de/panorama/media/Henin-Beim-IS-ist-nichts-Heldenhaftes,henin100.html

Ein Artikel über Hénin:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ex-geisel-von-jihadi-john-nicolas-henin-ueber-den-is-a-1022670.html

If Israel disappears, others will too

Since 1948, we Arabs have been taught that all we need to do is get rid of the Jewish state, and ‎everything else will go well after that. (…)

von Mudar Zahran

http://www.israelhayom.com/site/newsletter_opinion.php?id=13113

Ein sehr interessanter Artikel des jordanisch-palästinensischen Politikers Mudar Zahran, der die Ansicht vertritt, dass das Wohlergehen der arabischen Welt mit Israels Existenz steht und fällt.

Nur ein existierendes Israel soll nach Zahran garantieren, dass

  • der Iran sein Machtgebiet insbesondere auf der Arabischen Halbinsel nicht unbeschränkt erweitern kann,
  • wir im Westen weiterhin Erdöl erhalten,
  • der Iran daran gehindert wird, Nuklearwaffen zu bauen und
  • der IS Jordanien nicht erobert.

Zahran stellt die Doppelmoral des Westens an den Pranger, dem das tatsächliche Wohlergehen der Palästinser nicht am Herzen liegt.

(…) We ‎Palestinians might have believed that these groups and countries actually care about us, but they take no interest in the fate of the ‎‎150,000 Palestinians being starved to death in Syria’s Yarmouk refugee camp, nor in an estimated ‎‎5.8 million Palestinians in Jordan (as indicated by a U.S. Embassy cable) who live as second-‎class citizens and are banned from government jobs and any form of state benefits while paying full taxes.‎

Israel beschießt Hamas nach Raketenangriff durch IS-Unterstützer

Verbündete der Terrormiliz IS machen sowohl Israel als auch der Hamas zu schaffen. Die Extremisten bekennen sich zu einem Angriff. Die Vergeltung trifft aber andere.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-06/israel-hamas-raketenangriff-gaza

(…) Für die Raketenattacken am Mittwoch übernahm eine salafistische Gruppierung die Verantwortung. Sie gilt als Unterstützer des vor allem in Syrien und im Irak aktiven IS. Die Gruppe hatte sich schon in der vergangenen Woche für einen ähnlichen Beschuss verantwortlich gezeigt. Die Hamas betrachtet die Dschihadisten als Bedrohung für ihre eigenen Ziele. Laut Angaben der Gruppe war die Attacke Rache für die Tötung eines ihrer Mitglieder durch die Hamas. Die IS-Sympathisanten hatten der Hamas eine 48-Stunden-Frist gesetzt, um Razzien gegen sie zu stoppen und in den vergangenen Monaten festgenommene IS-Unterstützer freizulassen (…)

Da blickt doch keiner mehr durch. Ob Israel sich irgendwann mit den Hamas zusammentun wird, um gegen den IS zu kämpfen?

14-Jähriger muss wegen IS-Unterstützung ins Gefängnis

Ein Junge hatte IS-Verbindungsleute kontaktiert und soll zudem Anschläge in Österreich geplant haben. Ein Gericht verurteilte den 14-Jährigen zu zwei Jahren Haft.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-05/oestereich-islamischer-staat

In Österreich blüht nicht nur der Enzian, sondern auch die Vorliebe für den Terror. Allein aus Österreich sollen 200 Männer für den IS in den Krieg gezogen sein.

IS – Der Junge, der in den Krieg ging

Samuel, 21, aus Sachsen reiste zum IS nach Syrien. Nach drei Monaten kehrte er zurück. Ist er gefährlich?

Von Jana Simon

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/19/islamischer-staat-rueckkehrer-rekrutierung

Ein hochinteressanter Artikel über den Werdegang eines jungen Deutschen ohne Migrationshintergrund zum Anhänger des IS. Der fiktive Samuel stammt aus einem „guten“ christlichen Elternhaus in Sachsen, mit augenscheinlich liebevollen Eltern, ohne soziale Benachteiligung. Trotzdem radikalisierte er sich. Also dürfte die Erklärung mancher muslimischer Vereine, die diesen „Trend“ zum Morden im Namen des Islams allein mit sozialer Ungleichheit zu erklären versuchen, nicht richtig sein. Die Diskriminierung ist bestimmt ein Faktor, aber nicht der einzige und wohl auch nicht der entscheidende.