„Wir sind nicht der Vormund Afrikas“

Entwicklungsminister Müller appelliert an Verbraucher, nicht länger „sklavenähnliche Arbeitsbedingungen“ in Kauf zu nehmen. Er verlangt eine Partnerschaft mit Afrika.

von Hans Monath und Dagmar Dehmer

http://www.zeit.de/politik/2015-06/entwicklungsminister-gerd-mueller-g7-tagesspiegel

Müller kritisierte, dass die Verbraucher in den Industriestaaten nicht nur im Textilbereich bislang „menschenunwürdige Beschäftigung und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen“ einfach so hinnähmen. Es müsse in allen G-7-Ländern soziale und ökologische Kriterien geben, „egal ob für Mobiltelefone, Jeans oder Lebensmittel“. Müller ist überzeugt, dass es weltweit enorme Auswirkungen haben werde, „wenn sich mehr als 700 Millionen Verbraucher in den G-7-Ländern danach richten“ (…)

So jung und schon so müde

Sie sind gehorsam, manipulierbar, furchtlos und billig. Viele Kriegsherren halten Kinder für ausgezeichnete Soldaten. Den Vereinten Nationen zufolge werden momentan rund 250.000 Kinder in mindestens 17 Ländern von bewaffneten Gruppen als Soldaten missbraucht. Die Fotografen der Agentur Magnum haben ihr grausames Schicksal, Opfer und Täter zugleich zu sein, immer wieder festgehalten. Ihre Bilder aus Nicaragua, dem Libanon oder der Zentralafrikanischen Republik zeugen von Kampfesmut und Stolz und von einer unglaublichen Müdigkeit.

http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2015-05/kindersoldaten-magnum-krieg-fs

Unter anderem auch die Fatah-Partei (Bilder 7/8). Zumindest 1969. Ob das immer noch so ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Hamas knüpfen an diese „Tradition“ an, indem sie vor allem Kinder als menschliche Schutzschilder missbrauchen.

Die Demokratisierung der Moral

Das katholische Irland hat sich in einer Volksabstimmung klar für die Einführung der Homoehe ausgesprochen. Die katholische Kirche reagierte empört. Gejuckt hat das kaum jemanden, weil das Moralmonopol längst woanders liegt

Von Alexander Grau

http://www.cicero.de/salon/homoehe-moralwandel/59326

Ein interessanter Gedanke von Herrn Grau:

Führt uns die vermeintliche Selbstbefreiung aus althergebrachten Normen zu einem ebenfalls rigiden und selbstgerechten Moralsystem, zu einer neuen Art von „Verknechtung“?

Diese Frage wird anhand des Falles der Kolumnistin Eggert näher beleuchtet, die wegen vermeintlicher Homophobie ihren Job beim „Westfalen Blatt“ verlor.

 

 

Kopftuch und Staatsdienst schließen sich aus

Eine Muslimin darf mit Kopftuch ihr Referendariat auf dem Bezirksamt Neukölln antreten, aber nicht nach außen tätig sein. Der fade Kompromiss wird die Debatte nicht beenden. Letztlich muss der Staat auf einer Loyalität bestehen, die das Kopftuch sichtbar in Zweifel zieht

Von Alexander Kissler

http://www.cicero.de/berliner-republik/islam-debatte-kopftuch-und-staatsdienst-schliessen-sich-aus/59378

Mehr noch: Wen der Staat mit der Wahrung der Rechtsordnung beauftragt, der muss deren Kern, die Menschenrechte, ohne jede Einschränkung bejahen, innerlich wie äußerlich. Es gibt aber keine einzige Möglichkeit, die Menschenrechte, wie der Westen sie begreift, islamisch herzuleiten. Saudi-Arabien ließ unlängst verlauten, die Peitschenhiebe für den islamkritischen Blogger Raif Badawi könnten keine Verstöße gegen die Menschenrechte sein, weil die Scharia die Menschenrechte achte. Unter islamischen Vorzeichen bildet die Scharia den Rahmen für jedes Rechtsverhältnis. Menschenrechte im Islam sind Rechte für Muslime unter der Maßgabe der Scharia. Man lese nur die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam“ von 1981 und die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ von 1990.

„Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam“ von 1981
„Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ von 1990

Eine interessante These, die nachgeprüft werden könnte.

Wer Substanz sucht, findet Realsatire

In Stuttgart findet dieses Mal das alljährliche Schauspiel des Evangelischen Kirchentags statt. Und auch dieses Jahr wird dieChance vergeben, etwas theologisch Substantielles zu ergründen und durch politisches Palaver ersetzt

Von Alexander Grau

http://www.cicero.de/salon/zum-evangelischen-kirchentag-ein-psalm-und-viel-palaver/59363

Ich bin mir nicht sicher, ob Gott in Psalm 90 wirklich angeklagt wird. Dieser Psalm hört sich für mich vielmehr wie ein Bitten, ein Flehen an.

Mag es jeder selbst beurteilen: 🙂
http://www.bibleserver.com/text/LUT.HFA/Psalm90

Das Ende der Wiedergutmachung

70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz nähert sich die Entschädigungspolitik ihrem Abschluss. Ihre Geschichte verrät viel über unseren Umgang mit den NS-Verbrechen.

von Constantin Goschler

http://www.zeit.de/2015/04/ns-opfer-entschaedigung-bilanz-70-jahre-nach-befreiung-auschwitz/komplettansicht

Ein interessanter Artikel über die deutsche Politik der Wiedergutmachung nach dem Ende des 2. Weltkriegs.

Weiterlesen „Das Ende der Wiedergutmachung“

Israel says UN grants Hamas-linked group NGO status

Jewish state’s UN mission accuses body of accepting organization it says is ‚an organizational and a coordinating wing of Hamas in Europe‘.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4663880,00.html

Das UN-Komitee für nichtstaatliche Organisationen hat vor kurzem dem „Palestinian Return Centre“ (PRC) den Status einer nichtstaatlichen Organisation (NGO) verliehen, obwohl dieser Organisation enge Verbindungen zu den Hamas nachgesagt wird. Das PRC war neben der „Palästinensische Gemeinschaft Deutschlands“ (PGD), die laut Aussage der Berliner Senatsverwaltung vom Herbst 2014 als Organisation von Hamas-Anhängern gilt, Veranstalter der umstrittenen „Palästinenserkonferenz“ vor einigen Monaten in Berlin. Das PRC, in Israel verboten, wird vom Verfassungsschutz als Tarnorganisation der Hamas eingestuft.

Diese Entscheidung kann aber nicht überraschen, wenn man sich die Länder anschaut, die für eine Aufwertung dieser Organisation gestimmt haben: u.a. Iran, Pakistan, Sudan, Türkei, Venezuela, China and Kuba.

Weiterlesen „Israel says UN grants Hamas-linked group NGO status“

Nicht lächeln beim Oralsex

Grundlos grinsende Frauen in der Werbung? Gehören verboten, findet man im Pilotbezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Dabei kommt die wirkliche Herabwürdigung von Frauen als naiv und hysterisch aus dem Zeitschriftenregal.

von

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-ueber-frauenfeindliche-werbung-a-1031039.html

Immer interessant, wenn Männer über den Feminismus schreiben. Diesmal handelt es sich um ein frauenemanzipatorisches Zehn-Punkte-Programm im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

Ein Jahr lang hat eine Arbeitsgruppe unter Mithilfe von Experten von Terre des Femmes und dem Frauennachtcafé Wildwasser beraten, wie man Kreuzberg zumindest optisch zur sexistischen No-go-Area machen kann. Künftig soll jede Werbung unterbunden werden, in der Frauen als „(willens)schwach, hysterisch, dumm, unzurechnungsfähig, naiv“ dargestellt werden. Frauen dürfen auch nicht „ohne Anlass lächelnd inszeniert“ sein oder „zu körperbetont bekleidet“ gezeigt werden. Werbung, „die vermittelt, dass Frauen hilfsbedürftig, fürsorglich, mit großer Freude im Haushalt beschäftigt, konsumsüchtig, abhängig, verführerisch, schön“ sind, ist ebenso tabu wie jede Abbildung, die dem Betrachter nahelegt, dass es besser ist, wenn man weniger wiegt oder eine glattere Haut hat (…)

Also gibt es in Friedrichshain-Kreuzberg bald nur noch Werbung mit männlichen halbnackten Models, die einen Sixpack und noch andere Annehmlichkeiten ihr Eigen nennen.