Friedliebende Palästinenser?

Dass die meisten Palästinenser doch nicht so friedliebend sind, wie hierzulande des Öfteren behauptet wird, dürfte jetzt mit dieser Umfrage bewiesen sein.

Der Untersuchung zufolge, die vom Palästinensischen Zentrum für Politik und Meinungsforschung in Ramallah veröffentlicht wurde und in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung entstand, würden 80 Prozent der befragten Palästinenser Attentate einzelner Palästinenser auf Israelis in Jerusalem und der Westbank unterstützen. Demnach heißen sie es gut, wenn andere Palästinenser versuchen, Israelis mit Messern anzugreifen oder Babys zu überfahren. Der Umfrage kann entnommen werden, dass die Bereitschaft zur Gewaltausübung und die Akzeptanz von Gewalt bei allen Befragten ein bisher unbekanntes Niveau erreicht haben. Diese schockierenden Zahlen würden vermuten lassen, dass trotz der gegenwärtigen relativen Ruhe in und um Jerusalem das Ende der neuerlichen Gewaltspirale noch nicht erreicht ist. Insgesamt wurden 1.270 Personen im Westjordanland und in Gaza befragt.

Natürlich repräsentiert  diese Umfrage nicht alle Palästinser im Westjordanland und in Gaza. Zumindest hoffe ich das…

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-12/israel-palaestina-anschlag-umfrage#player0

Axel Springer Verlag

Der Axel Springer Verlag hat sich der Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen verschrieben. Eigenen Angaben zufolge unterstützt er “ Institutionen und Projekte zur Pflege des jüdischen Lebens in Deutschland und zur Intensivierung der Kontakte zwischen Deutschland und Israel.“

Interessanterweise hat diese besondere Beziehung zu Israel auch in den Unternehmensgrundsätzen des Unternehmens Ausdruck gefunden:

Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.

„Am Ende des Tages geht es aber nur darum, den Beweis zu erbringen, dass die Juden im Grunde schlechte Menschen sind“

Der israelisch-amerikanische Autor Tuvia Tenenbom, bekannt für Kolumnen wie  „Fett wie ein Turnschuh“hat dieses Jahr sein zweites Buch „Allein unter Juden – Eine Entdeckungsreise durch Israel“ veröffentlicht, das an seinem ersten Reisebericht „Allein unter Deutschen“ anknüpft.

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„Israel hat keine Schuld am Antisemitismus“

Ein meiner Ansicht nach sehr guter Artikel über die Frage, was zuerst da war: der Staat Israel oder der Antisemitismus.

http://www.cicero.de/berliner-republik/nahostkonflikt-israel-hat-keine-schuld-am-antisemitismus/58013

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass der Nahostkonflikt nicht schuld am Antisemitismus ist, dieser vielmehr älter ist als der israelische Staat selbst. Insbesondere sei der Antisemitismus keine Folge israelischer Politik.

Der Antisemitismus im arabischen Raum, seine radikalste Form in Gestalt terroristischer Organisationen wie Hamas oder Hisbollah, sind keine Folgen israelischer Politik. Wer glaubt, Israel müsse nur seine Politik ändern, seine Siedler zurückpfeifen (in Gaza gibt es im Übrigen gar keine) oder die Gaza-Blockade aufheben, dann würde Friede einkehren sowie Gewalt und Antisemitismus verschwinden, hat das Wesen des Antisemitismus nicht verstanden. Dieses zweitausendjährige Phänomen braucht kein Bezugsfeld. Oder mit den Worten Isaiah Berlins gesprochen: „Antisemitismus ist, wenn man die Juden mehr hasst als unbedingt nötig.“

Dem Autor zufolge hat der Antisemitismus nun endgültig seine antizionistische Tarnung verloren.

Selbstreflexion ist kein Zeichen von Schwäche, es ist ein Zeichen von Stärke…

Genau das fordert der israelische Diplomat George Deek, selbst Araber, von seinen arabischen Landleuten.

Der Blog „faehrtensuche“ hat diese konstruktive Rede toll ins Deutsche übersetzt.

Hier der Link für die deutsche Übersetzung:

http://faehrtensuche.wordpress.com/2014/10/13/eine-sehr-personliche-rede/comment-page-1/#comment-667

Hier die Rede auf Englisch + englischer Originaltext:

«The best speech an Israeli diplomat ever held»

 

Apropos Selbstreflexion:

Wäre ein Shlomo oder eine Rahel als Diplomat/ Diplomatin eines arabischen Landes denkbar?

Dieser Frage sollte man nachgehen, bevor man Israel wieder mal Völkermord vorwirft.

 

I want to ride my bicycle…

Inzwischen bin ich wieder in deutschem Gefilde. Den Höhepunkt meiner Reise in den Norden Israels möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten.

Hier kommt Reisebericht 3.0.

Eines Morgens wachte ich in Tiberias auf und beschloss, etwas Verrücktes zu machen. Nein, ganz so war es nicht. Der Tag wurde im positiven Sinne tatsächlich verrückt, aber eins nach dem anderen.

Also, eines Morgens wachte ich in Tiberias auf. Ich überlegte, wie ich den noch jungen Tag sinnvoll gestalten konnte. Der Strand reizte mich nicht allzu sehr. Ich beschloss daher, nach Kapernaum zu reisen. Es gab jedoch ein Problem: Es war Shabbat. Folglich ruhte der Nahverkehr. So musste ich nach alternativen Reisemöglichkeiten Ausschau halten.

Ich hatte mehrere Ideen, um nach Kapernaum (16 km von Tiberias entfernt) zu gelangen.

  • Wandern
  • ein Boot mieten
  • ein Fahrrad mieten

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Straßenmusik in Tel Aviv

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Auf meinen Streifzügen durch Tel Aviv bin ich hier in der Allenby Street „hängengeblieben“. Es war sehr gemütlich. Die Musikerin hat Stühle hingestellt, die Passanten haben mitgesungen und geklatscht.

Ich habe leider nicht verstanden, was sie gesungen hat, gehe aber davon aus, dass es sich um bekannte israelische Schlager handelt.

 

Neues von mir…

Mir geht es super. Seitdem die Hamas-Raketen nicht mehr fliegen, kann ich mich besser entspannen, logisch.

Ich habe zuletzt am Sonntag einen Raketenalarm miterlebt, ausgerechnet in einem Kleidungsgeschäft. Zum Glück habe ich mich noch nicht umgezogen, sonst wäre es stressig gewesen, sich schnell wieder anzuziehen. Ich habe aber gehört, dass die Leute aus dem Süden das ruckzuck können. Manche haben ja auch nur 15 Sekunden Zeit…

Ich hoffe, dass die Waffenruhe dieses Mal eingehalten wird und die Parteien zu einer Regelung kommen. Das würde ich mir für die Bewohner des Gazastreifens wünschen, aber auch für die Israeli, die schon jahrelang unter Raketenbeschuss leiden, besonders für die im Süden.

Die Arbeit läuft gut, vor einigen Tagen habe ich eine tolle Entdeckung gemacht (zumindest ich war ganz „begeistert“!).

Ihr kennt bestimmt alle Helmut Schmidt, oder? Bei Bearbeitung einer Akte bin ich zufällig auf den leiblichen Großvater von ihm gestoßen, ein jüdischer Bankkaufmann. Der Vater von Helmut Schmidt, Gustav Schmidt, stammte aus einer flüchtigen Affäre und wurde nach der Geburt von der Familie Schmidt adoptiert.

Laut Gesetzeslage ohne nähere Prüfung hätte Helmut Schmidt theoretisch einen Anspruch auf Zahlung aus dem Fonds, den die Claims Conference (dazu später! Für die Ungeduldigen: http://www.claimscon.org/) für die Überlebenden des Holocaust und ihrer Angehörigen eingerichtet hat!

Ich fand diese Entdeckung total überraschend. Es ist unglaublich, wie präsent die Vergangenheit noch manchmal ist. Die Familiengeschichten und Tragödien, die hinter jedem Fall stecken, machen mich sprachlos und traurig, gerade und besonders angesichts des grassierenden Antisemtismus in Deutschland. Die Geschichtsbewältigung ist nicht einmal abgeschlossen, schon geht es wieder los…

Jetzt könnte ich wieder ans Reisen denken. Bis jetzt war ich nur in Tel Aviv und eine längere Zeit in Jerusalem. Aber um den Süden werde ich wahrscheinlich weiterhin einen Bogen machen…